Häufige Todesursache - Zahlreiche Einwohner des Main-Tauber-Kreises waren 2018 von COPD betroffen Erkrankungen der Lunge auf dem Vormarsch

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aok
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Rauchen ist riskant: Regelmäßiger Tabak-Konsum erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. © AOK

Durch die Corona-Epidemie werden viele andere Erkrankungen von der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen.

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Main-Tauber-Kreis. Dabei sind besonders die Auswirkungen des Zusammentreffens von SARS-CoV-2-Viren mit Vorerkrankungen der Atemwege für die Betroffenen teilweise dramatisch.

Deutliche Sprache

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht COPD – nach den koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfall – an dritter Stelle der Erkrankungen, welche die meisten Todesfälle nach sich ziehen. Die Gefahren für COPD-Patienten haben sich durch die aktuelle Pandemie noch drastisch erhöht, wie die AOK Heilbronn-Franken mitteilt.

In Baden-Württemberg wurden 2018 insgesamt 173 032 AOK-Versicherte wegen COPD behandelt, im Main-Tauber-Kreis waren es 3396. Die Zahlen verharren seit Jahren, annähernd gleichbleibend, auf einem sehr hohen Niveau.

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Experten des Robert-Koch-Instituts haben ermittelt, dass zwischen 80 und 90 Prozent der COPD-Erkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen sind. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Eine COPD entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über Jahre hinweg. Typische Symptome sind Atemnot bei körperlicher Belastung – im fortgeschrittenen Stadium auch in Ruhe - häufiges Husten, Auswurf, Geräusche beim Atmen wie Pfeifen und Brummen sowie verstärkte Beschwerden bei Erkältungen und Grippe. Die Betroffenen erleiden damit eine gravierende Einbuße an Lebensqualität.“

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist das Organ dauerhaft geschädigt und die Bronchien verengt. Dadurch bekommt der Körper bei fortgeschrittener COPD nicht mehr genügend Sauerstoff. Schon Alltagstätigkeiten reichen aus, um außer Atem zu geraten. Durch häufige Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, dauerhafte Medikation, Fehlzeiten im Beruf, Rehabilitationsmaßnahmen, Frühverrentungen und vorzeitige Todesfälle entstehen hohe Kosten für das Sozialsystem. Beim Zusammentreffen mit dem neuartigen Corona-Virus besteht akute Lebensgefahr.

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Die COPD-Erkrankungsrate nimmt mit dem Alter zu: In der Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen sind etwa 0,8 Prozent aller Menschen betroffen, bei den 60- bis 64-Jährigen sind es bereits acht Prozent und bei den 80- bis 84-Jährigen zwölf Prozent.

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Experten schätzen die Zahl der nichterkannten Fälle noch wesentlich höher ein.

„Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Medikamente können die Beschwerden lindern, Atemnot-Anfälle mindern. Heilung gibt es keine. Wichtig ist, auf das Rauchen zu verzichten, dazu kann der Weltnichtrauchertag einen Impuls geben“, so Dr. Sabine Knapstein. aok