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Bürgermeisterwahl am Sonntag in Wittighausen - Gespräch der Fränkischen Nachrichten mit Amtsinhaber und einzigem Bewerber Marcus Wessels

Er freut sich auf viele Herausforderungen

Von 
Peter D. Wagner
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Die rund 1380 Stimmberechtigten der Gemeinde Wittighausen entscheiden an diesem Sonntag darüber, wer die nächsten acht Jahre ihr Bürgermeister sein wird. Einziger Bewerber ist Amtsinhaber Marcus Wessels.

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Amtsinhaber Marcus Wessels ist bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag der einzige Kandidat. © Fotostudio Profil

Wittighausen. Zwischendurch sah es so aus, als könnten die Wittighäuser unter zwei Kandidaten wählen. Allerdings hat ein Interessent nach nur wenigen Tagen seine zunächst eingereichten Bewerbungsunterlagen wieder zurückgezogen.

In der vergangenen Woche war von Marcus Wessels eigentlich ein Bürgerabend avisiert, bei dem er sich den Fragen der Wittighäuser oder Diskussionen über verschiedene Themen stellen wollte. Jedoch musste er gesundheitsbedingt diese Veranstaltung kurzfristig absagen. In einem Gespräch mit den FN zog er ein kurzes Resümee seiner ersten Amtszeit als Bürgermeister und vor allem seine Motivationen für die erneute Kandidatur. Außerdem ging er auf künftige Ziele ein, die er im Falle seiner Wiederwahl erreichen möchte.

„Ich bin überrascht, wie schnell die acht Jahre meiner Amtsperiode vergangen sind. Insbesondere mit der Flüchtlingsthematik und zuletzt der Coronakrise kamen völlig unerwartete, unabsehbare und neue Situationen auf die Gemeinde zu. Trotz dieser großen Herausforderungen wurden mit Unterstützung des sehr leistungsstarken und hochmotivierten Verwaltungsteams sowie durch die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat diese und auch andere umfangreiche Aufgaben gestemmt sowie Projekte umgesetzt oder angegangen“, bilanziert der 49-jährige Diplomingenieur (MSc).

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Wessels, der mit seiner Frau Sonja und den beiden Kindern seit rund zwölf Jahren in Unterwittighausen lebt, betont weiter: „Die Zukunft hat sicher erneut viele Herausforderungen parat. Ich bin bereit dafür und freue mich darauf.“

Das wohl größte laufende Projekt sei die geplante Gewerbeansiedlung des „Wachtellands“, das momentan seinen Standort noch in Obersulm (Landkreis Heilbronn) hat und den gesamten Firmensitz in das beabsichtigte gleichnamige neue Gewerbegebiet umsiedeln will. Nach derzeitigem Stand erwarte man noch im November die Baugenehmigung, so dass demnächst die Ausschreibung für die Erschließungsarbeiten erfolgen können.

Der Baubeginn sei für das erste Quartal 2022 angestrebt, der Abschluss der Erschließung dann bis zum Jahresende, so Wessels. Gleichzeitig beabsichtige die Firma „Wachtelland“ die Realisierung des ersten Bauabschnitts. „Weitere Ansiedlungsflächen für interessierte Unternehmen wollen wir mit dem neuen Gewerbegebiet ‚Unterwittighausen West’ vorhalten, das einhergehend mit dem Gewerbegebiet ,Wachtelland’ erschlossen wird. Außerdem liegen uns bereits etliche Anfragen von verschiedenen Unternehmen vor“, freut sich der Bürgermeister.

Der Ausbau des Kindergartens in Unterwittighausen etwa durch Aufstockung oder einen Neubau zählt zu den Projekten der nächsten Jahre, die ihm besonders am Herzen liegen. Alle Gruppen seien komplett belegt. Entsprechend stoße der Kindergarten an seine Kapazitätsgrenze. „Dabei wissen wir, dass im kommenden Jahr voraussichtlich noch eine weitere Gruppe benötigt wird“, gibt Wessels zu bedenken. Ein Architekt solle nach entsprechender Vergabe sowohl ein Machbarkeitskonzept als auch eine Kostengegenüberstellung erstellen. Im Falle eines erforderlichen Neubaus würde er einen Standort neben der Grundschule favorisieren, um beide Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft zusammenzuführen. Es sei eine riesige Aufgabe, mit Blick auf die Demografie in unserer Gemeinde zunächst das Thema Kindergarten und dann das Thema Grundschulstandort anzugehen“, ist sich Wessels bewusst.

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Nachdem im Neubaugebiet „Am Bären“ in Unterwittighausen bis auf zwei alle 36 Grundstücke verkauft oder reserviert, im Neubaugebiet „Am tiefen Weg“ alle neun Areals veräußert und es darüber hinaus zahlreiche Anfragen gebe, sei die Festlegung und Ausweisung der nächsten Neubaugebiete im Gemeindegebiet sowie vor allem in Unter- und Oberwittighausen wichtig. Dazu gehöre zudem der Abschluss des Baugebiets „Oberdorf“ in Vilchband mit neun Grundstücken. „Die große Nachfrage zeigt die hohe Attraktivität Wittighausens insbesondere auch als verkehrsgünstig gelegene Gemeinde im Umland der Großstadt Würzburg bei zugleich noch relativ günstigen Quadratmeterpreisen“, unterstreicht Wessels.

Ein Gewinn für die gesamte Gemeinde wäre nach seiner Meinung die schaffung einer Einrichtung für pflegebedürftige Menschen jeden Alters – von der Tages- und Kurzzeitpflege über die stationäre bis hin zur palliativen Pflege möglichst an einem Standort: „Es ist sehr wichtig, dass Senioren in ihrer Heimatgemeinde Wittighausen bleiben können, denn „alte Bäume soll und darf man nicht umpflanzen.“

Weitere Vorhaben

Wessels nennt noch viele weitere Themen und Vorhaben, die es in den nächsten Jahren anzugehen und umzusetzen gelte. Dazu zählt unter anderem der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Unterwittighausen (Wittigostraße/L 511) im Bereich der Engstelle in Höhe „Dorfmühle“. Weiter nennt er den Bau des interkommunalen und länderübergreifenden Radwegs nach Bütthard und Gützingen, Umbau und Modernisierung des Bahnhaltepunkts Wittighausen bis 2024 sowie die Einrichtung eines neuen barrierefreien Bürgerbüros im Erdgeschoss des Rathauses.

Abschließend betont Marcus Wessels, dass mit der Wahl des Bürgermeisters in Wittighausen die kommunalpolitischen Weichen für die kommenden acht Jahre gestellt werden. Auch wenn am Sonntag nur ein Kandidat zur Wahl stehe, können die Bürger durch eine hohe Wahlbeteiligung ein deutliches Zeichen setzen und „eine breite Basis für die kommenden acht Jahre“ schaffen, wirbt er für eine rege Wahlbeteiligung.

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