Forscher für späteren Schulbeginn

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Schulbeginn um neun Uhr wäre in der Pubertät wohl früh genug. © Patrick Pleul

Schlafforscher fordern einen späteren Schulbeginn. Neun Uhr wäre eine gute Zeit, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Alfred Wiater. Ein Unterrichtsbeginn noch vor acht Uhr sei "sicherlich problematisch". Und wenn schon, dann solle der Schultag mit Fächern wie Sport, Kunst oder Musik anfangen und nicht gerade mit Mathe oder Physik.

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Der im europäischen Vergleich eher frühe Schulbeginn in Deutschland mache insbesondere Schülern ab der Pubertät zu schaffen, sagte Wiater. Es setze dann ein "Time-Shifting zum Spät-Typen" ein. Dementsprechend kämen viele Jugendliche unausgeschlafen zur Schule. Eine Studie der Universität Leipzig aus dem vergangenen Jahr habe gezeigt, dass schon eine halbe Stunde weniger Schlaf die Leistungsfähigkeit in der Schule um 30 Prozent mindere. "Wenn wir über eine Bildungsoffensive nachdenken, sollte auch der frühe Schulbeginn zur Diskussion stehen", fordert Wiater.

"Neue Schlafkultur nötig"

Deutschland brauche eine "neue Schlafkultur", in der es nicht mehr als bewundernswert gelte, wenn jemand behaupte, mit vier Stunden Schlaf auszukommen. Ein völlig unterschätztes Thema sei auch der Sekundenschlaf am Steuer. Studien in den USA hätten ergeben, dass Schläfrigkeit doppelt so viele tödliche Verkehrsunfälle verursache wie Alkohol. In der deutschen Unfallstatistik tauche Schläfrigkeit dagegen nur mit einem Anteil von 0,5 Prozent auf. Anders als Alkohol könne man Schläfrigkeit nicht messen - der Adrenalin-Pegel schnelle nach einem Unfall natürlich hoch, so der Schlafforscher Hans-Günter Weeß.

Seine Empfehlung: Bei Müdigkeit anhalten und entweder eine Viertelstunde schlafen oder Sport treiben, damit der Kreislauf in Schwung kommt. dpa