Gewählter Oberbürgermeister - Am Sonntag stand Markus Herrera Torrez noch auf dem Fußballplatz in Höchst, im Mai tritt er sein Amt als Wertheimer Rathauschef an Zukünftiger OB kassiert Gelbe Karte

Von 
Gerd Weimer
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Markus Herrera Torrez dirigiert am Sonntag auf dem Sportplatz in Frankfurt-Höchst die Defensive seiner Mannschaft. Bald ist er Chef des Wertheimer Rathauses.

Markus Herrera Torrez interpretiert seine Rolle als Verteidiger auch offensiv. © Paul Weimer
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Wertheim/Höchst. „Aufrücken! Aufrücken!“ Markus Herrera Torrez gibt der Abwehr der SG Hoechst II lautstark Kommandos. Er und sein Innenverteidiger-Kollege, der Mannschaftskapitän Emir Ulucay, dirigieren die Defensive. „Sie kommunizieren. Markus macht das sehr gut“, lobt Trainer Salvatore Ianetti.

Es ist Sonntagmittag, ideales Wetter auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark in Höchst, einem Stadtteil von Frankfurt. Eher ungewöhnlich, dass ein Pressemann mit Fotografen-Unterstützung zu einem Spiel der Kreisliga C Main-Taunus kommt. Der Grund dafür spricht sich schnell herum. Der Spieler mit der Nummer sechs im roten Trikot der Heimmannschaft ist gewählter Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Wertheim.

Rolle offensiv interpretiert

„Okay, ich tunnel jetzt den Oberbürgermeister“, feixt der Rechtsaußen der Spvgg. 07 Hochheim II, dem heutigen Gegner. Viel Erfolg hat er damit nicht. Die Hochheimer vergeben in der ersten Hälfte beste Chancen. Herrera Torrez gerät mit seiner Defensive arg ins Schwimmen. Er interpretiert seine Rolle ohnehin ziemlich offensiv. Sucht immer wieder die Laufwege auf der linken Seite.

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In der zweiten Spielhälfte befreien sich die Hoechster dann mehr und mehr. Der Mittelfeldspieler Shafi Nazari markiert in der 60. Minute das 1:0. Zehn Minuten später kassiert Herrera Torrez die Gelbe Karte. Er kommt zu spät, trifft den Fuß des Gegners statt den Ball. „Dem musste ich die Karte geben“, sagt der Schiedsrichter nach dem Spiel in breitem Hessisch. „Ich fand die Karte eher ungerechtfertigt“, meint der Gelb-Sünder.

Zehn Minuten vor Schluss spielt Herrera Torrez den Stürmer Shafi Nazari auf der linken Außenbahn steil an. Nazari quert mit Ball an der Sechzehnerlinie das Feld und schließt mit einer schönen Bogenlampe ab: 2:0. Das Spiel ist entschieden. Wenig später hat dann Herrera Torrez das 3:0 auf dem Fuß. Nach schöner Kombination taucht er plötzlich alleine vor dem gegnerischen Torwart auf, muss nur einschieben, scheitert aber am aufmerksamen Keeper. Es fehlen ein bisschen die Kräfte.

Vertrauliches Gespräch

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Der künftige OB war erst am Tag zuvor aus Ägypten zurückgekehrt. Der Urlaub sei sehr erholsam gewesen, eine gute Gelegenheit, um sich auf das Oberbürgermeisteramt vorzubereiten. „Aber keine optimale Vorbereitung fürs Spiel“, berichtet Herrera Torrez schmunzelnd. Er habe die Gelegenheit genutzt, sich zu entspannen und in ein paar Themen einzulesen. Für das Treffen mit seinem Wahlkontrahenten und Beigeordneten Wolfgang Stein, das vor dem Urlaub stattfand (wir berichteten), habe man einen Ort außerhalb Wertheims gewählt, „weil es vertrauliche Sachen zu besprechen gab.“ Bei diesem „ersten persönlichen Austausch nach der Wahl“ habe es ein „freundliches Gespräch“ gegeben. Dessen Inhalte sollen allerdings vertraulich bleiben.

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Ob zur feierlichen Amtseinführung am 3. Mai in Wertheim auch die Mitspieler seiner Mannschaft kommen werden, konnte Herrera noch nicht bestätigen. Möglicherweise verbrächten die „jungen Leute“ den Freitagabend doch lieber mit anderen Aktivitäten. Auf jeden Fall würden neben den Familienmitgliedern auch Freunde aus seiner Heimatstadt Lauffen vor Ort sein. „Mir war es wichtig, dass es keine Riesenveranstaltung mit ganz vielen Redebeiträgen wird“, so Herrera Torrez. „Die Leute wollen sehen, wie die Amtseinführung vonstatten geht, und ein bisschen unterhalten werden“, so der künftige OB.

Neben der Big Band des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums werden Maya Herrera Torrez, die Schwester des OB in spe, und die Schwester seiner Verlobten, Meica Lüchow, Musikstücke zum Besten geben. Möglicherweise gibt es auch einen Auftritt von Luise und Leopold Braun, die jüngst beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ erfolgreich waren.

Markus Herrera Torrez wohnt künftig mit seiner Verlobten in der Wilhelm-Langguth-Straße. Aline Pawliczak wird zum Wintersemester ein Master-Studium in Sozialwissenschaften an der Universität Würzburg beginnen. „Das ist zumindest der Plan“, so Herrera Torrez.

Seine Amtszeit beginnt übrigens vor der feierlichen Amtseinführung. Schon am 1. Mai steht ein erster Termin auf dem Plan: Es geht zum Dertinger Weinfest, bevor Herrera Torrez am Tag darauf sein Büro im Wertheimer Rathaus bezieht.

Redaktion Teamleiter Redaktion Wertheim