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Ausstellung

Wertheimer Fotografin porträtiert 12 Wertheimer Pflegekräfte

In der Ausstellung „Gepflegt. Gesegnet alt werden“ zeigt die Heidelberger Fotografin Gülay Keskin Porträts von zwölf Wertheimer Pflegekräften. Die eindrucksvollen Bilder sind bis November im Grafschaftsmuseum Wertheim zu sehen.

Von 
Birger-Daniel Grein
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Die Vorbereitungen zur Sonderausstellung „Gepflegt. Gesegnet alt werden“ im Grafschaftsmuseum sind abgeschlossen. Über die besondere, vor allem die emotionale Seite der Pflege zeigende Ausstellung freuen sich unter anderem Pfarrerin Dr. Verena Mätzke, Martina Spengler, Pflegedienstleiterin der evangelischen Sozialstation Wertheim und Pressesprecherin Alexandra Helmich. © Birger-Daniel Grein

Wertheim. Im Herbst 2019 hat die Heidelberger Kunstfotografin Gülay Keskin auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Wertheim zwölf Pflegekräfte aus dem Wohnstift Hofgarten und der Evangelischen Sozialstation Wertheim mit der Kamera bei der Arbeit begleitet.

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Entstanden sind 12 großformatige Bildkombinationen aus Porträt und Arbeitsszene, die unter dem Ausstellungstitel „Gepflegt. Gesegnet alt werden“ einen berührenden Einblick in den Alltag stationärer und ambulanter Pflegekräfte ermöglichen. Gezeigt werden Momente von Zwischenmenschlichkeit, Fürsorge, Frust, Einsamkeit, Kollegialität und dem Kampf gegen die Uhr. Immer aber sind es Momente des füreinander Daseins: Momente, ohne die eine Gesellschaft nicht leben kann, in der die Menschen immer älter werden.

„Ich habe große Hochachtung für alle Pflegekräfte für ihre tägliche Leistung“. Ihre Arbeit sei zwar schwer und erfolge unter schwierigen Bedingungen, sei gleichzeitig aber auch sehr schön und emotional, stellte Martin Leynar, Geschäftsführer des Wohnstifts Hofgarten beim Pressegespräch zur neuen Sonderausstellung im Grafschaftsmuseum fest.

Pfarrerin Dr. Verena Mätzke erläuterte, dass es sich um eine Fotokunstausstellung, die mit künstlerischer Bildsprache Pflege aus Sicht der Pflegekräfte sichtbar mache.

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Die Initiative zur Ausstellung sei von evangelischer Kirchengemeinde, dem Wohnstift und der evangelischen Sozialstation Wertheim gekommen und sei Teil des Kirchenkompass-Projekts „Goldene Minuten konkret“.

Ziel der Kirchenkompassprojekte sei es, die Kirche voranzubringen. Mit der Ausstellung wolle man Pflege öffentlich machen und zur Diskussion über das Altern und Generationengerechtigkeit anregen.

Durch die Beteiligung der beiden Pflegedienstleister habe man das breite Spektrum der Pflege zeigen können. sagte Mätzke. Sie freute sich, dass man die Kunstfotografin Gülay Keskin habe gewinnen können, die bereits 2017 eine Ausstellung zum Thema Trost für die „goldenen Minuten“ in Wertheim gezeigt habe. Bereits damals habe man die Idee einer Ausstellung zum Thema Pflege ins Auge gefasst. Nach zwei Jahre hätten Konzept und Finanzierung gestanden.

„Die Fotografin ist ein großer Glücksfall für das Projekt“, ist Mätzke überzeugt. Sie sei das Arbeiten mit gesellschaftskritischen Themen gewohnt. Besonders hob sie Keskins Gabe hervor, sich in ihr Gegenüber und das Thema einzufühlen. „Sie ist stets respektvoll und aufmerksam, was sich auch in ihren Fotos widerspiegelt.“ Sie schaffe es, das Unsichtbare sichtbar zu machen, ohne die Intimität, die zentraler Bestandteil von Pflege sei, komplett aufzubrechen. Peter Jaworek vom Wohnstift Hofgarten hat die Arbeit mit Keskin sehr positiv empfunden. „Es war ein sehr offenes schönes Gespräch“, sagte der Pfleger. Sigrid Kühn, Pflegekraft bei der evangelischen Sozialstation, beschrieb Keskin als sehr geduldig und einfühlsam.

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Einig waren sich die Projektbeteiligten, dass man mit dem Kunstprojekt auch Menschen für den Beruf der Pflege begeistern und bei der Politik die Aufmerksamkeit wecken wolle, dass Rahmenbedingungen verbessert werden müssen. Ein ausführliches Begleitheft zur Ausstellung bietet neben den Bildern auch Auszüge aus Gesprächen, die die Fotografin mit den Pflegekräften geführt hat und die sowohl das Schöne als auch die Herausforderungen dieses Berufes benennen. Es wird deutlich, wie wichtig dieser Beruf und wie gefährdet er zugleich ist: Seit Jahren nimmt der Personalmangel zu, was sowohl an der Vergütung, aber auch an den zunehmend schwierigeren Arbeitsbedingungen liegt. „Das muss man den Menschen doch dringend einmal vor Augen führen!“, beschreibt Keskin ihre Motivation und Bereitschaft, sich auf die Arbeit mit den Pflegekräften einzulassen.

Durch die Coronapandemie musste die Ausstellung der Bilder, die ursprünglich für Mai 2020 geplant gewesen war, bereits zweimal verschoben werden. Nun werden die Bilder vom 13. Oktober bis 28. November im Grafschaftsmuseum Wertheim ausgestellt. Flankiert wird die Ausstellung durch ein ausführliches Rahmenprogramm aus gottesdienstlichen, politischen und kulturellen Veranstaltungen und Führungen, die alle auf die hohe Bedeutung von Pflege in der Gesellschaft hinweisen wollen. „So ist auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegekräften eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der die Ausstellung einen Anstoß leisten möchte“, betont Mätzke.

Freier Autor

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