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Offensive - Kommune nimmt an Programm des Landes teil/Attraktiver Wohnraum soll geschaffen werden

Wertheim nimmt an Wohnraumoffensive Baden-Württemberg teil

Von 
Katharina Buchholz
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Wertheim. „In Ballungsgebieten steht immer weniger Wohnraum zur Verfügung und dieser ist kaum zu bezahlen“, skizzierte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez die Situation am Wohnungsmarkt.

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Dieses Problem will sich Wertheim künftig zunutze machen: Im Zuge der Wohnraumoffensive Baden-Württemberg soll geprüft werden, wo und wie die Kommune bezahlbaren Wohnraum schaffen und so neue Einwohner gewinnen kann. „Niemand hat Ambitionen in Richtung 30 000 Einwohner“, schränkt der OB ein. Aber ein „kleines bisschen mehr Bevölkerung“ könnte die Main-Tauber-Stadt gut vertragen. Als Möglichkeiten nannte er Sanierungen, Wohnraumverdichtung, Geschosswohnungsbau und die Ausweisung neuer Flächen.

Strategie erarbeiten

Am Beginn dieser Entwicklung steht nun das mehrheitlich positive Votum des Gemeinderats (vier Enthaltungen), mit Hilfe des Kompetenzzentrums Wohnen BW eine Wohnraumstrategie zu entwickeln. „Das Programm passt gut zu dem, was wir vorhaben“, befand Herrera Torrez.

Das Unterstützungspaket des Kompetenzzentrums besteht aus mehreren Elementen. So können nach einer kostenfreien Basisberatung verschiedene Beratungen in Anspruch genommen werden. Für die einzelnen Bausteine steht jeweils ein Pool von qualifizierten Beratungsdienstleistungen zur Verfügung. Der Einsatz der Berater kann durch ein begleitendes Landesförderprogramm mit einem Fördersatz in Höhe von 80 Prozent unterstützt werden.

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Um an die Fördertöpfe zu gelangen, muss die Verwaltung im ersten Modul einen Fragenkatalog beantworten, der den Ist-Stand in der Kommune eruiert. Einiges spreche dafür, sich gleichzeitig mit dem zweiten Modul der Offensive zu befassen, sagte Stadtbaumeister Armin Dattler. Zudem muss die Stadt einen Wettbewerb unter den genannten Beraterbüros veranstalten. „Erst wenn der Förderantrag genehmigt ist, kann der Auftrag erteilt werden“, erklärte Dattler. Sollte die Förderung abgelehnt werden, würde die Verwaltung nochmals mit dem Gemeinderat Rücksprache halten, immerhin gehe es bei Modul eins und zwei dann insgesamt um rund 50 000 Euro.

„Wir sehen die Beauftragung eines neuen Gutachtens kritisch“, unterstrich Michael Altfeld (CDU). Die Frage sei, was man mit den Ergebnissen anfangen könnte. „Das Thema sozialer Wohnungsbau wurde schon oft erläutert“, so Althaus weiter. Dieser sei in der Region nur mit großem finanziellem Aufwand darstellbar. Die Mehrheit seiner Fraktion spreche sich aber für eine Teilnahme an der Offensive aus.

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Das Programm sei ein Impuls, so Songrit Breuninger (FBW). Verschiedene Bedürfnisse in der Gesellschaft sollten und müssen bedient werden, wenn die Stadt weiter wachsen wolle. „Über die Teilnahme an dieser Offensive erwarten wir uns Kenntnisse über die weitere Entwicklung des Wohnraumes in Wertheim“, sagte Breuninger für ihre Fraktion.

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Kritisch beurteilten Richard Diehm (Bündnis 90/ Die Grünen) und Stefan Kempf (Bürgerliste) das Vorhaben. Sie plädierten dafür, die Offensive nur zu starten, wenn Wertheim die Förderung erhält. „Sozialer Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen sind zwei unterschiedliche Dinge“, sagte Patrick Schönig (SPD) in Richtung seines Vorredners Althaus. Der Fokus der Offensive liege auf attraktivem Wohnraum für alle, dieser Aspekt sei in den bisherigen Studien zu kurz gekommen.

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