Spiel

Wertheim in 53 Teilen

Puzzle zeigt verschiedene Attraktionen der Stadt und soll in Zukunft durch mehr Motive ergänzt werden

Von 
Heike Barowski
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Unternehmer Stefan Kempf ist mit einer neuen Idee am Markt: So soll sein Wertheim-Puzzle viele „Nachahmer“ bekommen. © Heike Barowski

Wertheim. Stefan Kempf ist in Wertheim bekannt wie ein „bunter Hund“, er ist Gastronom, Hotelier, Gemeinderatsmitglied und führt ein Textilgeschäft. Seit ein paar Tagen verkauft er nun auch Spielzeug – ein eigens kreiertes Puzzle mit Wertheimer Motiv.

Doch der Reihe nach. Vor Wochen kam ein Vertreter der Firma „woodiPu“ aus Hardthausen am Kocher auf den Unternehmer zu und bat darum, sein Holzregal mit diversen Puzzle-Spielen im „Messpunkt“ aufstellen zu dürfen. In den Regalen lagen dann neben schwierig anmutenden Mandala-Legespielen auch Spiele, bei denen man lustige Ansichten beispielsweise von Köln, Paris, Rom oder London zusammensetzen kann. „Das New-York-Puzzle habe ich schon mehrfach an amerikanische Touristen verkauft“, sagt Kempf.

Prompt kam ihm die Idee, ein gleiches mit einem Wertheim-Motiv in Auftrag zu geben. „Das ist jetzt der erste Versuch sozusagen“, sagt der Unternehmer und präsentiert stolz das etwa 20 mal 25 Zentimeter große Denkspiel. „Die Motive habe ich selbst ausgesucht, fotografiert und an das Unternehmen geschickt, die dann daraus das Puzzle gebaut haben.“ Zu sehen sind unter anderem die Burg mit Burgweg, das „Haus auf dem Kopf“, der Engelsbrunnen, die Wappen, das Lokomotivhaus in der Eichelgasse, die „Wir-halten-zusammen-Brezeln“ vom Bäcker Frischmuth, die Figur des Optimisten, die beiden Flüsse samt Anlegesteg, das Burgbähnchen und eine Figur, der man entfernt durchaus eine Ähnlichkeit mit dem Initiator nachsagen könnte. Kempf selbst muss über diese Vermutung schmunzeln.

Andere sollen nachziehen

Der Unternehmer will mit dem „Erstling“ auf andere Organisationen zugehen und hat deshalb seinen Entwurf umsetzen sowie 500 Wertheim-Puzzle produzieren lassen. Dieses erste Modell soll, wenn es nach Kempf geht, sozusagen als Ausgangsbasis für weitere gleichartige Denkspiele dienen. So kann er sich vorstellen, dass die Tourismus Region Wertheim GmbH ein eigenes Puzzle zum Beispiel mit dem Grafschaftsmuseum oder nur von der Burg als Motiv in Auftrag gibt. Auch ein Weltmarktführer-Puzzle, auf dem die Firmen mit ihren Produkten zusammensetzt werden müssen, hält er durchaus für umsetzbar. „Die Idee dahinter ist nicht, dass die Leute alle mein Puzzle kaufen, sondern dass wir damit in die Fläche gehen, weil das Motiv beliebig austauschbar ist. Am Ende soll es viele Motive von Wertheim und der Region geben“, sagt Kempf.

Erste Interessenten

So kann er Darstellungen vom Lieblichen Taubertal genauso vorstellen, wie vom Kurpark Bad Mergentheim, vom Fürstin-Wanda-Haus in Kreuzwertheim oder von der Freudenberger Burgruine. Wie Kempf mitteilt, haben sich bereits Interessen aus der Region bei ihm gemeldet, die ebenfalls solch ein Spiel produzieren lassen wollen.

Seit wenigen Tagen nun steht das Wertheim-Puzzle in besagtem Regal im „Messpunkt“ und ist auch im Café direkt gegenüber, im Spielzeug- und Schreibwarenladen Knecht Ruprecht, bei der Burgkellerei Michel und in Kürze auch in der Tourismus-Info erhältlich. „Das war natürlich unglücklich, dass das Puzzle erst nach Weihnachten geliefert wurde“, so Kempf. Dennoch geht er davon aus, dass seine 500 Wertheim-Puzzle innerhalb kürzester Zeit verkauft sein werden – wenn die Touristen wieder die Stadt bevölkern.

Den relativ hohen Preis für solch ein Spiel begründet der Unternehmer mit der Hochwertigkeit. Das Spiel ist aus 0,5 Zentimeter dickem Holz gefertigt und das Motiv direkt aufgedruckt. Einfach einmal eine Ecke abschneiden, oder mit Gewalt reindrücken, damit es dann passt, geht in diesem Fall nicht.

Verpackt ist das Spiel in einem quadratischen dunkelblauen Schmuckkarton. Das Wertheimer Puzzle besteht aus insgesamt 53 Teilen. Andere Spiele aus der Reihe bestehen je nach Motiv aus mehr Teilen.

„Es ist eine tolle Geschenkidee und mal was anderes als eine Tasse oder ein Magnet“, so Stefan Kempf.

Auf die Frage, ob er denn selbst gern puzzelt, sagt er: „Jetzt ja“ und lacht.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim