Vortrag - Diplom-Agraringenieur Rolf Brauch sprach beim Kreisbauernverband Main-Tauber in Markelsheim "Die Stärken herausarbeiten und Schwächen ansprechen"

Von 
Klaus T. Mende
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Markelsheim/Main-Tauber-Kreis. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb - im Grunde genommen ein starkes Konstrukt. Es birgt bisweilen aber auch Konfliktpotenzial, wenn diverse Spielregeln nicht eingehalten werden.

Diplom-Agraringenieur Rolf Brauch bei der Buchvorstellung auf dem Jakobshof in Markelsheim.

© Klaus T. Mende
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Diplom-Agraringenieur Rolf Brauch hat mit drei Mitstreitern versucht, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, um so ein gutes und erfolgreiches Zusammenspiel von Familie und Hof zu ermöglichen. Herausgekommen ist, nach zweijähriger intensiver Autorenarbeit, ein Buch mit dem Titel "Der landwirtschaftliche Familienbetrieb - Stärken nutzen, Herausforderungen meistern", das Rolf Brauch jetzt bei einer Veranstaltung des Kreis-Bauernverbandes Main-Tauber auf dem Jakobshof von Conny und Thomas Lehr in Markelsheim vorstellte.

Überlastung sorgt für Konflikte

Rolf Brauch weiß, wovon er spricht. In seiner Funktion als Berater und Seelsorger der evangelischen Landeskirche kennt er die Probleme in landwirtschaftlichen Familienbetrieben, wenn denn einiges "gegen den Strich" läuft. Wo Harmonie herrschen könnte, sorgen Themen wie Überlastung, Hofübergabe oder Generationenkonflikte für Spannungen, unter denen alle Beteiligte sehr leiden und die gar bis zur Hofaufgabe führen können. All das müsse nicht sein, ist Brauch überzeugt, wenn denn alle Seiten zumindest etwas Kompromissbereitschaft an den Tag legten und nicht nur stur auf ihre Standpunkte pochten.

Dieses Buch, es ist Anfang Oktober auf den Markt gekommen, sei ein Ratgeber, um den gordischen Problemknoten aufzulösen, wenn die Situation denn erst einmal verfahren sei, und Wege aus der Sackgasse zu suchen.

Neue Blickrichtungen

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Neue Blickrichtungen, auf die eingegangen werde, sollten Anstoß sein, um Veränderungen im täglichen Miteinander einzuleiten. Es solle geholfen werden, die Bereiche Wahrnehmung und Kommunikation auf den Weg zu bringen, die eigene Familie sowie den Betrieb einzuschätzen, Potenziale zu erkennen, um sie so ins tägliche Leben einzubauen, dass es letzten Endes allen gut gehe.

"Familie und Hof - ein Familienbetrieb bildet zwei große Systeme", machte Rolf Brauch deutlich. Hier müsse ein Übergang gefunden werden, um einen Systemwechsel zu ermöglichen, der letztlich die Basis dessen sei, dass das gesamte Konstrukt gut funktioniere. Es müsste eine strikte Trennung zwischen beiden Bereichen erfolgen.

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Der Familienbetrieb lebe in erster Linie von einer guten Paarbeziehung. Wenn die klappe, strahle dies auf jeden aus, der Zusammenhalt werde gefördert und unterm Strich profitiere davon auch die harte Arbeit auf dem Hof, "auf dem es in erster Linie um Zahlen, Fakten, Daten geht." Wenn es jedoch im Privaten krisele, dann führe dies oft dazu, dass sich diese Probleme über kurz oder lang auf den geschäftlichen Bereich übertrage und automatisch zu (unüberbrückbaren) Differenzen führe.

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Dem müsse frühzeitig entgegengesteuert werden, indem die Zeichen der Zeit erkannt würden, so der Buchautor, bevor die Karre vollends an die Wand gefahren sei. "Wehret den Anfängen", um frühzeitig die Wurzel des Übels beseitigen können. Es gelte, die Stärken eines jeden herauszuarbeiten und ihnen einen fruchtbaren Boden zu bieten, auf dem sie erfolgreich eingebracht werden könnten. Im Gegenzug sei es erforderlich, Schwächen offen anzusprechen, nicht auf ihnen herumzureiten, sondern ihnen den Garaus zu bereiten.

Viele gute Tipps

Dann sei der Weg bereitet, um den Familienbetrieb mit der Unterstützung aller in eine gute Zukunft zu führen. Das vorliegende Buch, aus dem Rolf Brauch im weiteren Verlauf einige Leseproben gab, biete viele gute Tipps, um solch eine Entwicklung zu fördern.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt