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Sitzung Betriebsausschuss - Weniger Ausgaben, aber auch geringere Einnahmen beim Gebäudemanagement / Stadt muss mehr Geld als geplant lockermachen

Wertheimer Eigenbetrieb Gebäudemanagement: Pandemie hinterlässt ihre Spuren

Licht und Schatten beim Jahresabschluss 2020 des Eigenbetriebs Gebäudemanagement: Wegen der Pandemie fallen beispielsweise die Energiekosten geringer aus, aber auch die Einnahmen sinken.

Von 
Gerd Weimer
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Weil in den städtischen Gebäuden kaum Veranstaltungen (wie hier auf dem Bild die Michaelismesse) möglich waren, sanken die Mieteinnahmen. Auf der anderen Seite gingen beispielsweise wegen der Lockdowns die Energiekosten für die Schulen zurück. © FN-Archiv/Birger-Daniel Grein

Wertheim. Die Folgen der Pandemie schlagen sich auch im Jahresabschluss des Eigenbetriebs Gebäudemanagement nieder. Bei der Sitzung des Betriebsausschusses am Montag informierte die zuständige Abteilungsleiterin Natalja Kiefel über die Auswirkungen auf das Zahlenwerk für das Jahr 2020.

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Demnach stieg die Kostenerstattung der Stadt für den Eigenbetrieb, der insgesamt 140 städtische Gebäude betreibt und unterhält, um 88 000 Euro. Der Stadtkämmerer musste tiefer in die Tasche greifen als geplant, weil wegen der Pandemie die Einnahmen geringer ausfielen. Beispielsweise konnten die Gebäude wie etwa Turnhallen nicht von den Vereinen genutzt werden. Entsprechend flossen keine Mieteinnahmen.

Diese Mindereinnahmen betrugen rund 84 000 Euro. Die pandemiebedingte Nichtnutzung durch den Vereinssport, Festivitäten oder Märkte zog zusätzlich Mindereinnahmen bei den Erträgen aus kurzfristiger Vermietung (minus 27 000 Euro) und Einnahmen aus der Erstattung von Personalkosten für Hausmeister (minus 6300 Euro) nach sich.

Eine weitere größere Abweichung zu den Planzahlen ergab sich bei den Erträgen aus der Wohnungsvermietung in Zusammenhang mit der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen (minus 101 000 Euro). Weil der Stadt weniger Asylsuchende zugewiesen wurden, konnte man einige Wohnungen kündigen. Den Mindereinnahmen stünden zwar entsprechend weniger Ausgaben für die Miete, jedoch höhere Ausgaben für die Renovierung der Wohnungen gegenüber, so Natalja Kiefel.

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56 000 Euro weniger Einnahmen als ursprünglich kalkuliert ergaben sich bei der Abrechnung der Betriebskosten, vor allem wegen der Schließungen der Kindergärten und Schulen sowie die Nichtnutzung der Sport- und Mehrzweckhallen.

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Geringere Energiekosten

Positiv wirkte sich die Pandemie auf der anderen Seite auf die Kosten aus: So sanken die Ausgaben für Energie an den städtischen Gebäuden um fast 320 000 Euro. „Das hat den Jahresabschluss gerettet“, erläuterte Natalja Kiefel.

Die verordneten Lockdowns ließen die Aufwendungen für Reinigungsleistungen um 21 000 Euro sinken, obwohl die Reinigungskräfte wegen der mit der Pandemie verbundenen Hygienevorschriften stärker gefordert waren.

Die Schließung der Schulen und anderer Gebäude sowie Außenanlagen habe man dazu genutzt, um notwendige Sanierungsarbeiten durchzuführen, was wiederum Mehrausgaben von rund 250 000 Euro nach sich zog. Diesbezüglich zählte Natalja Kiefel unter anderem die Schulen (80 000 Euro), die WC-Anlage am Grafschaftsmuseum (54 000 Euro), Flüchtlings- und Obdachlosenwohnungen (38 000 Euro) sowie die Mehrzweckhallen und Rathäuser in der Kernstadt und den den Ortschaften (76 000 Euro) auf.

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Bei den Energiekosten erwähnte Natalja Kiefel besonders den Strombedarf der Straßenbeleuchtung (rund 275 000 Euro). Hier bestehe Einsparpotenzial durch den Einsatz stromsparender Technik. „Wir sind dran“, versprach die Abteilungsleiterin.

Insgesamt habe sich der Stromverbrauch in den vergangenen Jahren auf einem Niveau von rund 2,6 Millionen Kilowattstunden „eingependelt“. Mit herkömmlichen Maßnahmen seien „kaum weitere Einsparungen möglich“. „Da müssen wir jetzt mit anderen Bandagen kämpfen“, kündigte Natalja Kiefel an. Im Zuge der Digitalisierung und nach der Pandemie sei mit höherem Stromverbrauch zu rechnen, auch mit steigenden Strompreisen.

Projekte fürs Stromsparen

Um dem entgegenzuwirken, habe man diverse Projekte angestoßen: so etwa Photovoltaik-Anlagen auf den Gebäuden, Umrüstung der Straßenbeleuchtung, energetische Sanierung und die Fortführung des Programms „Energiesparen macht Schule“. Allerdings werde der darin vorgesehene Verbraucherbonus für das laufende Schuljahr (Einsparungen werden zu 40 Prozent an die Lehranstalt ausbezahlt) gestrichen, weil es wegen Digitalisierung und der Lüftungsvorgaben kaum noch zum Tragen kommen könne. Stattdessen würden weiterhin spezielle pädagogische Aktivitäten mit 300 Euro und Sonderprämien für reichweitenstarke Projekte mit bis zu 2000 Euro unterstützt.

Der Ausschuss nahm den Jahresabschluss sowie den entsprechenden Bericht des Rechnungsprüfers Willibald Goldschmitt einstimmig wohlwollend zur Kenntnis.

Redaktion Teamleiter Redaktion Wertheim

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