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Am Tag des offenen Denkmals

Sigismundkapelle öffnet ihre Pforten

Interessenten dürfen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Mehrere Führungen geplant

Von 
Peter D. Wagner
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Am Sonntag sind anlässlich des bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ auch bei der Sigismundkapelle oberhalb von Oberwittighausen erneut die Pforten für alle Interessenten zur Besichtigung geöffnet. © Peter D. Wagner

Oberwittighausen. Beim bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ an diesem Sonntag sind unter anderem auch bei der Sigismundkapelle oberhalb von Oberwittighausen erneut die Pforten für alle Interessenten zur Besichtigung geöffnet.

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Die Sigismundkapelle ist neben der Ulrichskapelle im Creglinger Ortsteil Standorf sowie der Achatiuskapelle in Grünsfeldhausen eine von drei romanischen und sagenumwobenen achteckigen Kapellen (Oktogonkapellen) in Tauberfranken.

Das Denkmal aus der spätromanischen Zeit hat eine sehr wechselvolle Geschichte und war mehrmals dem Untergang nahe. Die Errichtung wird auf die Zeit um 1150 datiert, wobei sie ursprünglich als Wallfahrtsort diente, wie eine urkundliche Erwähnung von 1285 belegt. Schon vor 1285 erfolgte mit dem Einbau des gotischen Turmes eine wesentliche Veränderung der Kapelle. Um 1670 wurde sie nach einem weitgehenden Verfall wieder aufgebaut.

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„Wie im kürzlich wieder gefundenen Kapellenbuch belegt ist, wurde sie seit dieser Zeit bis zum Verbot der Wallfahrt 1827 einzig durch Spenden der Wallfahrer erhalten“, berichtet Karl Endres, der vor rund zwei Jahren nach langen und tiefen Recherchen sein umfangreiches Buch „Die Sigismundkapelle bei Oberwittighausen“ fertiggestellt und publiziert hat.

Sie sollte sogar zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen werden. Am Widerstand der Gemeinde Oberwittighausen und dank des hohen Ansehens, das sie als Wallfahrtskapelle im Ochsenfurter Gau genoss, scheiterte jedoch und zum Glück der Vollzug ihrer Zerstörung.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert rückte zunehmend das kulturhistorische Interesse an der Sigismundkapelle an die Stelle des traditionellen Wallfahrts-Geschehens. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erkannten die staatlichen Institutionen den kulturhistorischen Wert der Kapelle.

Dank einer Spende von jeweils 200 Gulden des Großherzogs Leopold von Baden und der Gemeinde Oberwittighausen wurde sie renoviert sowie am 1. September 1846 wieder feierlich eingeweiht. Seitdem werden anstehende Baumaßnahmen an der Kapelle vor allem durch hohe Zuschüsse der Erzdiözese Freiburg und auch staatlicher Stellen unterstützt.

Zwar werden hier nur noch selten Gottesdienste gefeiert, die gute Akustik und das romantische Ambiente in der Kapelle werden allerdings immer wieder für kirchenmusikalische Konzerte genutzt. Zudem ist das kulturelle Kleinod oberhalb Oberwittighausens häufig Ziel von interessierten Gästen, Heimatforschern sowie Kunst- und Kulturhistorikern aus nah und fern.

Seit fast 150 Jahren versuchten sich viele Zeitgenossen sowohl mit der Erhellung der Baugeschichte als auch speziell mit der Deutung der rätselhaften Plastiken und Reliefs des romanischen Portals, wobei sie zu unterschiedlichsten Ergebnissen kamen. Darüber hinaus befassten sich mehrere Studenten in Diplom- oder Doktorarbeiten sowie Autoren in Abhandlungen oder Büchern mit der Sigismundkapelle.

Seit 2014 ist die sie Start- und Zielpunkt des etwa elf Kilometer langen „Kapellen-Rundwanderwegs Nord“ (Hof Lilach/Hofkapelle - Kreuzkapelle - Poppenhausen/Pfarrkirche „St. Martin“ - Oberwittighausen/Dorfkirche „St. Ägidius“) sowie des rund 7,6 Kilometer langen „Bildstock-Rundwanderwegs“ (Poppenhausen - Unterwittighausen - Oberwittighausen).

Beim „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 11. September, bietet der Kulturverein Wittighausen um 10, 13, 15 und 17 Uhr Führungen in der Sigismundkapelle an. Mesnerin Gisela Schaub, die sich leidenschaftlich für die Kapelle einsetzt und versucht auch Wallfahrten wieder zu beleben, wird sie im Innern vorstellen. Die Baugeschichte, das Äußere der Kapelle und außerdem die Geschichte der Filiale Oberwittighausen wird Karl Endres erklären.

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