Baumfällungen - L 2310 ist seit Montag für längere Zeit gesperrt / Auf rund 116 000 Quadratmetern fallen Bäume der Säge zum Opfer Wintereinbruch erschwert Arbeiten an Wertheimer Straßen

Seit Dienstagvormittag laufen die Baumfällarbeiten bei der Mainleite zwischen Eichel und Urphar. Die Arbeiten finden in den steilen Waldhängen statt.

Von 
Birger-Daniel Grein
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Thomas Knörzer vom Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises (links) und Reinhard Mairhofer, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens, stimmten am Montagvormittag letzte Details für die Baumfällarbeiten im Bereich der Mainleite ab. © Birger-Daniel Grein

Wertheim. Die Landesstraße L2310 ist seit diesen Montag aus Sicherheitsgründen bis Sonntag, 21. Februar gesperrt. Auch die Wanderwege im Wald im Bereich sind gesperrt. Der Grund dafür sind die notwendigen Baumfällarbeiten. Sie finden in diesem Jahr etwa im Bereich zwischen der Mauer an der L2310 Richtung Urphar und Urphar selbst statt.

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Thomas Knörzer vom Sachgebiet Betrieb und Verkehr im Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises erklärte am Montagvormittag im Gespräch vor Ort, dass der Bereich zwischen Eichel und Urphar in einzelne Felder wie ein Mosaik eingeteilt sei. Alle fünf Jahre werden andere Felder bearbeitet, so dass nach 15 Jahren wieder Fällungen in den ersten Feldern des Bereichs stattfinden. Die 15 Felder haben Flächen zwischen 10 000 und 25 000 Quadratmetern. Zusammen umfassen sie rund 340 000 Quadratmeter.

Fällungen in sechs Feldern

In diesem Jahr finden Fällungen in sechs Feldern mit insgesamt 116 000 Quadratmetern statt. Bei der L 2310 handelt es sich um eine Straße im Besitz des Landes Baden-Württemberg, der darüber liegende Wald gehört der Stadt Wertheim. „Land und Stadt haben vereinbart, dass das Land die Arbeiten ausführen lässt. Das Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises ist für die Verkehrssicherheit des Straßenabschnitts mit zuständig und wickelt die Aufgabe organisatorisch ab“, so Knörzer.

Größte Herausforderung für die Arbeiten sei die steile Hanglage und zusätzlich die aktuelle Witterung. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Firma Mairhofer aus Mudau, die Erfahrung mit solchen Projekten hat und im Bereich zwischen Eichel und Urphar schon mehrfach im Einsatz war. Das Unternehmen ist mit 15 Mitarbeitern vor Ort, die von Montag bis Samstag arbeiten. „Wir werden die Sperrung optimal ausnutzen“, erklärte Knörzer. In Bereichen, in denen gerade keine Fällungen stattfinden, werde man die Äste, die über den Zaun hängen entfernen. Außerdem wird eine weitere Firma die Steine abräumen, die hinter den Steinfangzäunen liegen.

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Reinhard Mairhofer, Geschäftsführer des Fällunternehmens: „Wir haben Erfahrung mit der Situation im hier Hang und haben Anfang der 1990er Jahre sogar schon mit Helikopterunterstützung gearbeitet.“

Die aktuelle Herausforderung sei allerdings der Wintereinbruch. „Im Moment ist es schwierig im Hang zu arbeiten, weil das Risiko für die Arbeiter wächst, im steilen Gelände abzurutschen.“ Auch die Zufahrt zum Gebiet im Wald sei erschwert. Das meiste an den Fällungen sei Handarbeit. Am Mittwoch soll zudem ein Bagger mit Vorbau zum Einsatz kommen, um Arbeiten im Bereich hinter dem Schutzzaun vorzunehmen. Eine weitere Herausforderung sei, den Felsfangzaun nicht zu beschädigen und sicherzustellen, dass es durch die Arbeiten keinen Abgang von Felsen oder Holz auf die Landstraße gebe.

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Weil solche Abgänge nicht ausgeschlossen werden können, müsse die Straße während der Arbeiten, gesperrt werden, so Knörzer. Man sei sich bewusst, dass der Schneefall die Arbeiten erschwere, habe aber keine andere Wahl gehabt, als dennoch damit zu beginnen. „Aus Naturschutzgründen müssen die Arbeiten bis Ende Februar abgeschlossen sein.“ Außerdem sei es nicht einfach eine 14-tätige Sperrung für ein viel befahrende Landstraße genehmigt zu bekommen, weshalb man nicht einfach die Arbeiten um einige Tage verschieben könne.

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Das gefällte Holz bleibt quer im Hang liegen, weil es schlecht abzutransportieren sei und bei einem Abtransport die Gefahr bestehe, dass Felsen abrutschen. „Die Bäume sind auch nicht so groß.“

Sperrung mit Aufwand

Knörzer verwies auch auf den Aufwand, den die Sperrung mit sich bringe. So seien die Mitarbeiter der Straßenmeisterei, der Stadt Wertheim und der Autobahnmeisterei umfangreich gefordert, wenn es um die Aufstellung zahlreicher Umleitungsschilder geht. „Würde das nur ein einzelner Mitarbeiter machen, bräuchte er für das Aufstellen vor der Maßnahme und das Abbauen der Schilder danach eine ganze Arbeitswoche.“ Trotz mehrfacher Ankündigung in den Fränkischen Nachrichten und der umfassenden Ausschilderung von Sperrungen, zeigten sich nicht wenige Fahrzeugführer am Montagvormittag von der Sperrung überrascht. So mussten mehrere Lkw und Pkw an der Sperrung wieder umdrehen.

Die Gesamtkosten für die diesjährige Maßnahme belaufen sich laut Knörzer auf rund 180 000 Euro. Ursprünglich waren die Arbeiten schon für 2020 geplant, wurden dann aber auf dies Jahr verschoben. Die nächste Fällmaßnahme soll 2025 stattfinden. „Wir machen das alle fünf Jahre, um die Verkehrsbehinderung durch die Vollsperrung so gering wie möglich zu halten.“ Lieber arbeite und sperre man dann die Straße einige Tage länger, statt jedes Jahr so eine Vollsperrung vornehmen zu müssen.

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