Glasmuseum Wertheim

Vielfalt gläsernen Christbaumschmucks

„Christbaumschmuck aus Glas“. Weihnachtsausstellung, Weihnachtsbasar, Glaskugelblasen und Beschriftung von Christbaumkugeln

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Nikoläuse am „Thüringer Figurenbaum“, die Ausstellung zeigt viele schöne Exponate. © Glasmuseum

Wertheim. Es glitzert und funkelt wieder im Glasmuseum Wertheim, wenn am 26. November die traditionelle Weihnachtsausstellung „Christbaumschmuck aus Glas“ mit großem Weihnachtsbasar eröffnet wird. Sie ist bis 8. Januar zu sehen.

Die Besucherinnen und Besucher werden begrüßt von dem vier Meter hohen „Thüringer Baum“ mit seinen 500 im Licht funkelnden Glas-Figuren. Die Engel, Vögel, Früchte, Musikinstrumente, Autos, Kugeln, Märchen- und Fantasiefiguren zeigen die gigantische Vielfalt gläsernen Christbaumschmucks, mit der die Glasbläser aus dem kleinen Dorf Lauscha im Thüringer Wald vor rund 200 Jahren ihren Siegeszug in alle Teile der Welt begannen.

Dargestellt ist diese Entwicklung in der „Historischen Christbaumschmuck-Sammlung“ und an den sieben frei stehenden Epochen-Weihnachtsbäumen. Denn es waren die glastechnologischen Kenntnisse und handwerklichen Fertigkeiten, mit denen die Thüringer Glasbläser Hohlglasperlen, Glasspielzeug, Nippes, Glasfaserprodukte und medizinisch-technische Instrumente herstellten.

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Mit diesen technischen Voraussetzungen begannen sie um 1830 mit der Herstellung gläsernen Christbaumschmucks. Die Weiterentwicklung einzelner Arbeitsschritte bildete die Grundlage für die Entstehung der glasverarbeitenden Laborglasindustrie und der industriellen Glasfaserproduktion in Thüringen, die sich schließlich ab 1948 in Wertheim ansiedelte.

Eine der ersten Adressen

Lauscha ist bis heute eine der ersten Adressen gläsernen Christbaumschmucks. Die rund 20 Betriebe stellen, je nach Geschmack und Vorlieben, mundgeblasenen und handbemalten Christbaumschmuck nach alten und neuen Formen her. Die im „Großen Haus“ stehenden Weihnachtsbäume sind geschmückt mit Christbaumschmuck Thüringer Traditions- und Familienbetriebe, gefertigt als Auftragsarbeiten für das Glasmuseum Wertheim: Den mit glitzernden Girlanden und mit „leonischem Draht“ umwickelten Zeppelinen, Vogelnestern und Kugeln geschmückten „Leonischen Baum“, den mit handbemalten rot-weißen Formschmuck behängten „Nordischen Baum“, den „Biedermeier-Naschbaum“ mit bunten schweren Hüttenkugeln der Farbglashütte Lauscha oder den mit Silberkugeln behängten „Wertheimer Glasröhrenbaum“ aus Wertheimer Laborglasstäben. „Lauschaer Christbaumschmuck“ wurde 2021 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen.

Glasbläser zu sehen

Ein Höhepunkt ist der Museumsglasbläser. Er lädt die Besucherinnen und Besucher ein, sich ihre eigene Christbaumkugel vor der heißen Flamme zu blasen. Im Weihnachtsbasar gibt es „Nostalgischen“ und modernen Christbaumschmuck sowie individuelle gläserne Weihnachtsgeschenke zu erwerben. Ein ganz persönliches Weihnachtsgeschenk gestaltet Jutta Krug im Glasmuseum. Mit Acryltusche und traditionellen Spitz- und Bandzugfeder beschriftet und bemalt sie gläserne Weihnachtskugeln mit einem individuellen Weihnachtsgruß (keine Gravur). Termine sind anzufragen.

Die Eröffnung der Weihnachtsausstellung findet am Samstag, 26. November, um 16 Uhr mit weihnachtlichem Gesang von Sonja Freitag und Weihnachtspunsch der Familien Petzold und Zveplan statt.