Tourismus - Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr liegt für das Gebiet Franken, zu dem auch das „Liebliche Taubertal“ gehört, vor Allein 2020 über 2,5 Milliarden Euro Verlust in Folge der Corona-Pandemie

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tlt
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Main-Tauber-Kreis. Der Tourismusverband Franken hat im Jahr 2020 beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) an der Universität München eine Studie zur Struktur und ökonomischen Bedeutung des Tourismus in Auftrag gegeben. Die nun vorliegenden Ergebnisse aus dem Jahr 2019, die auch das „Liebliche Taubertal“ berücksichtigen, unterstreichen, dass der Tourismus weiterhin ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist. Im Jahr 2020 bremste die Corona-Krise das touristische Geschehen ab. „Die Branche trifft es extrem hart und sie wird eine lange Erholungsphase benötigen“, berichtet das dwif.

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Der Tourismus ist eine klassische Querschnittbranche. Egal ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister oder Zulieferer wie regionale Produzenten und Handwerksbetriebe – es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert, heißt es im Vorwort der Studie zur Struktur und ökonomischen Bedeutung des Tourismus in Gesamtfranken. Deshalb lohnen sich Investitionen von Kommunen und Unternehmen in die tourismusbezogene Infrastruktur, in konkrete Produkte und in die touristische Vermarktung, empfiehlt die Studie des dwif. „Der Tourismus ist Umsatzbringer und leistet über Steuereinnahmen einen Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte. Er schafft und sichert Arbeitsplätze und steigert örtliche Attraktivität und Lebensqualität.“

Rund 10,4 Milliarden Euro touristischer Umsatz im Jahr konnten für die Verbandsgebiete des Tourismusverbands Franken nachgewiesen werden. Damit hat die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus erneut zugelegt – auch in der Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“. „Hier stellen wir – unter Berücksichtigung der bayerischen Mitgliedsstädte und -gemeinden – einen Bruttoumsatz von rund 450 Millionen Euro aus Übernachtungs- und Tagesbesucherverkehr fest“, sagt Geschäftsführer Jochen Müssig. „Dieser Bruttoumsatz führt wiederum zu einem absoluten touristischen Beitrag zum Primäreinkommen von 224,8 Millionen Euro, somit einem Äquivalent von rund 9182 Personen.“

Bei einem Nettoumsatz von 404 Millionen Euro fließen rund 10,1 Millionen Euro als Steueraufkommen an die Kommunen zurück. Inflationsausgleich und Lohnsteigerungen sind hierbei nicht berücksichtigt.

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Laut dwif-Studie stammt der Umsatz zu 31,9 Prozent aus Übernachtungen in gewerblichen Unterkünften, zu 6,2 Prozent von so genannten VFR-Touristen (für die der Besuch bei Freunden oder Verwandten Teil der Reise ist), zu 3,7 Prozent aus Übernachtungen in Privatunterkünften und zu zwei Prozent aus Übernachtungen auf Campingplätzen.

Hoher Anteil von Tagestourismus

Der Tagestourismus sorgt für rund 56 Prozent des Gesamtumsatzes, zum Beispiel im Einzelhandel, bei den Dienstleistungen und in der Gastronomie. Dieser Wert hat sich in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Im „Lieblichen Taubertal“ wurden im Jahr 2019 rund 7,5 Millionen Tagesbesucher gezählt.

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Die Intensität des touristischen Geschehens kann an vergleichenden Darstellungen zu den anderen 14 Gebietsausschüssen im Verbandsgebiet Franken abgelesen werden. Das „Liebliche Taubertal“ erreichte im Jahr 2019 bereits 15,8 Übernachtungen pro Einwohner. Das ist der zweithöchste Wert im gesamten fränkischen Urlaubsgebiet.

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Die durchschnittlichen Tagesausgaben eines Übernachtungsgastes wurden ebenfalls erhoben. Im Vergleich der 15 Gebiete im Tourismusverband Franken nimmt das „Liebliche Taubertal“ mit rund 106 Euro den achten Platz ein. Höhere Ausgaben wurden beispielsweise in der Städteregion Nürnberg, im Steigerwald oder im Fränkischen Weinland ermittelt.

Die Corona-Krise trifft die Tourismusbranche extrem hart, stellt das dwif in seinem „Corona-Kompass“ fest. In Franken berechnet das dwif 2,56 Milliarden Verlust durch Umsatzausfall von März bis September 2020. „Der Tourismusverband ‚Liebliches Taubertal’ setzt in Zeiten von Corona neben Print- und analogen Medien vor allem auf die digitale Vertriebsschiene“, erklärt Geschäftsführer Jochen Müssig. Hoffnung auf einen guten Re-Start machen aktuell sinkende Infektionszahlen und der Beginn von Impfungen gegen das Virus in Verbindung mit der bereits erfolgten leichten Erholung der Zahlen zwischen Juli und September 2020. tlt