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Junge Kreative Köpfe - Glückliche Preisträger, strahlende Eltern, zufriedene Ausrichter. Wiederverwendbare Ohrenschützer, auswechselbare BH-Einlagen, nachjustierende Schraubzwingen und mehr

Erfolgreiche 19. Runde des Erfinderwettbewerbs

Von 
Inge Braune
Lesedauer: 

Nachdem Corona in der 18. Runde des Jugend-Erfinderwettbewerbs noch eine Verlängerung und Preisvergaben nur im kleinen Kreis erzwungen hatte, war jetzt die Freude groß, dass die Preisverleihung 2022 wieder richtig gefeiert werden konnte.

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Bad Mergentheim. In der Wandelhalle begrüßten der Jury-Vorsitzende Dr. Norbert Schön und Hannes Kratzschner von der gastgebenden Firma Roto Frank „endlich wieder persönlich“ die Jungerfinder und die -erfinderinnen, ihre Eltern, Expertinnen und Experten, Vertreter und Vertreterinnen von Schulen und Hochschulen sowie der Stiftung „Junge kreative Köpfe“, in der regionale Unternehmen und Kommunen zur Förderung des Interesses an den MINT-Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik kooperieren.

2. Preis: Die Schraubzwinge von Finn Gossert. © Braune

Zwei Schulpreise – sie gingen an die Kopernikus-Realschule und die Kaufmännische Schule in Bad Mergentheim – sowie 13 Preise für Erfindungen für Haus und Garten, Freizeit und Gesundheit waren zu vergeben: Kein leichtes Unterfangen für die Jury, die die Erfindungen in den Kategorien „Innovation und Kreativität“, „Schonung der Ressourcen“, „Technische Realisierung“ und „Marktfähigkeit“ analysierte und zum guten Schluss für hohe Punktezahlen in allen Bereichen drei Gesamtpreisträger – alle drei „Einzelkämpfer“ – kürte: die 17-jährige Tanja Landsfried, den 14-jährigen Finn Gossert und den 16-jährigen Jannik Lenz.

Gewaltig stolz

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Mit ihrer Erfindung von wiederverwendbaren Ohrenschützern, die beim Friseurbesuch oder beim heimischen Haarstyling mit Schere und Hitze Schnitte und Brandblasen verhindern, überzeugte Tanja Landsfried nicht nur die Jury und ihren begleitenden Experten, den DHBW-Professsor Volker Siegismund, sondern auch das Publikum. Die Kaufmännische Schule Bad Mergentheim mit Wirtschaftsgymnasium, an diesem Abend vertreten durch den betreuenden Lehrer und schulischen Wettbewerbskoordinator Gerhard Aeissen, dürfte auf ihren obersten Treppchenplatz gewaltig stolz sein.

Nicht weniger begeistert hat Finn Gossert, Schüler der Kopernikus-Realschule Bad Mergentheim, seinen Schulleiter Heiko Knebel und die betreuende Lehrerin und Jurorin Bettina Fischbeck – und natürlich auch „seinen“ Experten Xaver Schützenmeier von der Wittenstein SE mit der zweiten Gesamtpreisplatzierung. Seine Erfindung der sich automatisch nachjustierenden Schraubzwinge dürfte jeden Bastler und Gestalter, der oder die mit Holz arbeitet, hellauf begeistern.

Den dritten Gesamtpreis erarbeitete sich Jannik Lenz, Schüler der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim mit einer Erfindung, die angesichts von Klimaschwankungen bei Gartenfreunden bestens ankommen dürfte: Mit seinem automatischen Regensammlersystem, das bei Starkregen vollautomatisch Überflutungen durch vollgelaufene Regentonnen verhindert und mehrere Auffangbehälter ansteuern kann, ist die nachhaltige Regenwassersammlung kein Problem mehr. Sichtlich stolz auf seinen Schützling war der Wittenstein SE-Experte Martin Brand, der auch zum Jurorenteam gehört.

Zum ersten Platz in der Kategorie „Innovation und Kreativität“ gratulierte die begleitende Expertin Anja Brennfleck von der Bartec GmbH den beiden 15-jährigen DOG-Schülerinnen Veronica Nikolic und Helena Brand.

Sie nahmen sich eines typisch weiblichen Problems an, der unterschiedlichen Größe beider Brüste, die nicht nur nach Mamma-Operationen und Brust-Amputationen auftritt: Die von den beiden jungen Damen souverän präsentierten, komplett durchkalkulierten und auswechselbaren BH-Einlagen könnten manches teure Produkt aus dem Sanitätsfachhandel ablösen.

Die beiden jungen Damen lagen eine Nasenspitze weit vor den beiden Weikersheimer Gymnasiasten Alexander Ehrmann und Noah Hasslauer, die in Kooperation mit David Stoll (Roto Dachsystem-Technologie) ein smartes Kinderbett mit Timerbetrieb entwickelten, das Babys sanft in den Schlaf schaukelt.

Sehr praxisorientiert und voll auf der IT-Schiene entwickelten die vier 15-jährigen Weikersheimer Gymnasiasten Johannes Mühleck, David Waldmann, Moritz Pflüger und Moritz Antoni eine Handy-App für Allergiker. Mit ihrem in Kooperation mit Florian Herrmann (m2m systems GmbH) entwickelten Programm können sie böse Allergie-Überraschungen etwa beim sommerlichen Grillfest einen Riegel vorschieben.

Platz 1 im Bereich Ressourcenschonung ging höchst verdient an Leo Goldbach, der mit seinem Hybridsauger „Manni 2.0“ einen solar aufladbaren Handstaubsauger entwickelte – perfekt nicht nur für Camping-Fans, wie auch der Bartec-Experte Alexander Löhr findet. Wetten, dass die Mergentheimer Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium stolz auf ihren 17-jährigen Tüftler ist?

Grill-Drehspieß mit Antrieb

Nur knapp hinter dem Solo-Erfinder lag ein Erfinder-Duo vom Bad Mergentheimer DOG: Dass die beiden 14-jährigen Käpsele Janne Siegismund und Tobija Nied bei ihrer Erfindung eines Grill-Drehspießes fürs Lagerfeuer auf einen mechanischen Antrieb zurückgriffen, begeisterte den Palux-Experten Michael Müller ebenso wie Martin Brand (Wittenstein SE), den das Tüftler-Duo ebenfalls mit ins Erfinderboot geholt hatte.

Fürs ihr begehbares Stationäres Laufrad mit induktiver Ladestation hatten die drei 18-jährigen Schüler der Gewerblichen Schule mit TG und ITG Lukas Arnold, Cristiano Generoso und Moritz Arnold schon länger nach Partnern gesucht. Über den Jugend-Erfinderwettbewerb Kreative Köpfe fanden sie mit Wittenstein, Palux und Würth Industrie Service die perfekten Unterstützer. Selbst das verkleinerte Modell erzeugt schon Strom; um derart vielversprechende angehende Ingenieure könnten sich schon bald Unternehmen reißen.

In Sachen „technische Realisierung“ hatte ein 13-jähriger Bad Mergentheimer Kopernikus-Realschüler die Nase vorn: Julius Stilling entwickelte mit Unterstützung durch den Wittenstein SE-Experten Xaver Schützenmeier einen automatischen Flaschenöffner für Schraubflaschen, der nicht nur in Privathaushalten von Senioren oder Menschen mit Handicap Fans finden dürfte, sondern auch in Heimen, Restaurants und Cafeterien.

Hier fände sich sicher auch eine interessierte Käuferschicht für den automobilen, mit Innenbeleuchtung und auch Kühlakku ergänzbaren Multifunktions-Einkaufswagen, den die beiden St. Bernhard-Realschüler Nico Spang und Felix Kreis in Kooperation mit dem Wittenstein SE-Experten Martin Brand entwickelten.

Bei Vatertagsausflügen könnte diese Erfindung dem traditionellen Bollerwagen ernsthaft Konkurrenz machen.

Ausklappbarer Angelständer

Was die beiden 14-jährigen Weikersheimer Gymnasiastinnen Katharina Habel und Sarah Schneider mit ihrem ausklappbaren Angelständer präsentierten, verdient vollauf die Erstplatziereng in der Kategorie Marktfähigkeit: Stabil und transportabel, urteilte nicht nur der Palux AG-Experte Jan Heß.

Ebenfalls marktreif ist, was Melissa Ibishi und Zina Milod, zwei 14-jährige Schülerinnen der Mergentheimer Eduard Mörike Gemeinschaftsschule erfanden: eine in den Koffergriff integrierbare Gewichtsanzeige, die besonders Vielfliegern äußerst willkommen sein dürfte. Gute Tipps zur Realisierung steuerte Würth Industrie Service-Experte Rick Wonn bei – selbst mehrfacher Kreative Köpfe-Preisträger.

Die Glückwünsche für die Preisträger kamen von allen Seiten: Herzlichst gratulierten Bad Mergentheims Oberbürgermeister Udo Glatthaar, die Stiftungsvorsitzenden Anna-Katharina Wittenstein (Wittenstein SE-Vorstand) und Peter Vogel (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Tauberfranken) und natürlich Wettbewerbsorganisatorin und Iris Lange-Schmalz, die als „gute Seele“ der Kreativen Köpfe immer wieder dafür sorgt, dass der Erfinderfunke überspringt und die Rädchen perfekt ineinandergreifen.

Freie Autorin Berichte, Features, Interviews und Reportagen u.a. aus den Bereichen Politik, Kultur, Bildung, Soziales, Portrait. Im Mittelpunkt: der Mensch.

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