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 Wiederansiedlung der Polizei - Bürgermeister Wolfgang Stein spricht von einem "guten Tag für Wertheim" "Wir freuen uns wahnsinnig darüber"

Von 
Diana Seufert
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Das Gebäude der ehemaligen Polizeiakademie auf dem Reinhardshof könnte bereits im nächsten Jahr wieder polizeilich genutzt werden.

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Die Freude in der Stadt ist groß: Das Gelände der ehemaligen Polizeiakademie auf dem Reinhardshof soll auch künftig wieder durch Beamte genutzt werden.

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Wertheim. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagt Bürgermeister Wolfgang Stein gestern Morgen. Er war mehr als froh über die guten Nachrichten aus Stuttgart und sprach von "einem guten Tag für Wertheim". Am Wochenende hatte Innenminister Thomas Strobl dem Landtagsabgeordneten für den Main-Tauber-Kreis, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, nach einem neuerlichen Gespräch um die Zukunft der Gebäude zugesagt, dass das Gelände wieder "einer polizeilichen Weiternutzung zugeführt" wird (wir berichteten). Damit geht für viele Wertheimer ein großer und langgehegter Wunsch in Erfüllung: Die frühere Außenstelle der Polizeiakademie kann wieder eine Ausbildungsstätte für die Polizei werden.

Vorstellig in Stuttgart

Vor zwei Jahren wurden die Liegenschaften des Landes als Erstaufnahmeeinrichtung zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Im September war der Betrieb schließlich eingestellt worden. Seitdem fungieren die Räume auch als Außenstelle des Regierungspräsidiums Stuttgart (wir berichteten).

Vonseiten der Stadt und aller Verantwortlichen war man in den vergangenen Jahren immer wieder in Stuttgart vorstellig geworden. Die Gemeinderatsmitglieder hatten in zahlreichen Sitzungen immer wieder nach der Zukunft des Areals gefragt.

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"Wir freuen uns wahnsinnig über die Nachricht", so Stein. Man habe gespürt, dass etwas im Gange ist."Die sachlichen Argumente, die von OB Stefan Mikulicz und dem Gemeinderat an das Innenministerium weitergeben worden sind, haben endlich Früchte getragen." Dankbar sei er für den Einsatz des Abgeordneten, der ebenfalls viel Arbeit im Hintergrund geleistet habe, und für das Engagement und Gemeinschaftswerk aller, das zu diesem Ergebnis geführt habe, so Stein.

Künftige Nutzung noch offen

Unklar ist bisher, wie die polizeiliche Nutzung künftig aussehen kann. "Wir sind offen für alles und stehen Gewehr bei Fuß, um Innenministerium und das Amt für Vermögen und Bau bei der Umsetzung der Planungen zu unterstützen", so der Wertheimer Bürgermeister Wolfgang Stein.

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Die Feinjustierung muss noch erfolgen, verweist Michael Greiner, Leitender Regierungsdirektor und Amtsleiter Heilbronn des Amtes für Vermögen und Bau auf ein Gespräch am heutigen Donnerstag in Stuttgart. Zusammen mit Vertretern des Innenministeriums soll ausgelotet werden, welche konkreten Aufgaben nach Wertheim verlagert werden sollen. "Wir haben die politischen Vorgaben gehört, nun kümmern wir uns um die fachliche Umsetzung", meint Greiner. Von größeren Umbaumaßnahmen geht er nicht aus. Doch sollten sich bauliche Notwendigkeiten ergeben, werde man die zügig umsetzen. Dass der Betrieb bereits im nächsten Jahr wieder aufgenommen werden kann, wie MdL Wolfgang Reinhart meinte, ist für ihn nicht abwegig.

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Diese Hoffnung auf Wiederbelebung hatten auch viele Wertheimer, wie eine Umfrage der Fränkischen Nachrichten zeigt. Die Chance, dass die Polizeiakademie auf den Reinhardshof zurückkommt, war für 62,4 Prozent der Befragten realistisch. Nur 18,7 Prozent sagten hier "Nein". Unsicher waren sich 15,1 Prozent, während 3,8 Prozent der Befragten keine Angabe machen wollten.

Sanierung der Sporthalle?

Die jüngsten Entwicklungen könnte nun auch die Sanierung der ehemaligen Sporthalle der Polizeiakademie forcieren. Sie kann seit dem Brandanschlag im September 2015 von den Vereinen nicht mehr genutzt werden. Aber da sie zu den Liegenschaften des Landes gehört, war eine Instandsetzung bisher von der künftigen Nutzung der Gebäude abhängig.

"Ich bin guter Dinge, dass sich auch in diesem Bereich etwas tun wird", macht Stein deutlich, dass die Halle für ihn ein Teil des Geländes ist und nicht außer Acht gelassen werden darf. Er sei optimistisch, dass man mit einer weiteren polizeilichen Nutzung der Gebäude auch umgehend die Sanierung der Halle angeht.

Für Wertheims Bürgermeister ist dies auch ein deutliches Signal für die Stadtteile Reinhardshof und Wartberg, die genauso im Fokus der Verwaltung stünden wie die übrigen Stadtteile und Ortschaften.

Das hört der Stadtteilbeiratsvorsitzende Walter Ploch gerne. "Jeder hatte die Hoffnung, dass die Polizei wieder zurückkommt." Es seien viele freundschaftliche Beziehungen entstanden. Bei den Festen der Vereine hätten sich viele eingebracht, die Cafeteria der Einrichtung sei auch von den Wertheimern gerne genutzt worden. "Es wäre toll, wenn die Aus- und Weiterbildung von Polizisten wieder auf den Reinhardshof zurückkommt", hofft er.

"Ich bin sicher, dass wir beim Land punkten können, weil die Infrastruktur ja schon vorhanden ist", so Ploch. Nichts wäre in seinen Augen fataler, als die Räume und Strukturen dort ungenutzt zu lassen. Ploch sieht das Ja für die Main-Tauber-Stadt auch in einer Wertschätzung für die gute Arbeit, die in Sachen Flüchtlingsaufnahme erfolgt ist.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz