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Am Amtsgericht verhandelt - Vorwurf der Freiheitsberaubung

Wertheim: Beziehung endete mit Strafanzeige

Von 
Alfons Göpfert
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Wertheim. Herrscht in einer Beziehung Eifersucht vor, oder geht eine Bindung in die Brüche, kann es schon mal zu Streitereien kommen. Doch manchmal nehmen solche Auseinandersetzungen der Partner Dimensionen an, dass sie am Ende vor Gericht landen.

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In der außerehelichen Beziehung einer 33-jährigen Frau aus dem Sauerland mit einem 30-jährigen Mann aus Wertheim war das der Fall. Laut Aussage der Frau kam es im August 2020 seitens des Mannes zu Gewalttaten gegen sie. Doch erst im Dezember erstattete die Frau Anzeige. Der Vorwurf lautete auf Freiheitsberaubung, Beleidigung und mehr. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage, beschränkte sich aber auf die schwerwiegendste Beschuldigung, die Freiheitsberaubung. So habe der Mann seine Partnerin angeblich in einem Raum seiner Wohnung eingeschlossen und erst nach vier Stunden gehen lassen.

Am Amtsgericht Wertheim dieser Tage verhandelt, stand Aussage gegen Aussage. Wie die Frau erklärte, sei der Angeklagte eifersüchtig gewesen. Als Reaktion auf die Wegnahme ihres Handys und der Autoschlüssel sowie der abgeschlossenen Wohnungstür habe sie sich im Bad eingeschlossen.

Der Mann bestritt in der Verhandlung die Freiheitsberaubung. Er habe ihr nicht das Handy sondern nur den Autoschlüssel abgenommen, weil sie so aufgebracht war, dass er sie in diesem Zustand nicht fahren lassen wollte. Daraufhin habe sie sich im Bad eingeschlossen. Als sie wieder herauskam, habe man weiter gestritten. Er habe nämlich nicht gewusst, dass seine Partnerin verheiratet ist. Er habe die Beziehung beendet. Anfang Dezember hatte der Angeklagte die Frau in ihrer Heimat im Sauerland besucht, doch der Ehemann habe beide aus der Wohnung geworfen. Erst im Anschluss habe die Frau die Anzeige gemacht.

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Der 44-jährige Ehemann war als Zeuge geladen. Er sagte aus, dass es in der Ehe gekriselt habe, und seine Frau öfter über ein ganzes Wochenende weggefahren sei. Bekannte hätten dann seine Vermutung einer Fremdbeziehung bestätigt.

Die Richterin erklärte, dass die Aussagen der Frau überzeugend wirken, allerdings habe sie in den Monaten nach der Anzeige unterschiedliche Angaben gemacht. Deshalb regte das Gericht an, das Verfahren nach Paragraf 153a der Strafprozessordnung gegen eine Geldauflage einzustellen. Staatsanwältin sowie Beschuldigter stimmten zu. Der Mann zahlt 500 Euro an den Weißen Ring.

Der Angeklagte ist wegen Drogendelikten, Körperverletzung und Beleidigung zwei Mal vorbestraft. Zum jetzigen Fall erklärte die Staatsanwältin, ohne Einstellung gegen Geldauflage hätte sie eine Bewährungsstrafe beantragt.

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