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Politbarometer September I 2021 (KW 35)

SPD klar vor Union - Jeder Fünfte befürwortet Linksbündnis

Vom 31. August bis 02. September 2021 hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF 1301 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Deutschland telefonisch befragt; dabei werden Festnetz- und Mobilfunknummern berücksichtigt.  

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Symbolbild © Bernd Weissbrod

An dieser Stelle finden Sie normalerweise Umfragedaten zur politischen Stimmung. Wir bedauern sehr, dass wir bis zur Bundestagswahl auf die Veröffentlichung dieser Daten verzichten müssen. Seit kurzem ist Briefwahl möglich, Befragte könnten daher schon jetzt Angaben zu ihrer Briefwahlentscheidung machen. Nach Auffassung des Bundeswahlleiters ist das bereits als Veröffentlichung von Wählerbefragungen zu werten, die nach § 32 Absatz 2 BWG vor 18 Uhr am Wahlsonntag verboten ist. Mit Umfragen können nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden. Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag sind nicht zulässig.

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Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die mit einer Vielzahl von Indikatoren gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuellen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums.

Projektion: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre...

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Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, bliebe die Union unverändert bei schwachen 22% (+/-0). Die SPD würde nach einem klaren Plus und 25% (+3) die CDU/CSU als stärkste Kraft ablösen, erstmals seit September 2002. Die AfD erhielte unverändert 11% (+/-0), die FDP würde leicht hinzugewinnen und käme ebenfalls auf 11% (+1). Die Linke könnte mit 7% (+1) rechnen und die Grünen müssten mit 17% (-3) Verluste hinnehmen. Alle sonstigen Parteien lägen zusammen bei 7% (-2). Damit hätte die große Koalition als einziges Zweierbündnis eine sehr knappe parlamentarische Mehrheit. Ebenfalls reichen würde es sowohl für eine Ampelkoalition, Rot-Grün-Rot als auch ein Jamaika-Bündnis.

Sicherheit der Wahlentscheidung

Dass diese Projektion keine Prognose für den Wahlausgang in rund drei Wochen darstellen kann, wird deutlich, wenn man berücksichtigt, wie viele Wahlberechtigte sich noch gar nicht entschieden haben, ob und wen sie wählen wollen: Aktuell sagen etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten (54%; August-II: 52%), sie seien sicher, welcher Partei sie ihre Stimme geben werden, bei insgesamt 46% aller Wahlberechtigten (August-II: 48%) ist dies jedoch noch unklar: Im Detail geben 17% an, sie seien noch nicht sicher, ob es bei ihrer aktuell geplanten Entscheidung für eine Partei bleiben wird, darunter 25% mit aktueller CDU/CSU-, 19% mit SPD-, 15% mit AfD-, 30% mit FDP-, 31% mit Linke- und 30% mit Grünen-Wahlabsicht. Ein Viertel (26%) hat sich noch nicht entschieden und 3% wollen nach heutigem Stand gar nicht wählen.  

Ist schon klar, wer die Bundestagswahl gewinnt?

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Nach wie vor ist für die große Mehrheit der Befragten (89%; Aug-I: 85%; Aug-II: 89%) der Wahlausgang noch offen. Lediglich für 10% (August-I: 12%; August-II: 10%) ist klar, wer die Bundestagswahl gewinnt. Zum gleichen Zeitpunkt vor der Bundestagswahl 2017 meinten dagegen 45% der Befragten, es sei schon sicher, wer die Wahl gewinnt. 

Nochmals mehr Befragte (42%) als letzte Woche (Aug-I: 10%; Aug-II: 32%) und erstmals eine relative Mehrheit ist der Meinung, dass die SPD zusammen mit Olaf Scholz die Wahl gewinnen wird. Deutlich gesunken sind nach Meinung der Befragten die Siegchancen für die CDU/CSU mit Armin Laschet, nach 50% vor drei Wochen und 35% letzte Woche gehen aktuell nur noch 26% von einem Wahlsieg der Union aus. 2% und damit etwas weniger Befragte als zuletzt (Aug-I: 5%; Aug-II: 5%) rechnen damit, dass die Grünen mit Annalena Baerbock siegen werden, und 25% (Aug-I: 24%; Aug-II: 21%) trauen sich kein Urteil zu. 5% der Befragten nennen andere Gewinner. Während in den Reihen der Unionsanhängerschaft 48% von einem Wahlsieg der CDU/CSU ausgehen, sind 66% der SPD-, 40% der AfD-, 45% der FDP, 52% der Linke- und 47% der Grünen-Anhänger/innen der Meinung, der Wahlsieger heißt SPD. Lediglich jede/r Zehnte (10%) in der Anhän-gerschaft der Grünen sieht seine präferierte Partei als Gewinner der Wahl.   

Wer soll die nächste Regierung führen?

Bei den drei Alternativen, ob die Union, die SPD oder die Grünen die nächste Regierung führen sollen, wäre 41% der Befragten eine SPD-geführte Bundesregierung am liebsten, 36% würden eine von der Union geführte Bundesregierung bevorzugen und 15% sprechen sich für eine Regierung mit den Grünen an der Spitze aus.

Rot-Grün-Rot nach der Bundestagswahl – Erwartung und Bewertung

Knapp zwei Drittel der Wahlberechtigten (63%) gehen davon aus, dass die SPD – sollte es nach der Bundestagswahl dafür reichen – versuchen würde, eine Koalition mit den Grünen und der Linken zu bilden. 30%, darunter 42% der SPD-Anhänger/innen glauben das nicht, 7% antworten mit „weiß nicht“. Mehrheiten in den Reihen aller Parteienanhängerschaften (CDU/CSU: 73%; SPD: 52%; AfD: 69%; FDP: 70%; Linke: 71%; Grüne: 71%) rechnen damit, dass die SPD den Versuch machen würde, mit Grünen und Linken eine Regierung zu bilden.

Allerdings fände eine Mehrheit von 57% ein solches Bündnis schlecht, lediglich 25% fänden dies gut und 14% geben an, dass ihnen das egal sei, weitere 4% sagen „weiß nicht“. Während unterschiedlich große Mehrheiten der Linke- (75%) und der Grünen-Anhänger (63%) eine solche Regierung gutheißen, lehnen 50% der SPD-Anhänger/innen (gut: 33%; egal: 14%) und deutliche Mehrheiten in den Parteianhängergruppen von Union (84%), AfD (90%) und FDP (81%) Rot-Grün-Rot ab.

SPD: Ausschluss von Rot-Grün-Rot vor der Wahl?

Dass die SPD ein Bündnis unter Beteiligung der Linken jedoch schon vor der Wahl ausschließen soll – so wie es in den letzten Tagen, vor allem von Seiten der Union, diskutiert wurde – sagen lediglich etwas mehr als ein Drittel (36%) aller Wahlberechtigen. 57% sind der Meinung, dass sich die SPD da noch nicht festlegen soll, 7% haben dazu keine dezidierte Meinung. In den Parteianhängerschaften gibt es dazu unterschiedliche Meinungen: Für einen Ausschluss sprechen sich 56% der Unions-, 54% der AfD- und 58% der FDP-Anhänger/innen aus. 63% der SPD-, 87% der Linke- und 78% der Grünen-Anhänger/innen sind der Meinung, dass die SPD vor der Wahl offen lassen soll, ob sie ein Bündnis unter Beteiligung der Linken eingeht. 

Laschet, Scholz und Baerbock: Eignung als Bundeskanzler/in?

In der Frage, wer sich als Kanzler oder Kanzlerin eignet, steigt wie schon in den letzten Wochen das Vertrauen in Olaf Scholz. Die beiden anderen Kandidaten stagnieren dagegen auf geringem Niveau und werden jeweils lediglich von Minderheiten für geeignet gehalten. 70% (Aug-I: 59%, Aug-II: 65%) halten Olaf Scholz als geeignet für das höchste Regierungsamt, 25% (Aug-I: 33%; Aug-II: 30%) tun dies nicht. Armin Laschet kann Kanzler, sagen 25% (Aug-I: 28%; Aug-II: 25%). 70% (Aug-I: 67%; Aug-II: 71%) halten den Spitzenkandidaten der Union nicht für geeignet. 23% sind der Meinung, dass Annalena Baerbock das Zeug zur Kanzlerin hat (Aug-I: 23%; Aug-II: 22%), 71% sprechen ihr das ab (Aug-I: 70%; Aug-II: 74%).

 Olaf Scholz überzeugt von seiner Kanzlereignung mehrheitlich Frauen wie Männer sowie alle Alters- und Bildungsgruppen. Bei Annalena Baerbock sind sich lediglich die unter 35-Jährigen uneins, ob sie kanzlertauglich ist (46%) oder nicht (46%) und Armin Laschet wird in allen soziodemografischen Gruppen mehrheitlich abgesprochen, dass er Kanzler kann. 

Gewünschte/r Bundeskanzler/in

Bei den unter 35-Jährigen liegen Scholz und Baebock nah beieinander, 37% würden sich für ihn entscheiden, 34% für sie (Laschet: 17%). Je älter die Befragten, desto höher das Votum für Scholz und desto geringer die Präferenz für die Kandidatin der Grünen. Bei den 35-bis 59-Jährigen wünschen sich 51% Scholz, 19% Laschet und 13% Baerbock als nächste/n Kanzler/in, bei den ab 60-Jährigen 61% Scholz, 19% Laschet und lediglich 7% Baerbock.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und den Koalitionspartnern

Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung hat sich im Vergleich zur letzten Woche nur leicht verändert: Auf der Skala von +5 bis -5 (voll und ganz zufrieden bis vollständig unzufrieden) bewerten die Befragten die gemeinsame Arbeit der Bundesregierung mit 0,9 (Aug-I: 1,2; Aug-II: 0,6). Die CDU/CSU erhält einen Durchschnittswert von 0,6 (Aug-I: 1,0; Aug-II: 0,5), die Arbeit der SPD wird mit 0,8 (Aug-I: 0,9; Aug-II: 0,9) eingestuft.

Beurteilung der Arbeit von Angela Merkel und der Bundesregierung

Die Zustimmungswerte für die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der Bundesregierung sind etwas geringer als zuletzt, wobei die Arbeit der Kanzlerin nach wie vor positiver bewertet wird als die Arbeit der Regierung: 80% (Jul-I: 83%; Aug-I: 84%) der Befragten stellen der Bundeskanzlerin ein positives Zeugnis aus, 17% (Jul-I: 15%; Aug-I: 14%) sind mit ihrer Arbeit eher unzufrieden. Hinsichtlich der Bundesregierung sind 59% (Jul-I: 73%; Aug-I: 69%) der Befragten der Meinung, sie mache ihre Arbeit eher gut, 35% (Jul-I: 23%; Aug-I: 25%) sind gegenteiliger Ansicht.

Beurteilung von Spitzenpolitiker/innen in Deutschland

Bei der Beurteilung der nach Meinung der Deutschen zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es wenig Bewegung im Vergleich zur letzten Woche. Die größten Veränderungen gibt es bei Olaf Scholz und Jens Spahn, die sich jeweils um zwei Zehntel verbessern, um jeweils ein Zehntel verbessern sich Markus Söder, Horst Seehofer und Heiko Maas. Leichte Imageverschlechterungen gibt es nur für Angela Merkel. Die Bewertung nach Sympathie und Leistung wurde wie immer mittels der Skala von +5 bis ‑5 (halte sehr viel von / halte gar nichts von) vorgenommen.

Nach wie vor mit Abstand auf Rang eins steht Angela Merkel mit einem Durchschnittswert von 2,2. Weiterhin auf den Plätzen zwei bis vier finden sich Olaf Scholz (1,7), Markus Söder (1,3) und Robert Habeck (1,0). Es folgen Christian Lindner (0,0), Horst Seehofer (0,0), Jens Spahn (0,0), Heiko Maas (-0,1), und Annalena Baerbock (-0,5). Weiterhin auf dem letzten Platz Armin Laschet (-0,8). 

 Bei der Frage, wer überhaupt zu den zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern in Deutschland zählt, gibt es eine Veränderung: Horst Seehofer schafft es nicht mehr in die Top 10, für ihn wird im nächsten Politbarometer Friedrich Merz bewertet. 

Die wichtigsten Themen in Deutschland

Bei der vorgabenfreien Frage nach den zwei wichtigsten Problemen in unserem Land entfallen 38% der Nennungen auf Umwelt/Klimaschutz/Energiewende. Auf dem zweiten Platz steht wie schon letzte Woche Corona und die Folgen (35%), dahinter das Thema Flüchtlinge/Ausländer/Integration (13%) sowie soziale Gerechtigkeit/soziales Gefälle (11%) und Rente/Alterssicherung (10%). Weitere relevante Themen sind: Politik(er)verdruss (7%) sowie Bildung/Schule (6%). Von jeweils 5% werden Wirtschaftslage oder Kosten/Preise/Löhne und von 4% Infrastruktur/schnelles Internet als dringlichste Probleme erachtet.   

Wichtigkeit bestimmter Themen für die Wahlentscheidung

Wenn es darum geht, wie wichtig die Themen Klimaschutz, Corona, Flüchtlinge/Asyl und Soziale Gerechtigkeit, die vier wichtigsten Probleme auf der Agenda, für die eigene Wahlentscheidung sind, sagen mehr als die Hälfte (51%), dass ihnen soziale Gerechtigkeit sehr wichtig ist, für 39% ist der Klimaschutz sehr wichtig für die Entscheidung bei der Bundestagswahl, für 23% Corona und für 21% das Thema Flüchtlinge und Asyl. Sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung erachten 87% der Linke-, 66% der SPD- und 56% der Grünen-Anhänger/innen soziale Gerechtigkeit. 85% in der Parteianhängerschaft der Grünen sagen dies vom Klimaschutz.

Parteikompetenzen

Beim Top-Thema Klimaschutz vertrauen die Deutschen am ehesten den Grünen. Im Politikfeld Wirtschaft, aber auch bei den Themen Flüchtlinge/Asyl sowie Corona, ist jeweils die Union führend. Für soziale Gerechtigkeit kann nach Meinung der meisten Befragten am ehesten die SPD sorgen.

Wenn es um die Parteikompetenz beim Klimaschutz, dem zurzeit wichtigsten Problem auf der Agenda geht, vertreten für 41% aller Wahlberechtigten die Grünen am ehesten eine Politik in ihrem Sinne. Lediglich 15% schreiben in diesem Politikfeld der CDU/CSU die größte Kompetenz zu, und 12% fühlen sich am besten bei der SPD aufgehoben (AfD: 3%; FDP: 3%; Linke: 2%). 10% sagen „keine Partei“ und 13% machen dazu keine Angabe (Jul-II: CDU/CSU: 17%; SPD: 4%; AfD: 2%; FDP: 5%; Linke: 1%; Grüne: 46%; keine Partei: 11%; weiß nicht: 13%).

Wenn es um eine erfolgreiche Coronapolitik geht, sehen 36% die CDU/CSU als am kompetentesten an, 12% die SPD, 7% trauen der FDP und 6% den Grünen beim Thema Corona eine Politik in ihrem Sinne zu, (AfD: 3%; Linke: 1%). „Keine Partei“ sagen 13% und 21% „weiß nicht“ (Feb: CDU/CSU: 44%; SPD: 6%; AfD: 3%; FDP: 6%; Linke: 2%; Grüne: 5%; keine Partei: 16%; weiß nicht: 17%). 

Wenn es um das Thema Flüchtlinge und Asyl geht, vertritt für 29% der Befragten am ehesten die Union eine Politik in ihrem Sinne, 15% nennen die SPD, 10% die AfD, für 8% sind in Flüchtlings- und Asylfragen die Grünen am kompetentesten und für 5% die Linke und für 4% die FDP oder (keine Partei: 9%; weiß nicht: 20%) (Nov-II 2019: CDU/CSU: 31%; SPD: 11%; AfD: 10%; FDP: 5%; Linke: 7%; Grüne: 13%; keine Partei: 7%; weiß nicht: 15%). 

Anders beim Thema soziale Gerechtigkeit: Das größte Vertrauen haben die Befragten hier in die SPD (43%); 12% präferieren die Konzepte der CDU/CSU und 9% die der Linken. 8% nennen hier die Grünen, 4% die FDP und 2% die AfD. 9% trauen auf diesem Gebiet keiner Partei etwas zu, 13% äußern sich nicht dazu (Jun-II: CDU/CSU: 22%; SPD: 28%; AfD: 2%; FDP: 3%; Linke: 14%; Grüne: 8%; keine Partei: 11%; weiß nicht: 11%). 

Die ökonomische Kompetenz hat aus Sicht der Befragten nach wie vor die Union: Aktuell sind 30% der Meinung, dass die CDU/CSU am besten die wirtschaftlichen Probleme lösen kann, 23% setzen hier auf die SPD, 7% auf die FDP, 4% auf die Grünen und jeweils 2% auf AfD oder Linke. 16% glauben, keine der Parteien könne im Bereich Wirtschaft viel ausrichten, weitere 16% machen keine Angabe (Aug-I: CDU/CSU: 36%; SPD: 15%; AfD: 2%; FDP: 8%; Linke: 2%; Grüne: 5%; keine Partei: 16%; weiß nicht: 15%).   

Coronavirus: Gesundheitsgefährdung

Aktuell sorgen sich weniger Befragte um die eigene Gesundheit als letzte Woche 35% (Aug-I: 37%; Aug-II: 43%) der Befragten halten ihre Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet, 62% (Aug-I: 60%; Aug-II: 55%) machen sich da keine Sorgen.

Beurteilung der Corona-Maßnahmen

Die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen werden von 57% (Aug-I: 56%; Aug-II: 58%) der Deutschen als gerade richtig eingeschätzt. Für 21% (Aug-I: 23% Aug-II: 19%) gehen die Maßnahmen nicht weit genug und für 19% (Aug-I: 18%; Aug-II: 19%) sind sie übertrieben.

Corona-Maßnahmen: 2G-Regel überall in Deutschland?

In Hamburg gibt es jetzt die sogenannte 2G-Regel: Hier dürfen Betreiber von Restaurants, Kinos, Hotels sowie private Veranstalter entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen. Personen, die lediglich einen Coronatest haben, erhalten dann keinen Zutritt mehr. 56% der Befragten fänden es gut, wenn diese 2G-Regel überall in Deutschland gelten würde, 41%, darunter 68% der AfD-Anhänger/innen, fänden das nicht gut.

Afghanistan: Rettung von Ortskräften

Deutschland will auch nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan Ortskräfte, also Afghaninnen und Afghanen, die aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und anderen deutschen Einrichtungen durch die Taliban gefährdet sind, aus dem Land holen. Allerdings glauben 61% und Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften nicht, dass es Deutschland in nächster Zeit noch gelingen wird, Ortskräfte in größerer Zahl aus dem Land zu holen, 30% sind der Meinung, dass dies gelingen wird (weiß nicht: 9%).

Allgemeine und eigene wirtschaftliche Lage

Nach Einschätzung der Deutschen ist die Wirtschaftslage weiterhin eher durchwachsen, auch die wirtschaftliche Entwicklung wird ähnlich eingeschätzt wie in den letzten Monaten. Die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation ist nach wie vor auf hohem Niveau.

43% (Jul-I: 42%; Aug-I: 41%) bewerten die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland mit „gut“, für 44% (Jul-I: 46%; Aug-I: 46%) ist sie teils gut, teils schlecht und für 12% (Jul-I: 11%; Aug-I: 11%) schlecht. 

30% (Jul-I: 28%; Aug-I: 28%) prognostizieren einen Abwärtstrend, ein Drittel (33%; Jul-I: 35%; Aug-I: 30%) erwartet eine Aufwärtstendenz und 35% (Jul-I: 34%; Aug-I: 38%) rechnen mit nur wenig Veränderungen.  

Für 65% der Wahlberechtigten (Jul-I: 69%; Aug-I: 70%) ist die eigene wirtschaftliche Lage gut, für 28% (Jul-I: 24%; Aug-I: 23%) ist sie „teils-teils“ und 6% (Jul-I: 7%; Aug-I: 7%) befinden sich nach eigenen Angaben in einer schlechten ökonomischen Situation.

Die Mehrheit von 63% (Jul-I: 68%; Aug-I: 67%) erwartet, dass sich an ihrer persönlichen finanziellen Situation in einem Jahr nicht viel ändern wird, mit Verbesserungen rechnen 18% (Jul-I: 15%; Aug-I: 14%) und 16% (Jul-I: 16%; Aug-I: 16%) gehen von einer Verschlechterung ihrer zukünftigen ökonomischen Lage aus. 

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