Bildung - Vorstellung des Programms für das Sommersemester / Pandemie verändert Strategie / Auch die berufliche Weiterbildung kommt zum Zuge VHS-Wertheim bietet mehr Online-Kurse an

Im Sommersemester setzt die Volkshochschule Wertheim auf eine Mischung aus Online- und Präsenzangeboten.

Von 
Birger-Daniel Grein
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Georgitta Szabo, Geschäftsführerin der Volkshochschule Wertheim, präsentierte am Mittwoch das umfassende Programm ihrer VHS für alle Generationen. © Birger-Daniel Grein

Wertheim. Insgesamt 226 Kurse und Veranstaltungen kündigte Georgitta Szabo, Geschäftsführerin der Volkshochschule (VHS) Wertheim am Mittwochvormittag im Kulturhaus, an. Auch dieses Mal wird es ein umfassendes Angebot aus den Bereichen Gesellschaft, kreatives Gestalten, Gesundheitsbildung, Sprachen und berufliche Weiterbildung geben. „Wir stellen uns der aktuellen Situation und versuchen, mit den gegebenen Mitteln die Angebote für die Interessierten zu ermöglichen“, erklärte sie.

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Dazu setzt man neben den klassischen Präsenzkursen verstärkt auf Onlinekurse. Es soll aber auch Hybridangebote geben, bei denen sich Teilnehmer zu Hause live in die Präsenzkurse zu schalten. Die Planung des Sommerprogramms sei eine Herausforderung gewesen. „Wir haben den offiziellen Semesterstart vom 22. Februar mehrfach nach hinten schieben müssen, um mit den Planungen der aktuellen Pandemielage gerecht zu werden.“

Das Programm sei nun so aufgebaut, dass die Präsenzkurse erst Ende März beginnen, vorher gebe es aber bereits Onlinekurse. Im Wintersemester habe man zehn Prozent der Kurse via Internet durchgeführt, im Sommer 2021 werden es 30 Prozent sein. „Den Anteil wollen wir weiter ausbauen“, Georgitta Szabo. Die Umstellung auf die Onlinekurse habe bei den Vorträgen und Diskussionen im Bereich Gesellschaft und Umwelt recht problemlos funktioniert. Im Sprachbereich bot man zuerst die Integrationskurse online an, um diese fortsetzen zu können.

„Diese Kurse sind für die berufliche Zukunft aber auch den Aufenthaltstitel der Migranten wichtig“, so die Geschäftsführerin. Andere Sprachkurse folgten.

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Die verschiedenen Endgeräte der Teilnehmer von Sprachkursen und deren teilweise langsame Internetgeschwindigkeit seien eine Herausforderung gewesen. Seit Dezember sind vielfältige Unterrichtsformen im Sprachbereich online möglich. Dazu gehört zum Beispiel das gemeinsame Arbeiten an Texten und das Einreichen und Korrigieren umfangreicher Aufgabenlösungen. „Am Anfang des Onlineunterrichts der Sprachen waren Teilnehmer und Dozenten skeptisch, ob man die gleichen Lernerfolge wie in Präsenz erreicht“, erklärt Georgitta Szabo. Später hätten beide die Lösungen begrüßt. „Sie können sich für die Zeit nach Corona vorstellen, Hybridangebote beizubehalten.“

Intensive Integrationsarbeit

Im Sommersemester werden 78 Dozenten ihre Kurse anbieten, darunter auch einige neue Lehrkräfte. Im Bereich Gesellschaft und Umwelt wird es 42 Kurse geben. 16 Kurse warten im Bereich Kunst, Kultur und Gestalten auf die Teilnehmer. Es werden 59 Gesundheitskurse und 71 Sprachkurse angeboten, sowie 38 Kurse im Feld Arbeit und Beruf.

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Der große Umfang des Sprachbereichs liegt erneut an der Intensiven Integrationsarbeit der VHS Wertheim. „Im vergangenen Jahr haben wir durch die Betreuung von 543 Teilnehmern in 78 Integrationskursen wieder einen entscheidenden Beitrag zur Integration von Migrantinnen und Migranten im Landkreis und besonders in der Stadt Wertheim geleistet“, sagte Szabo.

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Neben bewährten Kursen für junge und erwachsene VHS-Schüler, solle es auch Neues geben, versprach sie. Erstmals wird man zum Beispiel auch Kunstkurse für Kinder online anbieten. „Wenn das Kino wieder öffnen darf, wird das VHS-Kino weitergehen“, sagte sie zu.

Überhaupt wächst die Bedeutung von Kooperationen für die Arbeit der VHS. Dazu gehören die Onlinevorträge von VHS wissen live, dem digitalen Wissenschaftsprogramm. Durch die Kooperationsgemeinschaft der Volkshochschulen Süd-Ost im Landkreis München GmbH können auch die Wertheimer Volkshochschülern kostenlos hochkarätigen Vorträgen von Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft lauschen und anschließend mit den Fachleuten diskutieren. „Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Aufgabe solche Vorträge anzubieten“, so Szabo.

Nach über fünf Jahren wird die VHS Wertheim wieder eine Betriebsbesichtigung bieten, dieses Mal beim Hersteller für Musikzubehör König und Meyer.

Eine besondere Möglichkeit für Berufstätige bietet das über die VHS angebotene Kursportfolio von Xpert Business. Mit dessen Hilfe werden Arbeitnehmer in überschaubaren und flexiblen Kursbausteinen von 50 bis 60 Stunden zu anerkannten Fachkraft- und Buchhalterabschlüssen im wirtschaftswissenschaftlichen Feld geführt. Die erbrachten Leistungen werden an vielen Hochschulen als Studienleistungen auf ein entsprechendes Studium angerechnet.

Über 2000 Teilnehmer

Ebenso der beruflichen Weiterbildung zu Gute kommen acht Kurse, die Arbeitnehmer in Absprache mit ihren Arbeitgebern als Bildungszeit während der Arbeitszeit absolvieren können.

Mit Blick auf das Coronajahr 2020 meinte Szabo, mit rund 300 durchgeführten Kursen und 2253 Teilnehmern habe man ein erstaunlich umfangreiches Angebot trotz Beschränkungen ermöglicht. „Wir müssen abwarten, wie es sich dieses Jahr entwickelt und hoffen, durch Onlinelösung die meisten Kurse zu ermöglichen.“ Neben den im Programmheft genannten Angeboten, wird es mehrere Onlinekurse geben, die die Zeit bis zum Präsenzstart überbrücken. Sie sind nur auf der Internetseite der VHS zu finden. Das Programmheft wird in dieser Woche verteilt. Anmeldungen sind ab 13. Februar möglich.

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Veröffentlicht
Von
Katharina Buchholz
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