50 Jahre Kirchen- und Posaunenchor Kreuzwertheim - Fulminantes Konzert in der Kirche Zum Heiligen Kreuz / Geburtsstunde der "Kreüzemer Nationalhymne" Viele Glanzstücke begeistern Publikum

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Elmar Kellner
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Ein gelungenes Konzert gab es anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Kirchen- und Posaunenchor Kreuzwertheim.

© Elmar Kellner

Kein Besucher verließ am Samstagabend seinen Platz in der Kirche Zum Heiligen Kreuz in Kreuzwertheim - Deutschland gegen Italien hin oder her.

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Kreuzwertheim. Wenn alle gebannt sitzenbleiben und voller Begeisterung der Musik zuhören, während fast zeitgleich den Anpfiff eines wichtigen und mit Spannung erwarteten Fußballspiels immer näher rückt, gehört das wohl zu den schönsten Komplimenten, die man Akteuren machen kann. Alle lauschten hingebungsvoll den Melodien und Rhythmen, dargeboten von den Posaunenchören aus Hasloch und Ermershausen, den wunderbaren Stimmen von Sonja Miranda-Martinez, Andrea Schürle und Bianca Schütz, dem Orgelspiel von Bezirkskantor Christoph Emanuel Seitz und Rainer Lange und vor allem den Darbietungen des von diesem geleiteten Kirchenchores und des Posaunenchores Kreuzwertheim, die mit einem fulminanten Konzert ihren 50. Geburtstag feierten.

Kleine und große Besetzung

Ob in kleiner oder in großer Besetzung - es waren Glanzstücke zu hören, die auf eine Art und Weise dargebracht wurden, die einen jeden Gedanken an so etwas Profanes wie ein Fußballspiel vergessen ließen. Den Musikern und Sängern gelang es, die unterschiedlichsten Gemütsregungen im Publikum zu erzeugen.

Da war es einem feierlich zumute, schon zum Eingang, als das Lied "In dir ist Freude" von Orgel oder Bläsern intoniert und von der sangesfreudigen Gemeinde aufgegriffen wurde, als Sonja Miranda-Martinez, begleitet vom Posaunisten Manfred Lutz und vom omnipräsenten Rainer Lange an der Orgel, das "Domino Deus" aus dem "Gloria" von Vivaldi anstimmte, Andrea Fürle, ebenfalls mit Lutz und diesmal Kirchenmusikdirektor Seitz an der Orgel, "Panis Angelicus" sang oder Bianca Schütz und Lange "A Claire Benediction" zu Gehör brachten.

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Zu den Höhepunkten des Abends zählten im Übrigen auch Miranda-Martinez und Schütz mit dem Segenslied "The Lord bless you an keep you".

Dass es nicht die ganzen zwei Stunden über ernsthaft und getragen zuging, dafür sorgte zum einen Rainer Lange mit einer wohltuend aufgelockerten Moderation, aber auch der Posaunenchor Hasloch unter der Leitung von Günter Tretter mit "Majesty" und "The King Rag". Dem standen die Bläserkollegen aus Ermershausen in nichts nach, und bei "When I am sixty-four" sah man manchen Fuß mitwippen.

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Und vielleicht ertönte in der Kirche an diesem Abend ja auch so etwas wie eine neue "Kreüzemer Nationalhymne", kreiert von Christoph Emanuel Seitz. Auf die Melodie des Volksliedes "Schön ist ein Zylinderhut", hatte der Bezirkskantor "Schön ist es, in Kreuz zu sein" gedichtet - und nicht nur Bürgermeister Klaus Thoma sang da begeistert mit.

Sofort präsent

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Und die Jubiläumschöre? Lehnten sich entspannt zurück, wenn die Gastmusiker an der Reihe waren. Und waren sofort präsent und überzeugten mit schönen Leistungen, wenn sie selbst gefragt waren. Ein rundum gelungener musikalischer Genuss also, der unter Beweis stellte, was Rainer Lange schon in seiner Begrüßung sagte: "Kirchenmusik ist eine ungeheuer vielfältige, eine ganzheitliche Angelegenheit." Anleihe beim großen Vorbild Johann Sebastian Bach nehmend und in die heutige Sprache übersetzt rief Lange auf: "Ihr Bläser: strengt euch an, dass ihr eine möglichst hohe Trefferquote erzielt, vergesst nicht, dass 'fis' zwei-drei gegriffen wird. Und ihr Sänger: singt im Zweifelsfall etwas vorsichtiger, weil die Pause vielleicht doch noch nicht zu Ende ist. Und ihr alle: Freut euch an der Musik und am anschließenden Sektempfang, am Singen und am Unterhalten über Vergangenes und Zukünftiges."

Mehrfach Anlass gebe es, Dank zu sagen, vermerkte Christoph Emanuel Seitz, ehe er gemeinsam mit Rainer Lange zu den Ehrungen schritt (siehe weiteren Artikel). Und Letzteren lobte der Bezirkskantor besonders, auch wenn diesem das vielleicht gar nicht so recht war. Seitz würdigte die "feine Art und die rechte Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit". Wie viel Arbeit dahinter stecke, könnten nur Insider beurteilen. Alle, ob Mitglied des Kirchen- oder des Posaunenchores, aber hätten Anerkennung und Respekt verdient - und Nachahmung. Denn singen und musizieren mache Freude und sei für Leib und Seele gesund.

Bürgermeister Klaus Thoma gratulierte im Namen der Marktgemeinde zum Doppeljubiläum. "Durch Musik verleihen Sie den Bewegungen der Seele Ausdruck", sagte er. Pfarrer Dieter Hammer überbrachte Glückwünsche im Namen der katholischen Glaubensgeschwister, sprach von gegenseitiger wohlwollender Wertschätzung und von einem "schönen Gleichnis für die Einheit der Christen".

Die vielfältigen Verbindungen zwischen Ermershausen und den Jubilaren stellte Alexandra Eiring, Obfrau des Gast-Posaunenchores, heraus. Die bestehen vor allem in der Person von Manfred Lutz, dort geboren, und Rainer Lange. "Unsere Kirchengemeinde ist stolz auf unsere beiden Chöre", so schließlich Pfarrer Klaus Betschinske. "Wir hoffen, dass wir sie beide noch lange haben können."

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