Jubiläumsklänge - Volkstümlicher Abend zum 40-jährigen Bestehen der Musikkapelle / Wein und Musik - eine wunderbare Kombination Weltpremiere in der Mandelberghalle

Von 
Holger Watzka
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Die Musikkapelle feierte mit einem volkstümlichen Abend ihren 40. Geburtstag.

© Holger Watzka

Dertingen. Jubiläumsklänge mit Blasmusik in der Mandelberghalle in Dertingen und dazu noch eine Weltpremiere. Über 350 Musikfreunde ließen sich beim volkstümlichen Abend anlässlich des 40. Geburtstages der Musikkapelle mitreißen. Als Geschenk hatte Dirigent Michael Geiger eigens den "Dertinger Jubiläumsmarsch" komponiert, der erstmals vor Publikum gespielt wurde.

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"Musik und Wein sind eine wunderbare Kombination", schwärmte Weinprinzessin Nicole Heinrich. Sie weiß es ganz genau, die Weinhoheit ist schließlich stellvertretende Vorsitzende der Musikkapelle Dertingen, nahm nach ihrem Grußwort ihre Trompete und reihte sich in die Musikantenschar ein. Fortan führten Joachim Hettinger und Heiko Friedrich mit fundiertem Wissen, verpackt in viel Humor, durch ein gelungenes Programm, über das man in Dertingen noch lange sprechen wird.

Von Freund zu Freund

Solisten mit Blasinstrumenten hatten sich im Saal verteilt und eröffneten mit dem Stück "Von Freund zu Freund". Sehnsüchte nach verlorener Heimat wurden geweckt mit typischer Blasmusik von Ernst Mosch: "Rauschende Birken". Aufhorchen ließen Gerhard Holtör und Thomas Dietzenbach mit ihren Instrumenten, als die "Trompetensterne" in der Mandelberghalle funkelten.

Leichtfüßig und schwungvoll ging es weiter mit der mährischen Polka "Unter der Burg." "Böhmisches Herzklopfen" war zu hören und dann "Kozlova". "Nix für dicke Finger", scherzte der Moderator und Manuel Fink zog staunende Blicke auf sich, wie schnell er doch seine Finger am Instrument bewegen kann. Der Name Karl ist in Europa und insbesondere in Franken weit verbreitet, man denke nur an Karl den Großen. Die Dertinger widmeten die "Karlspolka" ihrem "Roßwirt" Karl, der jetzt 80 Jahre alt geworden ist. Musik verbindet eben Generationen, das 28-köpfige Orchester glänzte mit einer bravourösen Vorstellung, die jüngste Trompetenspielerin Hanna, gerade zwölf Jahre alt, war das beste Beispiel, wie man den Bogen zum doch reifen Publikum schlägt.

Eigener Marsch

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Als große Ehre bezeichneten es die beiden Moderatoren, dass Kapellmeister Michael Geiger als Geschenk zum Jubiläum eigens einen Marsch komponiert hat: "Für alle Zeiten wird über diesen Noten Dertinger Jubiläumsmarsch stehen!"

Es ist nicht übertrieben, wenn man die Musikkapelle Dertingen mittlerweile als einen fast so großen Botschafter des reizvollen Aalbachdorfes bezeichnet, wie den Wein vom Mandelberg. Mit Gesang ging es weiter: "Dem Frankenland die Treue." So richtig Gas gab der Schlagzeuger bei der Katharinenpolka. Ebenso überzeugend im Anschluss die Erminger Polka. Passend in den Weinort Dertingen das Stück "Winzerfest". Ursprünglich von der Blaskapelle Tschecheranka aus dem Burgenland.

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"Wenn du dir sagst, alles ist vorbei", wer kennt es nicht, das Schmuselied aus den 70ern von Michael Holm. "Tränen lügen nicht", auch wenn es in Dertingen bisweilen Freudentränen ob der gelungen Musik waren.

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Maßgeblich trug dazu Thomas Dietzenbach bei, der hier mit seinem Solo für Trompete Gänsehaut-Feeling erzeugte. Ursprünglich, so erklärte Heiko Friedrich, war dies ein rein instrumentales Stück "Le rose blu" des italienischen Komponisten Ciro Dammicco.

Viel gelacht wurde, als die Moderatoren es spannend machten: "Man kann dort Holz aufsetzen, die Regentonne platzieren, den Hund begraben, Gartenmöbel überwintern, Altöl ablassen und Versteckerles spielen." Wo? "Hinter der Garage", so hieß das Folgestück und kommt im Original von der Blaskapelle "Blech & Co". "Was hat dieser Komponist genommen?" "Auf jeden Fall zu viel davon," grinsten Joachim Hettinger und Heiko Friedrich.

"Wann er denn mit der Musik aufhören will", wurde zu Lebzeiten Ernst Mosch von einem Journalisten gefragt. "Bei mir legt das Ende ein anderer fest", scherzte Mosch. Unsterblich ist seine Musik und das schwappte auch in das Publikum über: "Egerland, Heimatland". "Böhmische Liebe", Sandra und Heiko stimmten zum Finale an: "Du weißt, ich liebe dich". Tosender Beifall und Rufe nach Zugabe.

Die Musikapelle enttäuschten ihre vielen Verehrer auch hier nicht. Sie drehten mit den "Gablonzer Perlen" so richtig auf. Mitgesungen wurde bei der "Vogelwiese", der "Dertinger Jubiläumsmarsch" wurde ein weiteres Mal gespielt und beim "Böhmischen Traum" hielt es keinen in der Mandelberghalle mehr auf seinem Stuhl.

Als Schlusspunkt stimmte die Kapelle das Frankenlied an, ein Chor aus 350 froh gestimmten Sängern, ließ stehend "Wohlauf die Luft geht frisch und rein", erklingen. Was für ein Abend in Dertingen, hier konnte man erleben was Blasmusik bei den Musikern und seinen Fans ausmacht: "Spaß!"