Beispielhaftes Bauen - 14 Objekte im Main-Tauber-Kreis ausgezeichnet / Urkunden und Plaketten an die Preisträger überreicht Bauten tragen ihren Teil zur Lebensqualität bei

Von 
Hans-Peter Wagner
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Beispielhaftes Bauen ausgezeichnet: Das Bild zeigt die Auszeichnenden und Gastgeber (von links) Werbachs Bürgermeister Ottmar Dürr, Reinhard Frank (Landrat des Main-Tauber-Kreises und gleichzeitig Schirmherr des Wettbewerbs), Moderatorin Carmen Mundorff (Architektenkammer Baden-Württemberg) mit der Bronzeplakette, Stephan Weber (Vizepräsident der Architektenkammer Baden-Württemberg und Vorsitzender der Jury) und Roland Johannes (Ortsvorsteher von Gamburg).

© Hans-Peter Wagner

Zahlreiche Objekte von "Beispielhaftem Bauen" im Main-Tauber-Kreis wurden am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus Gamburg ausgezeichnet.

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Gamburg. Das Dorfgemeinschaftshaus in Gamburg stand am Freitagabend ganz im Zeichen von Auszeichnungen für "Beispielhaftes Bauen Main-Tauber-Kreis 2010 - 2017". Insgesamt 14 Objekte wurden in dem von der Architektenkammer Baden-Württemberg und dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis ausgerichteten Wettbewerb mit Urkunde und Plakette gewürdigt. Zeit nah eröffnete man eine Ausstellung, welche näher auf die Preisträger eingeht.

Reinhard Frank, Landrat des Main-Tauber-Kreises und gleichzeitig Schirmherr des Wettbewerbs für Baukultur, sagte zur Begrüßung, man lebe insbesondere touristisch davon, dass Vorgänger in einer wunderschönen Kulturlandschaft architektonisch Schönes geschaffen hätten. Jedoch würden auch profane Bauten beispielhaft errichtet.

Hier gelte es, die Architekten zu loben, die vieles in Übereinstimmung brächten, auf Qualität und menschliches Wohnen Wert legten, Behaglichkeit mit modernen Mitteln schafften. Zu loben seien natürlich auch die Bauherren. So habe sich der Landkreis bei dem Projekt "Neue Psychiatrie - Erweiterung Krankenhaus Tauberbischofsheim" für das am kühnsten herausragende Modell entscheiden.

Qualität und Nachhaltigkeit

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Insgesamt habe man, so der Landrat, tolle Projekte auszeichnen dürfen. Bauherren und Architekten hätten sich verdient gemacht, die Kulturlandschaft in vielfältiger Weise bereichert. Bei den Auszeichnungen seien auch Qualitäten wie Nachhaltigkeit oder Klimaschutz gewürdigt worden. Die Leuchttürme der Architektur trügen ihren Teil dazu bei, die Lebensqualität hochzuhalten, auch damit der Landkreis weiter prosperieren könne.

Stephan Weber, Vizepräsident der Architektenkammer Baden-Württemberg und Vorsitzender der Jury, erzählte aus deren Arbeit. In der Jury seien nicht nur Architekten gewesen, sondern auch Architektenlaien. Dies habe spannende Tage gebracht, kontroverse Debatten ermöglicht. Weber informierte, insgesamt seien 55 Arbeiten zugelassen worden, 22 in die engere Wahl gekommen. Die Jury habe diese Projekte alle besichtigt und schließlich 14 Auszeichnungen ausgesprochen.

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Das eigentlich Spannende sei die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Arbeiten gewesen, äußerte der Jury-Vorsitzende. Man habe ausgesprochen hohes architektonisches Niveau vorgefunden, künstlerische und intellektuelle Leistung gefunden. Wie steht das Objekt im räumlichen Zusammenhang, sei eine der Fragen gewesen, ist es einem Leitmotiv folgend, ein Konzept erkennbar? Wie sei die Einbindung von Materialien, von Gestaltung, von Freiräumen erfolgt, belebe das Gebäude den Raum?

Beispielhaftes geschaffen

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Als beispielhaft erkannt worden seien, so Weber, auch Angemessenheit, die Verantwortung für die Umgebung, Nachhaltigkeit auch für Allgemeinheit oder Achtsamkeit. Schließlich habe auch Frage bewegt: "Wollen wir hier zu Gast sein?" Subjektive Momente hätten eine Rolle gespielt, bei diesem Bauchgefühl sei die Jury jedoch meist einig gewesen. Gute Architektur, erkannte der Fachmann, gelinge nur, wenn Bauherr und Architekt sich einigermaßen einig seien. Er gratulierte allen Preisträgern, diese hätten "überdurchschnittlich Beispielhaftes geschaffen".

Carmen Mundorff (Architektenkammer Baden-Württemberg) moderierte die Preisverleihung, stellte die einzelnen Objekte in hinreichender Beschreibung vor, benannte die architektonischen Besonderheiten. Frank und Weber nahmen die Preisverleihung vor, überreichten jeweils Urkunde und Bronzeplakette.

Ausgezeichnet wurden 14 Objekte. Zuerst "Neue Psychiatrie - Erweiterung Krankenhaus Tauberbischofsheim", "Forum in der Au" (Bad Mergentheim), "Energetische Sanierung Wohnhaus" (Gissigheim), "Erweiterung Wohnhaus Schmitt" (Weingasse Bad Mergentheim), "Umbau einer alten Hofstelle" (Wittighausen), "Umnutzung einer Hofanlage" (Schäftersheim) und "Küchenanbau und Erweiterung der Gastronomie auf der Burg Wertheim".

Weiter ging es mit "Neue Ortsmitte in Gamburg mit Dorfgemeinschaftshaus und Dorfplatz", "Wittenstein Innovationsfabrik" (Igersheim), "Hieber AG - Betriebserweiterung und energetische Sanierung des Betriebsgebäudes" (Weikersheim), "Neubau Milchviehstall" (Badholzsiedlung Königheim), "Neubau Feuerwache Wertheim", "Haus Seewald" (Boxberg) sowie "Umbau und Modernisierung Wohnhaus Kaulbersch" (An der Romantischen Straße Schäftersheim).

Werbachs Bürgermeister Ottmar Dürr sprach während der Auszeichnung auch für Gamburgs Ortsvorsteher Roland Johannes und sagte, bereits bei der offiziellen Einweihung des Gamburger Dorfgemeinschaftshauses sei deutlich gemacht worden, in der neuen Gamburger Mitte sei ein Begegnungszentrum der Generationen entstanden.

Veranstaltungen unterschiedlicher Art bedeuteten Garanten für eine lebendige Dorfgemeinschaft. Dürr wandte sich abschließend an die Politik mit der Aufforderung:"Vergessen Sie die ländlichen Räume nicht".

Architektin Christine Jouaux, Vorsitzende der Kammergruppe Main-Tauber-Kreis, eröffnete die Ausstellung zum Thema "Beispielhaftes Bauen Main-Tauber-Kreis 2010 - 2017". Diese Ausstellung war am Freitag zu sehen im oberen Stockwerk des Dorfgemeinschaftshauses in Gamburg und wird bis kurz vor Weihnachten iim Rathaus in Weikersheim zu besichtigen sein. Wer die Ausstellung selbst zeigen möchte, kann sich darum bewerben. Die prämierten Objekte sind zudem im Internet mit Hilfe einer App sowie in einer Broschüre umfangreich dokumentiert.

Das Bläserensemble der Eiersheimer Musikanten sorgte bei der Veranstaltung für die musikalische Umrahmung, spielte abschließend "Das Badnerlied". Nach dem offiziellen Teil kam es zu vielen Gesprächen, manch einer der Gäste schaute sich mit großem Interesse die Exponate der Ausstellung an.