Forschungstransferpreis der IHK - Drei herausragende Projekte ausgezeichnet/ Silberpreis für Agria-Werke Möckmühl und DHBW Mosbach

Große Erleichterung für die Weinbauern

Von 
Werner Palmert
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Heilbronn. Zum neunten Mal verlieh die IHK Heilbronn-Franken am Montag im Rahmen eines Pressegespräches den Forschungstransferpreis an Unternehmen und Forscher aus der Region. Die mit insgesamt 20 000 Euro dotierten Auszeichnungen gingen an drei herausragende angewandte Forschungsprojekte sowie Leitungen zum Technologie- und Wissenstransfer zwischen Unternehmen und Wissenschaft.

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Anreize schaffen

Die Auszeichnung soll Anreize schaffen, dass sich Wirtschaft und Wissenschaft besser vernetzen und damit Wettbewerbsvorteile durch Kooperationen zum Tragen kommen. Mit dem Preis will die IHK aber auch einen Anreiz für Projektpartner schaffen, sich auch künftig in Kooperationsprojekten stärker zu engagieren.

„Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist ein Treiber der Innovation, der gerade für kleine und mittlere Unternehmen sehr nützlich und gewinnbringend sein kann. Seit 2011 zeichnet die IHK herausragende Kooperationsprojekte aus, um den Technologietransfer zu unterstützen“, so Professor Dr. Harald Unkelbach, Präsident der IHK Heilbronn-Franken.

Die Preisträger im Überblick

Der mit 10 000 Euro dotierte IHK-Forschungstransferpreis in Gold ging an die R. Stahl Schaltgeräte GmbH in Waldenburg und die Ernst-Abbe Hochschule Jena. Ausgezeichnet wurde das Kooperationsprojekt „EXpressure – Leichtbau im Explosionsschutz“. Einen IHK-Forschungstransferpreis in Silber (5000 Euro) erhielten für das Projekt „Partikelkonzentrationsmessung – Ultraschall zur Überwachung von Regen- und Oberflächenwasser“ die Nivus GmbH, Eppingen gemeinsam mit dem Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Uni Stuttgart.

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Der zweite IHK-Forschungstransferpreis in Silber ging an die Agria-Werke GmbH, Möckmühl und die Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach für das Projekt „Weinbau – Autonome Bewirtschaftung von Steillagen“.

Die hochkarätig besetzte sechsköpfige Jury des IHK-Forschungstransferpreises hatte keine einfache Aufgabe, aus den eingegangenen Bewerbungen drei Projekte auszuwählen. Nach einer mehrstündigen Sitzung standen die drei Nominierten des IHK-Forschungstransferpreises fest. Die sechsköpfige Jury bestand aus Oliver Hanisch, Geschäftsführer Campus Founders gGmbH, Kirsten Hirschmann, Geschäftsführende Gesellschafterin Hirschmann Laborgeräte GmbH & Co. KG und Vizepräsidentin der IHK Heilbronn-Franken, Professor. Dr.-Ing. Eberhard Schlücker, Lehrstuhlinhaber „Prozessmaschinen und Anlagentechnik“ an der Universität Erlangen-Nürnberg, Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Professor Dr. Harald Unkelbach, Präsident der IHK Heilbronn-Franken und Thomas R. Villinger, Geschäftsführer der zfhn Zukunftsfonds Heilbronn GmbH & Co. KG. In der neunten Preisverleihungsrunde konnten sich die Projekte EXpressure – Leichtbau im Explosionsschutz, Partikelkonzentrationsmessung – Ultraschall zur Überwachung von Regen- und Oberflächenwasser sowie Weinbau – Autonome Bewirtschaftung von Steillagen durchsetzen.

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Neuartiger Explosionsschutz

Im Forschungsprojekt der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg und der Ernst-Abbe Hochschule Jena wurde von Professor Dr.-Ing. Thorsten Arnhold von der R. STAHL AG und Professor Dr.-Ing. habil. Frank Engelmann von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena durch moderne Leichtbauprinzipien ein neuartiger, patentgeschützter Explosionsschutz für Schaltschränke entwickelt. Explosionsschutz wird zum Beispiel in chemischen Prozessen wie bei der Wasserstoffherstellung und -anwendung benötigt. Die Druckspitze bei einer inneren Explosion kann so von zehn bar auf weniger als ein bar reduziert werden. Dadurch können Schaltschränke im Explosionsschutz leichter und wesentlich größer gebaut werden als bisher. Neben der Materialeinsparung können somit auch Standardkomponenten aus dem Maschinenbau verwendet werden.

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Partikel im Regenwasser messen

In ihrem Projekt Partikelkonzentrationsmessung – Ultraschall zur Überwachung von Regen- und Oberflächenwasser, entwickelte die Nivus GmbH, Eppingen gemeinsam mit dem Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Uni Stuttgart eine robuste, ultraschallbasierte und patentgeschützte Lösung für die Überwachung von Regen- und Oberflächenwasser.

Diese ermöglicht sowohl die Erfassung von Feststofffrachten als auch der Korngrößenverteilung in Echtzeit. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten zum Beispiel für die Überprüfung der Feststoffrückhaltewirkung von Regenbehandlungsanlagen oder eine qualitätsabhängige Steuerung von Regenwasserströmen in Echtzeit.

Steillagen autonom bearbeiten

In der Kooperation zwischen der Agria-Werke GmbH, Möckmühl und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach entwickelten Werner Baust und Klaus Mies von den Agria-Werken und Professor Dr. Andreas Reichert von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach unter dem Arbeitstitel „Weinbau - Autonome Bewirtschaftung von Steillagen“ einen autonomen Weinbauroboter zur teilautonomen, vollelektrischen Bewirtschaftung von Steillagen bis 143 Prozent (55 Grad).

Wichtige Arbeitsgänge, die mehrfach im Jahr oder nur in einem kurzen Zeitraum in den Weinbergen durchzuführen sind, werden damit vollautonom und vollelektrisch ermöglicht. Das Einsatzgebiet ist dabei weder auf Steillagen noch auf Wein eingeschränkt.