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Leserbrief - Zu „Mit Alleinstellungsmerkmalen werben“ (FN, 31. Dezember) Wie passt das mit der Realität zusammen?

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In ihrer Ausgabe vom 31. Dezember 2021 berichten die Fränkischen Nachrichten unter anderem darüber, dass Landrat Schauder in 2022 in den Aufsichtsrat der „Tourismus Marketing Baden-Württemberg aufrücken wird. In dieser Funktion wolle er dort für die Region Heilbronn-Franken und das „Liebliche Taubertal“ im Besonderen werben.

Auch stelle er fest, dass die Übernachtungszahlen coronabedingt zwar zurückgegangen seien, doch in den Sommern 2020 und 2021 habe der Tourismus geboomt. Er gehe von einer Zunahme des Inlandstourismus aus, da sich das Reiseverhalten nachhaltig verändert habe.

Da erscheint es als stimmig, dass auf den Internetseiten des Main-Tauber-Kreise das Kloster Bronnbach unter dem Button „Wirtschaft und Tourismus“ eine eigene Seite einnimmt. Dort wird der Klosterweiler als einzigartiges Kleinod im Main-Tauber-Kreis beworben. Es wird auf das anspruchsvolle Kulturprogramm hingewiesen und man lädt in das „stilvolle Restaurant“ in der ehemaligen Orangerie und das „komfortable Hotel“ im umgebauten ehemaligen Bursariatsgebäude ein. (Dass hier unter den Besuchern eine große Nachfrage besteht, davon konnte ich mich persönlich im Jahr 2021 überzeugen, in dem ich ein für den Monat Juli anvisiertes Familientreffen auf Ende Oktober verschieben musste, weil vorher keine Betten frei waren.) Kurz, es handele sich hier um ein „Denkmal von nationalem Rang“.

Doch wie passt das mit der Realität zusammen?

Der Coup, den der Landkreis mit der Vergabe der Gastronomie und Hotellerie in professionelle Hände mit den Verträgen von 2018 und 2019, gelandet hat, wird nun leider in Frage gestellt.

Einem Beitrag in dieser Zeitung vom 18. Dezember war zu entnehmen, der Kreis wolle die Pflichtaufgaben Sanierung des Beruflichen Schulzentrums in Wertheim und Neubau der Straßenmeisterei Külsheim vorziehen. Das erscheint noch nachvollziehbar, auch wenn es immer Pflichtaufgaben geben wird, die wichtiger erscheinen als der Erhalt eines Kulturdenkmals. Im Nachsatz wird der Landrat zitiert: „Das letzte, was wir brauchen, ist ein Projekt, das aus dem Ruder läuft.“ Warum soll das Projekt in Bronnbach aus dem Ruder laufen, die beiden anderen genannten Bauprojekte jedoch nicht? Wo ist da der Unterschied? Im Übrigen: Wird der Bau nicht noch teurer, wenn er verschoben wird? Was wird eigentlich aus den Fördermitteln, die laut Berichterstattung vom 22. November speziell für die Sanierung der ehemaligen Schreiner zum Bursariat II durch die Denkmalförderung bereitgestellt wurden?

Ob es sich bei der Abwendung des Kreistags von den vertraglichen Verpflichtungen aus dem Jahr 2019 um Vertragsbruch handelt, werden Juristen zu beurteilen haben.

Als aufmerksame Bürgerin, die neben allen fiskalischen Bedenken auch die Verantwortung sieht, die der Main-Tauber-Kreis mit dem Erwerb des Klosters übernommen hat, und sich darüber freut, dass die Anlage bisher einen guten Weg genommen hat, kommt man jedoch ins Grübeln.

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Veröffentlicht
Von
hvb
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