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Leserbrief - Zum Bericht „Erst die Fahrgäste, dann die Infrastruktur“ (FN, 29. April) „Brötels Argumentation höchst irritierend“

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© Fotolia/mapoli-photo

Die Argumentation vonseiten des Landrats Dr. Brötel („Fährt der Zug nicht, gibt es keinen Bahnsteig“) ist höchst irritierend. Setzt man die Argumentationskette fort, ergibt sich nämlich: Gibt es keinen Bahnsteig, steigt keiner aus/ein, die erforderlichen Zahlen werden gegebenenfalls nicht erreicht, Zug fährt nicht. Dies verbindet das Ende meiner Kette mit ihrem Anfang. Eine äußerst interessante Vorgehensweise!

Möchte man in Wahrheit, dass der Zug nicht fährt, dann argumentiert man wie Herr Landrat. Möchte man allerdings, dass der Zug fährt, argumentiert man eben wie dargestellt und bildet dann den Umkehrschluss.

Zur Faktenlage: Die Bahnstrecke Lauda – Osterburken ist eine Provinzposse, die in der Republik ihresgleichen sucht. Ein halber oder –genau genommen – Zwei-Drittel-Bahnhof (wahlweise beziehungsweise je nach Sichtweise Drei-Viertel-Bahnhof) ist einmalig! Harry-Potter lässt grüßen!

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Von
Ralf Scherer
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Wie verrückt ist denn das? Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz, wenn man liest, dass erst der Probebetrieb erfolgreich sein muss, damit Zaun entfernt und ein vernünftiger Bahnsteig hergestellt wird, wenn man aus dem größten Unterwegsort erst gar nicht wegkommt beziehungsweise ankommt . . .

Der Eindruck entsteht, man möchte so tun als wolle man etwas tun, will aber gar nicht.

Auch die Versammlung mit „wichtigen“ Politikern mit Phrasen sowie angeblichen Machbarkeitsstudien sind leere Worte. Es geht entweder ganz oder gar nicht (nur noch Osterburen – Lauda mit RE) oder man ergreift umgehend folgende Maßnahmen:

1. Aktuell sind mit Osterburken und Lauda auf der Strecke fünf Bahnhöfe „voll“ funktionstüchtig, ergibt gemäß Binomialkoeffizient (5/2) zehn Kombinationen, die man von A nach B fahren kann. Ergibt bei der vorgegebenen Zahl von 500 Personen exakt 50 Personen pro Kombination.

Kommen nun weitere Halte mit Königshofen, Sachsenflur, Unterschüpf, Schweigern, Uiffingen, gegebenenfalls Gräfingen ( (Buch-Bahnhof) sowie Hirschlanden hinzu, wären es (12/2) 66 Kombinationen. Sprich, es müssten nicht einmal zehn Personen pro Kombination die Verbindungen nutzen.

Bis auf Gräffingen wurden all diese Bahnhöfe schon 1944 angefahren. Übrigens wurde damals auch samstags und sonntags gefahren, was derzeit quasi nicht der Fall ist, außer der sensationellen und einzigen Verbindung um 5.37 Uhr ab Lauda.

Bin mal gespannt, wie viele Laudaer (in Königshofen hält der Zug ja nicht) um diese Zeit nach Boxberg fahren.

2. Ergänzt muss dies dann werden durch Zubringerverkehr der Orte, die nicht direkt an der Strecke liegen wie Uiffingen, Kupprichhausen, Lengenrieden, Oberschüpf, Unterschüpf, mit Abstimmung in Uiffingen Richtung Osterburken und in Unterschüpf Richtung Lauda. Das Gleiche gilt für die zahlreichen weiteren Boxberger und Ahorner Ortsteile.

3. Verlängerung der S-Bahn Rhein-Neckar bis Lauda, gegebenenfalls . Würzburg (alles VRN). Hier braucht man keine 100 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie, sondern zwei oder drei weitere Zugpaare.

Damit wäre auch gleichzeitig das Vorhaben S-Bahn Würzburg angegangen und partiell erledigt.

Natürlich kostet das viel Geld, aber so wie es jetzt ist, ist es einfach nur „Murks“.

Wenn jetzt die Bahnsteige provisorisch so hergerichtet werden, dann besteht zusammen mit dem 9-Euro-Ticket tatsächlich ab Juni die Möglichkeit, Leute auf die Schiene zu bringen!

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