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Leserbrief - Zu „Enteignung durch die Hintertür“ (FN, 9. Februar)

„Die Missstände beseitigen“

Von 
Leserbrief-Schreiber: Jens Freudenberg
Lesedauer: 

Ja, Insektenschutz ist wichtig, sind doch Insekten ein wichtiges Glied in der Nahrungskette vieler unserer Wildtiere.

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Aber bevor die Politik mit immer mehr Verordnungen und Auflagen über unsere Landwirte zu Felde zieht, sollte sie erst einmal die von ihnen selbst geschaffenen Missstände beseitigen.

Fangen wir mit dem Lebensraum Hecke an, gerade im mittleren Taubertal haben sich große zusammenhängende Heckenlandschaften gebildet, die vielen Insekten, Kleinlebewesen und Singvögeln Lebensraum bieten. Diese Heckenlandschaften wurden – von oben angewiesen – weitgehend gerodet. Übrig geblieben sind schmale Streifen, die im Sommer viel zu schnell austrocknen und somit als Lebensraum für die meisten Arten nicht geeignet sind.

Damit es kein Missverständnis gibt: die durch die Rodung entstandenen Grasflächen sind auch wichtige Lebensräume, aber im Verhältnis gesehen ist zu viel Grasland geschaffen worden. Zu wenig vom Lebensraum Hecke ist übrig geblieben. Nebenbei bemerkt: große Hecken absorbieren viel CO2 – Grasland so gut wie nichts.

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Kommen wir zu den Blühflächen (Bienenprogramm): Um den Bienen zu helfen, werden von den Landwirten (staatlich gefördert) Blühflächen angelegt. Für die Bienen eine ganz tolle Sache. Aber wie sieht es mit den vielen Insektenarten aus, die eine mehrjährige Entwicklung haben – zum Beispiel die Falter? Von diesen Flächen angelockt, nehmen sie den vermeintlichen Lebensraum an und legen Ihre Brut an den Stängeln der Blühpflanzen ab. Dumm nur, dass im Winter der Landwirt die Blühflächen unterpflügt und dabei die gesamte Insektenbrut vernichtet. Aber bitte, der Landwirt hat hier wirklich keinerlei Schuld, denn er bekommt für diese Blühflächen nur Geld vom Staat, wenn er genau so handelt. Das nenne ich staatlich angeordnete und subventionierte Arten-Vernichtung. Es wäre sinnvoller, diese Flächen erst nach drei bis vier Jahren zu bearbeiten, zumal sich die meisten Blühpflanzen selbst erneuern. Ein erfreulicher Nebeneffekt wäre, dass weniger Maschinen-Einsatz erforderlich wäre, was unserer Umwelt zugute käme. Natürlich sollte der Landwirt dadurch keine finanziellen Einbußen haben.

An dieser Stelle möchte ich klarstellen, dass ich nichts gegen Hauskatzen habe, auch wenn ich Jäger bin, dem man gerne das Gegenteil unterstellt. Ich muss aber auch auf das Problem „Katzen in der freien Natur“ eingehen. Dass die verwilderte Hauskatze der größte Prädator für unsere Singvögel ist, haben unabhängige wissenschaftliche Studien bewiesen, dennoch hat die Grün dominierte Landesregierung die verwilderte Katze faktisch geschützt. Das führt dazu, dass durch die stark invasive Katze nicht nur unsere Singvögel leiden, sondern auch Arten wie zum Beispiel der vom Aussterben bedrohte Feldhamster. Ich weiß nicht, wie Sie als Leser die Sache beurteilen, aber ich und unsere Artenvielfalt brauchen keine Politiker, die so etwas zu verantworten haben.

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