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Geplanter Steinbruch nahe Bütthard - Menschen aus der Region sind mit den Plänen eines Kleinrinderfelder Unternehmens nicht einverstanden / Auch Wittighausen davon betroffen

Bürgerinitiative kündigt Widerstand gegen das Vorhaben an

Von 
Peter D. Wagner
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Das Areal des geplanten Steinbruchs liegt aus westlicher Richtung gesehen lediglich 200 Meter vom Ortsrand der Marktgemeinde Bütthard entfernt. © Peter D. Wagner

Bütthard/Wittighausen. Die Gründung einer Bürgerinitiative (BI) gegen den geplanten Steinbruch war Ziel und Anlass einer Versammlung in Bütthard.

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Dazu aufgerufen hatte die Wählergemeinschaft „Wir für Bütthard“ unter dem Motto „Kein Steinbruch in Bütthard“ die Bürger sowohl aus Bütthard als auch Wittighausen sowie darüber hinaus, die Bedenken gegen entsprechende Planungen haben, um eine überparteiliche BI zu gründen. Wie berichtet, plant ein Unternehmen aus Kleinrinderfeld in Bütthard nahe des westlichen Ortsrands auf einem 6,4 Hektar großen Landwirtschaftsareal einen 5,5 Hektar umfassenden Muschelkalkabbau.

Thema betrifft viele

„Schon in der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der große Unmut der Bürger über die Pläne der Firma Seubert deutlich – dabei stehen die Planungen noch ganz am Anfang“, betonten die Initiatoren der BI vor der Gründungsversammlung. Alle Gemeinderäte nebst Bürgermeister Peter Ernst hatten in dieser Ratssitzung bereits deutlich Position gegen den Steinbruch bezogen.

„Die Gemeinde kann von dem Steinbruch keine Vorteile erwarten – ganz sicher aber wird sie unter Dreck, Lärm und Schwerlast leiden“, zeigten sich alle lokalen Akteure überzeugt.

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„Der rege Besuch zeigt, dass dieses Thema viele interessiert und betrifft“, begrüßte Mitorganisator Daniel Staffen-Quandt die zahlreichen Bürger im örtlichen Musikheimgarten. „Wir sind davon überzeugt, dass die Gründung einer Bürgerinitiative sinnvoll ist, um mit gebündelten Kräften gemeinsam mit den Amts- und politischen Mandatsträgern sowie Nachbarkommunen gegen die Errichtung dieses Steinbruchs an einem Strang zu ziehen“, unterstrich der Sprecher der Initiative die Ziele und Gründe einer BI.

Bürger, Gemeinderat, Bürgermeister Peter Ernst und sein Stellvertreter Udo Konrad, der als Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes die Interessen der lokalen Landwirtschaft vertritt, betrachten einen Steinbruch an diesem Standort sowohl wegen vorauszusehender Konflikte mit den Bauern nebst einer vorhandenen Biogasanlage und einem nahen Naturschutzgebiet für untragbar als auch mit den Wohngebieten aufgrund der nur geringen Distanz von lediglich 200 Meter zum Ortsrand. „Besonders bei den zumeist herrschenden Westwinden sind massive Beeinträchtigungen der Anwohner durch Lärm-, Staub- und Abgasemissionen einer solchen nur wenige hundert Meter entfernten Anlage abzusehen“, hoben die Akteure hervor.

Ebenfalls von dem Vorhaben der Firma Seubert betroffen wäre ein avisiertes 1,7 Hektar großes Wohnneubaugebiet ganz in der Nähe, für das demnächst die Erschließungsplanung erfolgen soll und für dessen geplante 16 Bauplätze sich dann wohl kaum mehr Interessenten zur Zahlung eines angemessenen Verkaufspreises finden lassen würden. Ein massiver Eingriff ins Landschaftsbild, der wertvolle irreversible Verlust von Landwirtschaftsböden und eine Erhöhung des Unfallrisikos für alle Verkehrsteilnehmer wurden unter anderem als weitere Argumente gegen das geplante Projekt vorgebracht.

Radwegbau gefährdet

Darüber hinaus werde der Schwerlastverkehr eines Steinbruchs die Planungen und den Bau eines interkommunalen Radwegs zwischen Bütthard und Wittighausen gefährden, wie unter anderem Maria Ott, Mitinitiatorin einer Bürgerinitiative pro dieses Radwegs, erneut hinwies. Der Grund: Die Zu- und Abfahrt des Lkw-Verkehrs zwischen dem Steinbruch und der Kreisstraße Richtung Unterwittighausen würde den Planungen nach auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flurwegen erfolgen, die zum einen nicht für diese Mengen an Schwerlast- und Begegnungsverkehr ausgelegt seien sowie zum zweiten als Teilstück für den erwünschten Radweg disponiert wären.

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Interessen eines Betriebes

„Es kann nicht sein, dass durch das wirtschaftliche Interesse eines einzelnen Betriebs alles zunichtegemacht wird“, lautete die Botschaft einer der sich zu Wort meldenden Vetoredner. Die Marktgemeinde Bütthard habe sich schon anhand Beispiele anderer bereits genehmigter oder existierender Steinbrüche im Würzburger Landkreisgebiet juristisch beraten lassen, teilte Daniel Staffen-Quandt mit. Im weiteren Verlauf wurde mit überwältigender Mehrheit von den Anwesenden die Gründung der BI beschlossen sowie vier Kandidaten – darunter Staffen-Quandt – als Sprecher gewählt.

Aber nicht nur die BI, Bürgermeister Ernst und dessen Stellvertreter befürchten negative Auswirkungen und Beeinträchtigungen bei Realisierung eines Steinbruchs auf Gemarkung Bütthard, sondern auch Wittighausens Bürgermeister Marcus Wessels sowie dortige Gemeinderäte und Bürger stehen dem Projekt skeptisch gegenüber. Sie beargwöhnen bei einer Realisierung des Vorhabens vor allem durch den zu erwartenden zusätzliche Schwerlastverkehr erhebliche Probleme sowohl innerorts für Gemeindeteile Wittighausens als auch außerorts für die kreis- und länderübergreifende sowie teilweise nur schmale und kurvenreiche Verbindungsstraße (Kreisstraßen WÜ 36 und K 2807) zwischen Bütthard und Unterwittighausen.

Zudem prognostiziert Wessels Beeinträchtigungen durch Emissionen bei Wind aus umgekehrten Richtungen für die Bewohner des lediglich in zwei bis drei Kilometer Luftlinie entfernten Ortsteils Unterwittighausen als Resultat eines Steinbruchs am Rande von Bütthard.

Einwände angekündigt

Dementsprechend hatte Wittighausens Bürgermeister bereits Anfang Juni bei einem Besichtigungstermin vor Ort in Bütthard Einwände im Rahmen des kommunalen Beteiligungsverfahrens angekündigt, sollten die Planungen weiter fortgesetzt sowie vom Vorhabenträger ein Genehmigungsverfahren offiziell beantragt und eingeleitet werden.

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