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Werkrealschule Urphar-Lindelbach

Werkrealschule "UrLi": Vom Praktikum zum Ausbildungsplatz

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Acht- und Neuntklässler der Werkrealschule Urphar-Lindelbach waren im fast abgeschlossenen Schuljahr regelmäßig als Praktikanten bei verschiedenen Firmen im Einsatz. © Firma Englert

Lindelbach. Berufsorientierung ist ein wichtiger Bestandteil der Werkrealschule Urphar-Lindelbach („Ur-Li“). Bereits in der fünften Klasse werden die ersten Praktikumstage absolviert. Deren Anzahl steigert sich in jedem Schuljahr. So durften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 und 9 wieder ein Tagespraktikum absolvieren. Dabei verbrachten sie jede zweite Woche den Donnerstag annähernd das ganze Schuljahr über im immer gleichen Betrieb.

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Wie die Verantwortlichen betonen, konnten die Jugendlichen durch diese lange Phase des Praktikums einen intensiven Einblick in die Firma erhalten. Außerdem machten sie die Erfahrung, dass oft auch wiederkehrende Arbeiten anstehen, aber auch je nach Zeit verschiedene Arbeitsaufträge erledigt werden müssen. Ebenso wurde der Kontakt und Austausch zwischen Schüler und Unternehmen enger.

Durch diesen langen Zeitraum war es möglich, dass die Praktikantinnen und Praktikanten Aufträge kontinuierlich aber auch aufbauend bearbeiten durften. In einigen Firmen konnten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Auszubildenden umsetzen.

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Von
Hans-Peter Wagner
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Erfreulicherweise konnten sogar einige Schüler die Chance nutzen und für ihre Zukunft einen wichtigen Grundstein legen. Zu ihnen gehört Max Schmidt. Wie es im Bericht der Schule weiter heißt, absolvierte er sein Tagespraktikum bei der Firma Wilhelm König Maschinenbau GmbH in Bestenheid. Dort bekam er verschiedene Aufgaben und Einblicke in alle Arbeitsbereiche des Zerspanungsmechanikers. Während seiner Praktikumszeit fertigte er einen kleinen Schraubstock an. Da ihm dieser Beruf viel Freude bereitete, war für ihn klar, dass er sich bei dem Unternehmen bewerben würde. Das Resultat ist ein Vorvertrag für eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker. Im September beginnt Max Schmidt die Ausbildung mit einem Jahr Vollzeitschule in Tauberbischofsheim.

Ähnlich erging es einem Mitschüler. Er durfte 14-tägig bei der Firma Englert Fensterbau GmbH und Co.KG in Sachsenhausen in den Beruf des Fensterbauers hineinschnuppern. Er war in der Produktion und Fertigung, aber auch im Außendienst dabei. Hier konnte er feststellen, wie abwechslungsreich und vielseitig der Beruf ist. Auch er bekam einen Ausbildungsvertrag vorgelegt. Einen Vorvertrag der Firma Hiller Haustechnik aus Wertheim hatte ein weiterer Schüler vorliegen. Für ihn war es naheliegend, das Praktikum auch dort zu absolvieren. Somit springt er im September nicht ins „kalte Wasser“.

Lucian Riedel hat noch ein Jahr Schule vor sich. Trotzdem fuhr er mit seinem Fahrrad alle zwei Wochen zur Bäckerei Kachel in Eichel. Dort durfte er Brötchen belegen, Butterbrezeln schmieren und die Ware einräumen. Nach kurzer Zeit wurde er an der Kasse eingewiesen. Da seine Mitarbeiterinnen und Vorgesetzten von seiner Arbeit positiv beeindruckt waren, hat er ein Ferienjobangebot erhalten. Ebenso erging es einer seiner Mitschülerinnen beim E-Center in Bestenheid.

Solch ein Praktikum öffnet doch auch vielen Schülern die Augen. Einige berichteten von anstrengenden Arbeitstagen mit langem Stehen oder Heben, was eine große Umstellung zum Schulalltag war. Manche stellten fest, dass der von ihnen ins Auge gefasste Beruf doch nichts für sie ist. Viele nahmen aber zahlreiche positive Erfahrungen mit.

Im nächsten Schuljahr wird das Tagespraktikum an der Werkrealschule Urphar-Lindelbach weiter ausgebaut. Die Acht- und Neuntklässler sollen jeweils ein Schulhalbjahr lang wöchentlich in den betrieben mitarbeiten. Auch sollen die Schülerinnen und Schüler nicht mehr selbst in direktem Kontakt mit den Firmen einen Platz für das Tagespraktikum finden. Vielmehr werden sie am Ende des jeweils vorhergehenden Schuljahrs melden, in welchem Berufsfeld sie ein Praktikum machen möchten. Dazu zählen etwa die Bereiche Pflege, Bau, Kaufmännisches, Technik, (Lager-)Logistik, Handwerk Bereich, Einzelhandel, Dienstleistungen oder Medizin.

Zusätzlich zur Angabe eines Berufsfelds können die Jugendlichen auch konkrete Firmen- oder Berufswünsche nennen. Die Schule teilt die Schülerinnen und Schüler aber letztlich zu. Es ist willkommen, wenn das Unternehmen trotzdem verlangt, dass sich die Praktikantin oder der Praktikant förmlich bei ihm bewirbt, betonen die Verantwortlichen.

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