Katholische Arbeitnehmerbewegung - Im "Clearinghaus" von Caritas Don Bosco für minderjährige Flüchtlinge informiert Bei Streit sind klare Ansagen der Betreuer gefragt

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Main-Tauber-Kreis. Ihre Häuser und Schulen sind zerbombt, Eltern und viele Verwandte getötet. Viele haben das stark zerstörte Syrien verlassen. Sie fliehen als Minderjährige und leben in fremden Ländern mit einer ungewissen Zukunft. Über das Schicksal dieser Kinder und Jugendlichen haben sich Mitglieder der KAB aus dem Main-Tauber-Kreis bei Caritas-Don Bosco Würzburg im "Clearinghaus" für unbegleitete minderjährige Flüchtling informiert. In einem regen Austausch wurde von Heimleiterin Hajduk ein umfassender Einblick in die derzeitig aktuelle Situation, den gesetzlichen Ablauf des Verfahrens und das Schicksal der Kinder sowie ihre Zukunft gegeben.

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In elf Einrichtungen betreut die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Bosco deutschlandweit derzeit 373 Minderjährige. Davon, so Hajduk, 149 Jugendliche aus 23 Nationen in Würzburg. Es sind Jugendliche mit unterschiedlicher Sprache, Schulausbildung, Religion und sozialer Herkunft. Einige der Jugendlichen können weder schreiben noch lesen. In 13 Gruppen, bei Caritas-Don Bosco ausschließlich Jungen, werden die Jugendlichen rund um die Uhr von pädagogischen Mitarbeitern betreut. Sie sorgen dafür, dass das alltägliche Leben gelingt und Fachkräfte sich um traumatisierte Flüchtlinge kümmern.

Bei ihrer Arbeit mit den jungen Menschen, so Hajduk, ist es das Ziel aller Mitarbeiter, sich ihnen ganz im Sinne des italienischen Erziehers und Priesters Don Bosco anzunehmen. Das seien hochgesteckte Ziele, so Diakon Nenno, aber es stellen sich doch für ihn, wie für einige andere Teilnehmer, weitere Fragen: Wie ist das Zusammenleben der Jugendlichen untereinander, in den Gruppen? Gibt es Reibereien, Schlägereien und religiöse Probleme insbesondere gegenüber den Christen?

Probleme auf Grund der verschiedenen Religionen, so Hajduk, gebe es nicht. Reibereien kämen zwar vor, doch bewegten sich diese im Rahmen, wie sie auch bei deutschen Jugendlichen vorkämen. Streit über Aufräumen oder Putzen oder gar persönliche Beleidigungen gebe es auch. Wenn solche Vorkommnisse geschehen, sei eine klare und konsequente Haltung und Ansage der Mitarbeiter gefordert.

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Überwiegend, so Hajduk weiter, seien die Jugendlichen aufgeschlossen, wissbegierig, hilfsbereit und brächten sich in das alltägliche Leben ein. Caritas-Don Bosco biete ein Ersatz-Zuhause auf Zeit.