Wittighäuser Kinder und Jugendliche erhielten interessante Einblicke - Die Kinder besichtigten das Kompostwerk in Würzburg Positiv überrascht: "Hier riecht es ja gar nicht so streng"

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Matthias Ernst
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Bei einer Führung im Würzburger Kompostwerk erfuhren Kinder und Jugendliche aus Wittighausen und ihre Fahrer von Monika Stöber (Warnweste), was mit dem Biomüll passiert und wie er wiederverwendet wird.

© Matthias Ernst

Wittighausen. Wer zu Hause seine Biotonne im Sommer öffnet, dem schlägt meist ein unangenehmer Geruch entgegen. Dementsprechend waren die Kinder und Jugendlichen aus Wittighausen auf alles vorbereitet bei ihrem Besuch im Kompostwerk in Würzburg. Doch sie wurden positiv überrascht. "Hier riecht es ja gar nicht so streng", war beispielsweise eine Reaktion von Monika Borst, einer der ehrenamtlichen Organisatoren der Zusammenkunft, die sich diese besondere Veranstaltung nicht entgehen lassen wollte.

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Im Kompostwerk Würzburg liefern nicht nur Stadt und Landkreis Würzburg ihren Biomüll ab, auch der Landkreis Main-Tauber, der an dem Werk im "Gewerbegebiet Würzburg-Ost" Anteilseigner ist, bringt die Bioabfälle nach Würzburg zur Weiterverarbeitung. Und wie es der Zufall wollte, just als die Führung für die interessierten Kinder und Jugendlichen begann, fuhr ein Fahrzeug mit Biomüll aus dem Landkreis Main-Tauber zum Entladen auf den Hof des Kompostwerkes. So sahen die Kinder, was mit "ihrem Müll" passiert.

Zunächst wird gewogen

Der wird zuerst gewogen, erklärte Marketingleiterin Monika Stöber, und dann in die Fallgrube entladen. Danach erfolgt eine erste Sortierung, damit man nur den Biomüll kompostiert und möglichst keine Fremdstoffe.

Die würden bei der Schnellkompostierung, die nach einem präzise ablaufenden Verfahren seit 20 Jahren in Würzburg praktiziert wird, nur stören und müssen teilweise mit Hand aussortiert werden. "Je reiner wir den Biomüll angeliefert bekommen, desto weniger Aufwand ist für uns bei der Sortierung notwendig", erläuterte Stöber.

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Michael Schinnagel, Abfallberater des Landkreises Main-Tauber und Organisator des Termins in Würzburg, berichtete, dass in letzter Zeit immer mehr Fremdstoffe im Biomüll zu beobachten sind. Vor allem Plastiktüten und Metalle machen es der Sortieranlage schwer, effizient zu arbeiten.

Aus diesem Grund wird der Landkreis im kommenden Jahr einen Mülldetektor an jeder Biotonne anbringen, der den Verunreinigungsgrad misst. Bei zu viel "Fremdmüll" wird die Tonne dann von der Abfuhr stehen gelassen.

Feine Arbeit

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"Der Sensor arbeitet so fein, er erkennt sogar das Metall einer Teebeutelklammer". Die sind allerdings nicht das Problem der Müllsortierung und müssen auch künftig nicht vom Biomüll getrennt werden, beruhigt Schinnagel die Kinder und Jugendlichen der Führung in Würzburg sowie die Einwohner des Landkreises.

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Die Kinder bekommen derweil gezeigt, wie es mit dem Biomüll weiter geht, allerdings nur in einem Schaubild, denn die Tunnelvergärung kann nicht besichtigt werden. Stöber spricht von Unterdruck und Luftreinigung, und spätestens jetzt wird jedem Besucher klar, warum es im Kompostwerk nicht stinkt. Der in nur zwei Wochen kompostierte Biomüll wird dann fein gesiebt und kommt auf Halde vor dem Gebäude des Kompostwerkes in der Unterfrankenmetropole Würzburg.

Von dort wird er teilweise direkt von den Landwirten und Privatpersonen abgeholt, teilweise aber auch vom Würzburger Erdenmarkt zu guter Gartenerde weiterverarbeitet. Diese Kooperation des Kompostwerkes mit einem Partner stellt hochwertige Pflanzerde für alle möglichen Einsatzgebiete im Freien, aber auch Spezialmischungen für den Wohnbereich her.

Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Pflanzerden ist der Ersatz von Torf durch den kompostierten Biomüll.

Der ist dann so sauber, dass er ohne Bedenken für den Einsatz bei Lebensmitteln verwendet werden kann. Die Kinder sind jedenfalls hellauf begeistert von der schnellen Vergärung, dem Ergebnis und dass ihr Müll dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt wird.

Sie wollen zukünftig noch besser den Müll trennen, damit dem Kreislauf möglichst viele Rohstoffe wieder zugeführt werden können und wertvolle Ressourcen geschont werden.