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Mediziner dringt auf umfassendes Corona-Monitoring

Krankenhäuser

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Medizinisches Personal auf der Intensivstation Krankenhauses im Einsatz. Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa © Jean-Francois Badias/AP/dpa

Düsseldorf (dpa) - Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis dringt auf eine bessere Erfassung von Corona-Patienten in Krankenhäusern. «Besonders dramatisch kann in Deutschland die Lage auf den Normalstationen werden, wenn die Fallzahlen weiterhin so durch die Decke gehen», sagte er.

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«Wir brauchen endlich ein Monitoring, das wie das Intensivregister zuverlässig die mit Corona infizierten Krankenhauspatienten erfasst. Bislang ist das ein nicht hinnehmbarer Blindflug, den wir uns nicht länger leisten können.» Die Bundesregierung müsse schnell Abhilfe leisten, ergänzte Karagiannidis, der zugleich Wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) ist, gegenüber der «Rheinischen Post».

Zahl der Corona-Intensivpatienten sinkt

Die Omikron-Welle schlug sich in Deutschland bisher noch nicht auf den Intensivstationen nieder. Die Zahl der dort behandelten Corona-Infizierten sank nach jüngsten Divi-Daten erstmals seit Mitte November wieder knapp unter die 3000er-Marke. Auch bei den gemeldeten Erstaufnahmen ist der Trend rückläufig. Experten sehen aber noch keinen Grund zur Entwarnung, unter anderem wegen offener Fragen zu Omikron und einer erwarteten weiteren Zunahme der Ansteckungen.

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Die Zahl der an einem Tag erfassten Neuinfektionen hatte zuletzt nach offiziellen Angaben erstmals die Schwelle von 90.000 überschritten. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte einen Höchststand.

Vor allem Unter-35-Jährige infiziert

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mahnte im «Münchner Merkur»: «Wir müssen die Lage in den nächsten zwei Wochen sehr genau im Blick behalten.» Bisher berichteten Experten über eine geringere Anzahl Patienten in den Krankenhäusern und mildere Verläufe. «Omikron ist nicht Delta. Das heißt: Wir müssen genau justieren, welche Regeln zwingend nötig, aber auch verhältnismäßig sind. Wir wollen "Team Vorsicht" und "Team Augenmaß" zusammenbringen.»

Es braucht nach Söders Ansicht einen «breiteren Ansatz»: «Es wird nicht mehr ausreichen, die Lage nur medizinisch und virologisch zu betrachten. Wir müssen auch auf die gesellschaftliche und soziale Komponente stärker achten.» Der CSU-Chef hat sich bislang als Verfechter besonders strenger Corona-Maßnahmen positioniert.

Der Divi-Präsident Gernot Marx sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, derzeit seien vor allem Menschen unter 35 Jahren mit Omikron infiziert. «Diese bilden deutlich seltener einen schweren Verlauf aus als ältere Menschen, sind also noch nicht oder nur vereinzelt Patienten auf unseren Intensivstationen.»

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Eine vierte Impfung?

Erwartet wird Marx zufolge, dass gegenüber der Delta-Variante, bei der etwa 0,8 Prozent aller Infizierten intensivmedizinisch versorgt werden mussten, deutlich weniger positiv Getestete einen so schweren Verlauf nehmen. «Sollten die Inzidenzen durch die sehr schnelle Verbreitung stark ansteigen, ist das dann natürlich trotzdem ein Problem», warnte er. «Wir hoffen also, dass die Zahl der Covid-19-Patienten noch deutlich sinken kann, bevor die nächste Welle kommt.»

Der Münchner Experte Clemens Wendtner mahnte zur zügigen Vorbereitung einer vierten Corona-Impfung - mit den verfügbaren Impfstoffen. «Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme», sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies zugleich jedoch darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Viertimpfung gibt. Oft heiße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. «Ich fürchte aber, das wird zu lange dauern», sagte Wendtner. Vor April sei nicht mit neuen Impfstoffen zu rechnen - die Omikron-Welle rolle aber jetzt heran.

© dpa-infocom, dpa:220115-99-717652/5

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