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Zweites Corona-Testzentrum am Frankfurter Flughafen im Aufbau

Archivartikel

Frankfurt/Main.Ein Zentrum für kostenlose Tests auf das Coronavirus befindet sich derzeit am Frankfurter Flughafen im Aufbau. Wann es zum Einsatz kommt, hänge von einer Anordnung ab, die vom Bundesgesundheitsministerium erwartet werde, sagte der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Mittwoch. Kostenlos getestet würden nur Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten. Am Flughafen gibt es bereits ein Testzentrum, dort müssen die Passagiere die Kosten allerdings selbst tragen.

Als Betreiber ist für das neue Zentrum das Deutsche Rote Kreuz vorgesehen. Standort ist eine öffentlich zugängliche Fläche in dem Übergangsbauwerk zwischen ICE-Bahnhof und Terminal 1. Bei Vollbetrieb hat hier die Lufthansa sonst ihre Express Rail-Schalter für Umsteiger von der Bahn.

Schräg gegenüber betreibt seit einem Monat das Unternehmen Centogene ein kommerzielles Testzentrum in Kooperation mit Lufthansa und dem Flughafenbetreiber Fraport. Tests kosten dort zwischen 59 und 139 Euro. Bislang wurden bereits rund 38 000 Menschen untersucht. Vor dem "Abstrich-Zentrum" warteten die Menschen am Mittwochnachmittag in einer mehr als 100 Meter langen Schlange auf ihren Test.

Es ist geplant, dass sich Centogene auch am Betrieb des neuen Testzentrums beteiligt. Dort werden die Passagiere an Schaltern registriert, die Tests erfolgen dann in mit beigen Stoffwänden abgeteilten Kabinen - 15 davon soll es zunächst geben. Die Ergebnisse sollen am gleichen oder spätestens am folgenden Tag vorliegen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte eine Testpflicht für Urlauber angekündigt, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland einreisen. Dies solle kostenlos möglich sein. Die Tests seien ein weiterer Beitrag, Infektionen zu erkennen, sagte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Er gehe auch davon aus, dass es im Eigeninteresse der Passagiere liege, sich testen zu lassen.

Derzeit kommen nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport wöchentlich rund 16 000 Passagiere aus Risikogebieten nach Frankfurt, vor allem aus den USA, Indien, Brasilien, Russland und der Türkei. Die maximale Kapazität des neuen Testzentrums wurde mit mehr als 600 pro Stunde angegeben.

An anderen deutschen Flughäfen sind bereits kostenlose Tests möglich. Gesundheitsminister Klose verwies auf die noch ausstehende Anordnung aus Berlin. Die Frage der Kostenübernahme sei noch nicht im Detail geregelt. Er gehe auch nicht davon aus, dass dies rückwirkend erfolgen werde, sagte der Grünen-Politiker.

Klose rief dazu auf, die Corona-Regeln weiter einzuhalten. Derzeit stiegen die Infektionszahlen in Hessen wieder leicht an. Ein Teil davon sei auf Rückkehrer aus Risikogebieten zurückzuführen. Es liege an jedem Einzelnen, dass daraus keine zweite Welle werde, sagte Klose. Am Mittwoch beschloss der Haushaltsausschuss in Wiesbaden, dass für die Testung von Reiserückkehrern 16,5 Millionen Euro bereit gestellt werden.