Am Amtsgericht verhandelt

Vier Monate Haft für Unfallflucht

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goe
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Wertheim. Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten sich Entfernens vom Unfallort verurteilte das Amtsgericht Wertheim einen Handwerker aus Bad Mergentheim zur Strafe von vier Monaten. Die Richterin fand keine Gründe für die Aussetzung zur Bewährung, die Sperrfrist für die Fahrerlaubnis beträgt sechs Monate.

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Der 32-jährige Familienvater steuerte im Juli 2020 auf der Autobahn bei Wertheim einen 3er-BMW in Richtung Frankfurt, als von diesem unter dem Heck Teile abbrachen und ein nachfolgendes Auto beschädigten. Die Reparaturkosten wurden auf 3320 Euro beziffert. Beide Pkw hielten auf dem Standstreifen an.

Der Geschädigte wollte vom BMW-Fahrer die Papiere sehen, doch dieser setzte sich wieder ins Auto und diskutierte mit einer Frau auf dem Beifahrersitz. Der Ingenieur aus Lauf fotografierte den BMW, als der laut Aussage des Geschädigten plötzlich davon fuhr. Der Geschädigte rief daraufhin die Polizei.

Später identifizierte der Geschädigte den BMW-Fahrer. Die Staatsanwaltschaft Mosbach erhob Anklage. Auch in der Verhandlung erkannte der Belastungszeuge den Beschuldigten wieder.

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Bescheinigung vorgelegt

Dieser entgegnete, er sei zum Unfallzeitpunkt im Betrieb seines Arbeitgebers in Schrozberg gewesen und legte eine entsprechende Bescheinigung vor. Während der Verhandlung wurde deutlich, dass die Bescheinigung im nachhinein ausgestellt wurde. Die Vorgesetzte war als Zeugin geladen. Sie gab an, dass sie den Angeklagten am Tattag nicht gesehen hätte, ihm aber vertraut habe.

Die Ehefrau des Beschuldigten, sie saß zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Beifahrersitz, gab in der Verhandlung an, dass der Cousin ihres Mannes gefahren sei. Weil ihr Kind unruhig war, habe man angehalten. Plötzlich sei ein Mann gekommen, der einen Schaden geltend machen wollte. Der Cousin sei jetzt wieder in Algerien.

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Wie der bei Gericht vorgelegte und verlesene Auszug aus dem Strafregister ergab, ist der Angeklagte mehrfach wegen Diebstählen vorbestraft und hat bereits zwei Mal im Gefängnis gesessen. Die letzte Verurteilung erfolgte im April 2020 wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung.

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Das Gericht sah die Tat als erwiesen an und verurteilte den Mann wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten sich Entfernens vom Unfallort zur Haftstrafe. goe