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Migrationsberatung des DRK Tauberbischofsheim - Bundesweiter Aktionstag des Deutschen Roten Kreuzes warb für Angebote und eine bessere Finanzierung

DRK-Kreisverband engagiert sich gegen Rassismus und Ausgrenzung

Begleitung und Beratung von jugendlichen Migranten und erwachsenen Zuwanderern bietet der DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim auch während der Pandemie. Ein Aktionstag rückte diese Arbeit in den Fokus.

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Beratung und Begleitung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz in Deutschland bieten der beim DRK angesiedelte Jugendmigrationsdienst und die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer. © DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim

Tauberbischofsheim. Auf Grundlage des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes kommt eine 25-jährige Drittstaatsangehörige nach Deutschland, um als Pflegekraft zu arbeiten. Für eine Beschäftigung als Krankenpflegerin muss jedoch ihr Berufsabschluss aus ihrem Heimatland anerkannt werden. Daher wendet sie sich zur Beratung an den Jugendmigrationsdienst (JMD) des DRK-Kreisverbandes Tauberbischofsheim, um die Voraussetzungen für eine Anerkennung zu klären.

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Ebenfalls an die DRK-Beratungsstelle gelangt eine 35-Jährige aus einem EU-Mitgliedstaat, die in Deutschland im Rahmen des Gesetzes über die allgemeine Freizügigkeit von Unionsbürgern – kurz genannt Freizügigkeitsgesetz/EU – eine Arbeit sucht. Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) unterstützt die Arbeitssuchende unter anderem bei der Recherche, Erstellung eines Lebenslaufs und Kontaktaufnahme mit Arbeitgebern.

Dies sind nur zwei von zahlreichen Beispielen für die vielfältigen Aufgaben und Aktivitäten des JMD und der MBE beim DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim. Um verstärkt die Profile und Angebote beider Migrationsberatungsdienste in den Fokus zu stellen und für eine Verbesserung der Finanzierungssituation der Programme zu werben, fand in der vergangenen Woche ein bundesweiter Aktionstag statt, an dem sich verschiedene Wohlfahrtsverbände wie etwa das Deutsche Rote Kreuz beteiligten.

Eine von vier Säulen

Der JMD ist als Teil der Bundesinitiative „Jugend Stärken“ neben der MBE, den Integrationskursen und den berufsbezogenen Deutschkursen eine der vier Säulen bundesgeförderter Integrationsinstrumente. Dabei werden junge Menschen vom zwölften bis zum 27. Lebensjahr mit Einwanderungsgeschichte durch individuelle Unterstützung, Gruppenangebote sowie eine intensive Vernetzung mit Schulen, Ausbildungsbetrieben, Integrationskursträgern und der Jugendhilfe begleitet.

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Kernstücke der JMD-Arbeit sind sowohl mehrsprachige Beratung, Case Management, sozialpädagogische Begleitung während der Integrationskurse, Quartiers- und Bildungsangebote als auch eine datensichere Onlineberatung. Gefördert werden die bundesweit rund 500 JMD-Beratungsstellen durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

„Die JMD sind grundlegend präventiv tätig und stehen für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Sie wirken mit ihrer interkulturellen und diskriminierungskritischen Arbeit Rassismus und Ausgrenzung entgegen und tragen zur Förderung des sozialen Friedens bei“, erklärt Felix Müller, Leiter der Migrationsdienste beim DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim. Mit dem Programm „Respekt Coaches“ (www.jmd-respekt-coaches.de) ist der JMD inzwischen auch direkt an Schulen tätig, um mit Angeboten für alle Klassenstufen Respekt, Toleranz und den Abbau von Vorurteilen unter Schülerinnen und Schülern mit und ohne Einwanderungsgeschichte zu begünstigen. Dieses Programm soll im Rahmen des Maßnahmenpakets des Bundes gegen Extremismus und Rassismus weiter ausgebaut werden. Auch beim DRK Tauberbischofsheim wird künftig ein Programmstandort angesiedelt sein, um das Präventionsprogramm im Main-Tauber-Kreis anzubieten.

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Zuverlässige Begleitung

„Auch während der Pandemie und der Schließung vieler Einrichtungen wurden und werden Ratsuchende zuverlässig begleitet“, betont Müller. Im Jahr 2020 wurden bundesweit 115 000 junge Menschen aus 180 Nationen beraten, davon rund 230 alleine beim Tauberbischofsheimer DRK-Kreisverband. Um eine Erreichbarkeit für junge Ratsuchende in Pandemiezeiten zu gewährleisten, haben die JMD ihre Arbeitsplattformen weiterentwickelt. So wurden Beratungen, Gruppen- und Bildungsangebote verstärkt per Mail, Telefon oder Videokonferenz angeboten. Weitere Impulse zur Entwicklung der virtuellen JMD-Arbeit werden aktuell im Modellprojekt „JMD digital“ erarbeitet.

Die gleichfalls bundesgeförderte MBE ist Bestandteil des Integrationsangebotes des Bundes und bietet seit 2005 anerkannte Anlauf- und Beratungsstellen für Menschen mit Einwanderungsgeschichte in ganz Deutschland. Auch hier gehört das DRK zu den Wohlfahrtsverbänden, die entsprechende Angebote offerieren.

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„Die sozialpädagogische Beratung und Begleitung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte wird durch Netzwerkarbeit im örtlichen Gemeinwesen ergänzt“, berichtet Müller. Partner seien vor allem die Jugendmigrationsdienste, der DRK-Suchdienst, Ausländerbehörden, Leistungsträger nach SGB II, die Agentur für Arbeit, Integrationskursträger, Anerkennungsstellen, Migrantenorganisationen, Bildungsträger und Fachberatungsstellen. Auch hier besteht mit der Messenger App MBEon ein spezifisches Online-Beratungsangebot.

640 Beratungen vor Ort

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr in der MBE etwa 305 300 Beratungsfälle gezählt. Zuzüglich der über 210 600 mitberatenen Familienangehörigen konnten somit bundesweit insgesamt fast 516 000 Personen erreicht werden. Davon entfielen auf den DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim etwa 640 Beratungsfälle.

Wie verlässlich und systemrelevant die MBE vor Ort sei, habe sich ebenfalls innerhalb der pandemiebedingten Krisensituation verstärkt gezeigt. „Während Maßnahmen zur Einschränkung der Ausbreitung des Covid-Virus die Arbeiten vieler Behörden und sozialer Einrichtungen behinderten, konnten wir mit den JMD- und MBE-Stellen trotz dieser Einschränkungen die Beratungsarbeit – wenn auch teilweise auf digitalen Wegen – durchweg sicherstellen“, resümiert Müller. „Damit haben meine Kolleginnen im JMD und MBE einmal mehr ihr hohes Engagement bewiesen und ein qualitativ hochwertiges Beratungsangebot aufrechterhalten“, unterstreicht er.

Weitere Informationen und Kontakt: DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim, Migrations- und Suchdienste, Mergentheimer Straße 30, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon: 09341/92 05 0, Fax: 09341/92 05 99, E-Mail: jmd@drk-tbb.de, mbe@drk-tbb.de, suchdienst@drk-tbb.de oder www.drk-tbb.de im Internet.

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