Weltkrebstag - In der Pandemie igeln sich viele Patienten ein, sind verunsichert und legen alle Aktivitäten auf Eis / Persönliche Beratung und Bewegung helfen Angstvollen Betroffenen Mut machen

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Die Diagnose „Krebs“ ist für die Betroffenen ein Schock. Umso wichtiger sind Beratung und Hilfestellungen. © AOK

Corona lässt viele andere Erkrankungen in den Hintergrund treten. Notwendige Behandlungen werden teilweise verschoben. Dies ist insbesondere für Krebspatienten eine zusätzliche Belastung.

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Main-Tauber-Kreis. Rund 500 000 Menschen erhalten pro Jahr in Deutschland die Diagnose Krebs. Im Main-Tauber-Kreis erkrankten 2019 75 AOK-Versicherte an Brustkrebs und 86 an Darmkrebs. Der Weltkrebstag am 4. Februar weist auf ihr schweres Schicksal hin. Die AOK Heilbronn-Franken unterstützt auch in der Corona-Pandemie durch persönliche Beratung sowie die Vermittlung von Selbsthilfegruppen.

„Eine Krebsdiagnose löst bei den Betroffenen Todesängste, Wut und Hilflosigkeit aus. Sie benötigen dann viel Unterstützung und Aufklärung“, sagt Barbara Welle vom Sozialen Dienst der AOK. Zusammen mit ihrer Kollegin Josephine Pape betreut sie 275 gesundheitlich orientierte Selbsthilfegruppen in Heilbronn-Franken, von denen sich 26 dem Krebs widmen. Im Main-Tauber-Kreis sind 62 Selbsthilfegruppen aktiv, davon sechs für Krebspatienten. Die AOK Heilbronn-Franken unterstützt diese wichtige Arbeit der Selbsthilfegruppen organisatorisch und mit Geldmitteln. So werden Projekte finanziert und Veranstaltungen ermöglicht.

„Betroffene sollten nicht allein bleiben mit ihrem Schmerz und ihrer Angst. Gespräche unter Gleichgesinnten helfen, informieren und machen Mut“, erklärt Diplom-Sozialarbeiterin Welle. Da allerdings die Krebspatienten zu den von Corona besonders gefährdeten Personengruppen zählen, sind Gruppentreffen aktuell nicht möglich. Umso wichtiger sind persönliche Beratung und individuelle Hilfestellungen. Wo Betroffene, die Familie und andere Bezugspersonen praktische, soziale und psychologische Unterstützung finden, zeigt der Soziale Dienst der AOK.

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Barbara Welle: „Die Pandemie hat bewirkt, dass sich viele Patienten komplett einigeln und sämtliche Aktivitäten einstellen. Dies ist die schlechteste Lösung.“ Wird die körperliche Aktivität über mehrere Wochen eingestellt, so hat dies auf den Körper nachweislich erhebliche negative Effekte: Bereits nach wenigen Tagen steigt der Blutzuckerspiegel, der Stoffwechsel wird heruntergefahren und auf Dauer steigt der Blutdruck. Zudem kommt es zu einem Verlust der Ausdauerfähigkeit und die Muskelkraft nimmt ab.

Fettzellen begünstigen Krebs

So führt ein inaktiver Lebensstil häufig zu Übergewicht. In den Fettzellen spielen sich Prozesse ab, die das Entstehen verschiedener Krebsarten begünstigen. Ein hoher Körperfettanteil erhöht das Krebsrisiko für insgesamt 13 Krebsarten.

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„Gerade jetzt, während des aktuell geltenden Lockdowns, ist körperliche Aktivität besonders wichtig: Sie wirkt sich positiv auf die Psyche aus und stärkt das Immunsystem“, erläutert Sozialpädagogin Josephine Pape und ergänzt: „Es gibt auch in Coronazeiten ausreichend Möglichkeiten, sein Leben bewegungsreich zu gestalten.“ Als Aktivitäten nennt sie zum Beispiel Spaziergänge im Wald, Joggen oder Walken auf wenig frequentierten Strecken sowie Fitness- und Gymnastikübungen zuhause.