Ansiedelung - Polizeihochschule startete am 1. Juli Studienbetrieb / Seit September werden rund 300 Polizeianwärter ausgebildet Wichtiger Baustein in der Ausbildung

Von 
Heike Barowski
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Hauptkommissar Frank Vollmer war als Dienstgruppenleiter elf Jahre im Wertheimer Polizeirevier tätig. Heute unterrichtet der Dozent Polizeirecht und ist als Klassenlehrer für 30 Polizeianwärter verantwortlich. © Heike Barowski

Wenn Hauptkommissar Frank Vollmer auf dieses Jahr zurückblickt, sieht er eine spannende Zeit, aus dem Hauptgruppenleiter einen Dozenten werden ließ.

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Wertheim. Gerade sitzt Frank Vollmer in seinem Vorbereitungsraum über den ersten Klausuren. Natürlich brennt er darauf, zu erfahren, wie gut er den Polizeianwärtern den Stoff vermitteln konnte.

Hauptkommissar Frank Vollmer war elf Jahre in Wertheim als Dienstgruppenleiter tätig und unter anderem für den Streifendienst zuständig. Als für die Wiedereröffnung der Polizeihochschule am Standort Wertheim Lehrkräfte gesucht wurden, stand sein Entschluss fest. Seit 1. Juli ist er nun Dozent für Polizeirecht, Staatsverfassungsrecht und Führungslehre.

Aus der anfänglichen Nervosität ist inzwischen fast so etwas wie Routine geworden. „Natürlich habe ich vor den ersten Stunden Respekt gehabt. Aber ich wusste genau, diese Aufgabe kann ich bewältigen“, sagt er heute und schmunzelt während er auf seine „Anfänge“ als Dozent und Klassenlehrer zurückblickt.

Der Blick zurück

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Erst war der Standort Polizeischule, dann Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EA). Als das Regierungspräsidium die Schließung der EA bekannt gab, stand Wertheim mal wieder vor einer großen Herausforderung. Bereits 2016 versuchte man dem Regierungspräsidium eine Wiederöffnung als Polizeischulstandort schmackhaft zu machen.

Der alles entscheidende Brief kam im Oktober 2017 mit der Zusage. Als Baden-Württembergs Innenminister Wolfgang Strobl im April dieses Jahres den Standort besuchte, sagte er: „Diese Einrichtung gehört dem Land, war bereits Polizeiakademie und verfügt deshalb über die notwendige bauliche Substanz. Zudem ist es ein Bekenntnis für den Norden des Landes und den ländlichen Raum.“ Neun Millionen Euro hat das Land in den Umbau der Gebäude investiert. Noch einmal vier Millionen waren für die Anmietung und den Umbau weiterer Bauten veranschlagt.

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Von Januar bis Juli wurde der Praktiker Frank Vollmer auf seine Arbeit als Dozent vorbereitet. Parallel dazu liefen die Arbeiten auf dem Reinhardshof mit Hochdruck. Räume wurden umgebaut, Lampen montiert, Unterrichtsmaterialien herbeigeschafft, Schutt weggeräumt und eine Kantine gebaut. Hier fand am 2. Juli der Empfang der ersten 130 Studenten statt. „Der Hochschul-Standort Wertheim ist ein elementarer Baustein in der Ausbildungsstruktur“, betonte damals Polizeivizepräsident Jürgen Hirschle in seiner Ansprache.

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Noch musste man aufgrund der baulichen Situation „permanent nachsteuern“, wie Polizeioberrat und Leiter des Institutsbereichs, Richard Zorn, im September sagte. Das war nur ein paar Tage nach der feierlichen Vereidigung in der Main-Tauber-Halle. Inzwischen sind die letzten größeren Maßnahmen abgeschlossen. So ganz langsam kehrt der Alltag ein. Frank Vollmer redet von geregelter Struktur.