AdUnit Billboard
Jagdbogen Waldenhausen - Nach intensiven Gesprächen teilen sich drei Pächter das Gebiet / Bessere Absprache mit den Landwirten gefordert

Waldenhausen: „Intensive Bejagung ist absolut notwendig“

Von 
bdg
Lesedauer: 
Im Waldenhausener Wald gibt es einen hohen Wildbestand. Die Jagd hat hier eine große Bedeutung. © dpa

Waldenhausen. Nach der Abschlussveranstaltung des Förderprogramms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ fand eine Ortschaftsratsitzung ebenfalls in der Mehrzweckhalle des Dorfs statt.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Ortsvorsteher Gerrit Lang sagte, der Ortschaftsrat habe schon verschiedene Ideen für die Gestaltung und Nutzung von Hofreiten und Freiflächen, die man gemeinsam mit Bürgern und Eigentümern entwickeln wolle, wenn Interesse bestehe. Man sei stolz, dass man im Dorf so alt werden kann, man wolle aber auch eine Verjüngung der Bevölkerung fördern. „Wir wollen nicht das erste Freilichtmuseumsdorf im Landkreis werden“, machte er deutlich.

Noch keine Förderung

Wünschenswert wäre es laut Ortschaftsrat auch, wenn die Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg) selbst Gebäude im Dorf sanieren und so Mietwohnungen schaffen würde.

Thomas Müller vom Referat Stadtplanung der Stadt Wertheim sagte, dies sei nur möglich, wenn die Ortschaften per Städtebauförderung finanzielle Fördermittel für die Sanierung bekämen. Doch dies sei aktuell noch nicht der Fall. Hauptthema der Ortschaftsratsitzung war der Beschluss über die Verpachtung des Jagdbogens Waldenhausen. Der Beschluss stellt eine Empfehlung an den Wertheimer Gemeinderat dar. Der Jagdbogen des Dorfes umfasst 445 Hektar Fläche auf der Gemarkung Waldenhausen sowie auf Teilen der Gemarkung Sachsenhausen und Nassig. Hinzu kommen 46 Hektar im Bereich der Wertheimer Burg.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Ausgangssituation bei der letzten Ortschaftsratsitzung war, dass es zwei Interessentengruppen für die Jagdpacht Waldenhausen gab, die sich nicht auf eine gemeinsame Pacht einigen konnten. Die Ortschaftsräte wollten, dass die Gruppen jeweils Konzepte vorlegen sollten. Nur eines davon solle den Zuschlag erhalten. Glücklich war man mit dieser Lösung allerdings nicht. Dies bekräftigte Lang bei der Sitzung ausdrücklich. „Ich glaube nicht, dass uns die Entscheidung für eine Pächtergruppe im Dorf gutgetan hätte, da es subjektiv immer einen Verlierer geben hätte“, betonte er. Daher habe man mehrere Tage verwendet, um die Bewerber zu gemeinsamen Gesprächen zu bewegen. Man habe ihnen verdeutlicht, im Sinne der Dorfgemeinschaft miteinander zu reden. Dazu fand ein klärendes Gespräch statt, an dem auch der Ortsvorsteher teilnahm.

Schon nach 20 Minuten sei es nicht mehr darum gegangen ob, sondern nur noch wie man zusammen jagen werde. Dies habe sich bei einem weiteren Gespräch bestätigt. Schließlich hätten sich die drei Jäger darauf geeinigt, den Jagdbogen gemeinsam zu pachten. So musste der Ortschaftsrat keine Auswahl mehr treffen. Einstimmig sprach sich der Ortschaftsrat für die Verpachtung des Jagdbogens an die Jagdgemeinschaft Nils Ries, Sven Wolf und Hubertus Lotz aus. Ortschaftsrat Ries durfte wegen Befangenheit nicht mitanstimmen.

Hoher Wildbestand

Die Bedeutung der Jagd für den Forst verdeutlichte Revierförster Frank Teicke. Es gebe im Wald bei Waldenhausen einen sehr hohen Wildbestand. Eine Waldverjüngung sei nur mit Jungbaumschutz möglich. „Im Forstrevier Wertheim führe ich die Zäune und anderen Schutzmaßnahmen selbst durch, um die absolut notwendige Waldverjüngung zu sichern. Es wäre schön, wenn sich die Jäger zum Beispiel bei der Zaunkontrolle beteiligen würden. Weiter betonte er: „Eine intensive Bejagung ist absolut notwendig!“ Aus Sicht des Försters sei vor allem die Bejagung von Rehwild zentral, da dieses die frischen Knospen abfressen. Die Bejagung von Wildschweinen sei hingegen für den Schutz landwirtschaftlicher Flächen von Bedeutung.

Ortschafträtin Marlise Teicke gab die Stellungnahme von Stefan Fröber als größten Landwirt im Bereich des Jagdbodens bekannt. Diese bat um eine allgemein bessere Absprache und Zusammenarbeit zwischen Jagdpächtern und Landwirtschaft. In der Bürgerfragerunde wurde gefragt, warum die Straße Steige nach der aktuellen Baustelle nochmal geöffnet werden muss, um die Wasserleitung zu tauschen.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Lang sagte, der Schaden an der Leitung sei erst bei den aktuellen Arbeiten entdeckt worden. Kritisiert wurde weiterhin, dass die Mülleimer auf dem Friedhof nicht oft genug geleert werden. Lang sagte zu, man werde sich um die regelmäßige Leerung kümmern. Weiterhin wurde in der Sitzung darüber informiert, dass nun mit dem Betonieren der Segmente für den Eisenbahntunnel begonnen wurde. Es werden pro Woche zwei Segmente eingebracht. Wenn nichts dazwischenkommt, werde der Bauschritt „Tunnelsegmente“ 45 Wochen andauern. Die Ortsverbindungsstraße Sachsenhausen-Waldenhausen ist wegen Straßenarbeiten bis 30. September gesperrt. Landwirte, die im Bereich Flächen haben, dürfen diese mit gegenseitiger Rücksichtnahme anfahren.

Am 3. Oktober wird es einen Erntedankgottesdienst in Waldenhausen geben wurde schließlich bekanntgegeben. bdg

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1