Jugend musiziert - Kandidatinnen des Landeswettbewerbs musizieren im Barocksaal Wahrer Genuss für Augen und Ohren

Von 
Hellmut Winkler
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Marie-Luise Zenker, Laila Prokopp und Stefanie Anders begeisterten ihr Publikum.

© Winkler

Wertheim. Schon nach dem Vorspiel der hochbegabten Geigerinnen Marie-Luise Zenker, 16 Jahre alt, unterrichtet von Martin Tittor, Laila Prokopp, 15 Jahre, die ebenfalls von Tittor betreut, sowie Stefanie Anders, 16 Jahre, ihr Lehrer ist Arkadij Satanowskij, vor dem Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" waren wohl die meisten Zuhörer überzeugt, dass diese drei Mädchen nicht ohne Preis nach Hause fahren würden. Und so kam es auch, sie qualifizierten sich für den Landeswettbewerb und gaben am Mittwoch ein Konzert im Barocksaal. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, auch der Vorsitzende des Fördervereins der Jugendmusikschule, Gert Mattern.

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Nachdem alle drei Violinen sorgfältig gestimmt waren, begannen Laila und Luise mit dem "Doppelkonzert für zwei Violinen in d-Moll von Johann Sebastian Bach mit dem 1. Vivace. Da ging man gleich richtig zur Sache mit schnellen Quartolen. Am Flügel begleitete Nikolay Leschenko sehr einfühlsam.

Es war eine Freude, den beiden Mädchen nicht nur zuzusehen bei ihrem eleganten Bogenstrrich, sondern auch zuzuhören. Als nächste Solistin trat wieder Marie-Luise an. Sie hatte sich die "Sonate in g-Moll" das 1. Adagio ausgesucht und auswendig gespielt. Sauber kamen die vielen Doppelgriffe. Die Solostücke beherrschen auch die beiden anderen Mädchen auswendig, so als nächste Stefanie mit der "Sonate Nr. 2 für Violine solo" von Eugéne Yasye. Mit Klavierbegleitung spielte Laila die "Meditation aus Thais" von Jules Massenet. Dabei gelangte sie auf der E-Saite ganz hinauf und präsentierte ein Spiel voller mit Hingabe.

Schnelle Figuren

Nun brillierte Marie-Luise mit dem "Konzert D-Dur Nr.2" von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie hatte das 1. Allegro moderato ausgewählt, das mit einem schnellen Klaviervorspiel begann. Mit ebenso schnellen Figuren setzte Marie-Luise ein, technisch perfekt, und auch eine kunstvolle Kadenz (Solopart) war dabei mit Doppelgriffen .Stefanie hatte sich für ihr Solo die "Patita III E-Dur für Violine solo" von Johann Sebastian Bach ausgesucht, Gavotte en Rondeau. Hier konnte man schöne Doppelgriffe vernehmen - gar nicht so einfach. Obwohl bereits das Doppelkonzert von Bach von Laila und Marie-Luise hervorragend vorgestellt worden war, ließ man es wieder hören, diesmal mit dem 2. Largo ma non tanto - ein Ohrenschmaus. Man blieb bei Bach. Auch Laila hatte sich für eine "Partita II d-Moll" entschieden, für Corrente und Sarabande. Sie begann mit einem Doppelgriff, dann ging es flott weiter, und immer wieder leitete ein Doppelgriff einen neuen Teil ein, bis die Doppelgriffe vorherrschten- eine beachtenswerte Leistung.

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Noch einmal Bach: Marie-Luise hatte wohl seine Sonate g-Moll gut gefallen, und sie bot die 2. Fuga ebenfalls mit zahlreichen Doppelgriffen hervorragend. Etwas länger dauerte dann das "Konzert e-Moll für Violine solo" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Laila spielte vortrefflich das 1. Allegro molto apassionato. Laila wartete mit einer melodiösen Kadenz auf bis zu den höchsten E-Saitentönen. Und dann wiederholt sich wieder das so schöne Motiv. Nach der Pause war wieder Marie-Lise an der Reihe. Sie präsentierte auf hohem Niveau eine "Introduktion et Rondo capricioso von Camille Saint-Saens sehr gefühlvoll mit Klavierbegleitung. Beim nächsten Vortrag musste Stefanie manchmal auch energisch werden beim "Konzert h-Moll" von Balys Dvarionas. Es erklang das 2. Andante molto sostenuto und das 3. Vivo - eine aufwendige Darbietung. Und noch einmal erfüllten die Klänge des Doppelkonzerts den Raum, diesmal mit dem 3. Allegro. Wie zu erfahren war, wird es jedoch nicht beim Wettbewerb gespielt, dort sind vor allem die Soloauftritte gefragt.