VPN nutzen: Darauf sollten Nutzer achten

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Abbildung 1: Wer unterwegs im Netz surft, sollte dafür ein VPN verwenden. Auf diesem Weg lassen sich die Daten deutlich besser schützen. Bildquelle: @ Jospeh Frank / Unsplash.com © Jospeh Frank / Unsplash.com

Datensicherheit ist ein großes Thema. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass die eigenen Daten unbedingt geschützt werden müssten, doch oftmals bleibt offen, wie dies gut und sicher gelingt. Zumal die meisten User schlichtweg eine Lösung suchen, die einfach und komfortabel ist. An dieser Stelle kommt das VPN – virtual private Network – ins Spiel. Es ist komfortabel, bietet eine große Sicherheit und hat noch einige weitere Vorteile in der Hinterhand. Wie das VPN die Datensicherheit im Netz erhöht, zeigt dieser Artikel.

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Was ist ein VPN?

Ein VPN ist ein Netzwerk, welches rein virtuell, dafür aber privat ist. Der Clou an diesem Netzwerk ist, dass es nicht für einen einzigen User gedacht ist, sondern für alle User offen steht, die dieses Netzwerk auswählen. Ein einzelner User ist sprichwörtlich nur noch ein Fisch im großen Teich und somit nicht individuell auswählbar. Das bedeutet:

  • Datenversand – wenn sich viele User einen Teich teilen, dann ist es kaum möglich, herauszufinden, welcher der User nun die Daten ins eigentliche Internet schickt. Die Nachverfolgung von Daten ist somit nicht mehr möglich und Betrüger können beispielsweise Zugangsdaten zum Onlinebanking nicht mehr abfangen. Sie könnten eventuell das Passwort erhalten, nicht aber die Seite, den Benutzernamen oder sonstige Elemente, die wichtig sind, um das Passwort einsetzen zu können.
  • Nachverfolgung – auch die eigenen Online-Aktivitäten sind nicht mehr nachverfolgbar. Für Tracking-Cookies sind VPN-Nutzer praktisch wertlos, da sie nicht auf die Person an sich zurückzuführen sind.
  • Außer Haus – gerade im mobilen Bereich ist das VPN ein echter Schutzfaktor. Wer sich häufiger in öffentliche Netze einwählt, der steht ohne ein VPN unter stetiger Beobachtung. Hacker nutzen diese Netze gerne, um an empfindliche Daten zu gelangen. Gerade Cafés oder Bahnhöfe sind mit den freien WLAN-Angeboten ein beliebtes Ziel. Wer hier Onlinebanking betreibt oder andere empfindliche Daten preisgibt, der muss immer damit rechnen, dass Hacker die Daten abfangen und für sich nutzen. Ein VPN verhindert dies.

Aber wie kann ein VPN genutzt werden? Längst gibt es verschiedene Modelle:

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  • Router – einige Router bieten ein VPN inklusive an. Das Problem ist natürlich, dass alle Verbindungen in diesem LAN- und WLAN-Bereich nun über ein VPN laufen, was mitunter das Einloggen im medialen Bereich erschweren kann. Zudem schützt das VPN nur die Geräte, die sich innerhalb des WLAN bewegen.
  • Installation – andere Dienste werden, ähnlich eines Virenschutzprogramms, auf dem Rechner oder Smartphone installiert. Vorteilhaft ist, dass diese schon beim Start gestartet werden können. Es ist also schwierig, die Aktivierung des VPN zu vergessen. Einige Virenschutzprogramme bieten mittlerweile schon ein inkludiertes VPN an. Reine VPN-Programme lassen sich oft mittels Mehrfachnutzungslizenzen auf verschiedenen Geräten installieren. Der Vorteil: Es ist nur ein einziges Konto notwendig.
  • Webbasiert – bei dieser Lösung erstellen Nutzer ein Konto bei einem Web-VPN. Möchten sie es nutzen, so loggen sie sich auf der Seite ein und wählen die gewünschte IP aus. Diese Option ist gerade für unterwegs ideal, birgt aber immer die Gefahr, dass die Aktivierung vergessen wird. Tipp: Den Dienst als mobile Startseite hinterlegen.

Welche Vorteile bringt es?

Sicherheit ist natürlich das oberste Gebot eines VPN. Doch abseits dieser gibt es durchaus mehrere Vorteile:

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  • Länder-IP – Nutzer können wählen, aus welchem Land sie sich virtuell einwählen. Das kann etliche Vorteile bieten, denn aus dem Urlaubsland können rein deutsche Dienste genutzt werden – und andersherum.
  • Spiele und Serien – mittels entsprechender Länder-IPs können Nutzer auch Spiele vorzeitig zocken, wenn diese noch nicht in Deutschland freigegeben wurden. Das lässt sich auch auf Serien und Filme bei Streaminganbietern ausweiten. Das amerikanische Netflixprogramm ist beispielsweise wesentlich größer.

Wer mediale Dienste nutzt, muss allerdings immer die Nutzungsbedingungen beachten. So kann es gut sein, dass ein Dienst den Zugang einschränkt, bis das VPN ausgeschaltet wird. In den Nutzungsbedingungen wird oft gesagt, dass die VPN-Nutzung nicht erlaubt ist. Gesperrt wurden User bislang aber nicht.

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Was ist bei der Nutzung zu beachten?

Ein großer Fehler ist zu glauben, dass ein VPN als alleiniger Schutz ausreicht und gegen jeglichen Betrug schützt. Das ist nicht der Fall. Zwar können Daten nicht mehr abgefangen und zugeordnet werden, doch Trojaner und Viren können weiterhin das Gerät angreifen. Es gilt:

  • Updates – Geräte und Schutzprogramme müssen immer aktuell gehalten werden. Nur sie schützen vor Trojanern und Viren. Ist ein Gerät über zwei Tage nicht online gewesen, so sollte beim erneuten Hochfahren erst der Schutz aktualisiert und dann gesurft werden.
  • Phishing – das ist die größte Gefahr des Internets. User müssen auch bei der Verwendung eines VPN jede E-Mail genau betrachten und mit Phishingattacken rechnen. Das VPN kann nicht verhindern, dass User ihre Zugangsdaten auf gefälschten Seiten eingeben. Es gilt: Im Zweifelsfall Seiten immer per Hand aufrufen.

Bei allen VPN-Diensten, die nicht automatisch aktiviert sind, besteht natürlich die Gefahr des Vergessens. Wie das verhindert wird, kann nur jeder für sich entscheiden. Eventuell hilft ein Hinweis auf dem Smartphone-Bildschirm oder dem Desktop. Installierte VPN-Programme sollten stets aktiviert sein oder sich beim Start selbst aktivieren, Online-Dienste lassen sich gut in Erinnerung rufen, wenn der Anbieter gleich die Startseite bildet.

Fazit – ein wichtiger Baustein in der Sicherheit

Ein VPN ist ein mächtiges Werkzeug im Internetschutz. Es ist leicht zu verwenden, vielseitig und kann mühelos dauerhaft eingebaut werden. Dann schützt es die eigenen Daten und hilft dabei, dass Zugangsdaten nicht an die falschen Personen geraten. Dennoch ist auch das VPN nur ein Baustein, denn ohne eine Internetsecurity, aktuelle Programme und die eigene Vorsicht kann es allein nur seinen Dienst verrichten. Nutzer sollten sich also trotz VPN nicht in absoluter Sicherheit wiegen, sondern stets aufpassen, welche Onlineschritte sie unternehmen und wie sie mit E-Mails umgehen.