Austausch ohne Distanz

Elisa Katt zum Wahlkarussell, das erstmals in digitaler Form stattfand

Von 
Elisa Katt
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Keine Infostände in Fußgängerzonen, keine großangelegten Veranstaltungen und kein Klingeln an Haustüren – der Wahlkampf der Parteien leidet unter der Pandemie. Warum das aus Wählersicht nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, zeigte die digitale Version des Wahlkarussells: Am Donnerstagabend standen allein die Kandidaten und ihre Argumente im Mittelpunkt. Statt mit ausgeklügelten Kampagnen und kleinen Werbegeschenken mussten sie mit Worten überzeugen, und dabei ging es (zumindest die meiste Zeit) nicht um Selbstdarstellung, sondern um die Fragen, die junge Menschen im Kreis bewegt.

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Ohne die Distanz einer Bühne, sondern in der konzentrierten Atmosphäre einer Video-Konferenz begegneten sich Landtagskandidaten und Jugendliche gerade im Speed-Dating auf Augenhöhe. Die Teilnehmenden wiederum gingen nicht zimperlich mit den Politikern um, fühlten den fünf Kandidaten mit kritischen Fragen auf den Zahn und bewiesen so, was eigentlich spätestens seit der Fridays for Future Bewegung klar sein sollte: Das Bild einer unpolitischen Jugend ist in aller Regel ein veraltetes Klischee. An dieser Stelle ein Lob an den Kreisjugendring: Er hat eine gut durchdachte Veranstaltung auf die Beine gestellt, bei der technisch alles glatt lief. Einzig eine längere „Speed-Dating“-Runde wäre wünschenswert.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim