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Amtsgericht - Fast eine Fußgängerin überfahren

Unter Drogen am Steuer

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goe
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Wertheim. In der Ernst-Abbe-Straße in Bestenheid überfuhr am 10. Juli 2021, um 21.50 Uhr, eine drogenbeeinflusste Autofahrerin fast eine Fußgängerin. Im letzten Moment zog ihr Beifahrer am Handbremshebel, und sie machte eine Lenkbewegung. So gelang der Fußgängerin ein Sprung zur Seite. Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilte das Amtsgericht Wertheim die Fahrerin aus dem Kreis Miltenberg zur Strafe von 50 Mal 30 Euro. Die Fahrerlaubnis, seit September vorläufig entzogen, der Führerschein einbehalten, wurde nun endgültig entzogen. Die Sperrfrist für die Wiedererteilung beträgt drei Monate. Die 29-Jährige hatte damals ihren Lebensgefährten von der Arbeit abgeholt aber „drei bis vier Tage“ zuvor Kokain konsumiert. Sie fuhr zu schnell und erkannte die Fußgängerin zu spät. Sie hielt nicht an, und die Fußgängerin meldete das Kennzeichen der Polizei. Zwei Beamte fuhren zur Wohnadresse der Fahrerin, die Motorhaube des Pkw war noch warm. Zunächst behauptete sie, die Fußgängerin sei selbst schuld und sprach von „blöder Kuh“. Die Beamten holten sich telefonisch vom diensthabenden Staatsanwalt in Mosbach die Genehmigung zur Entnahme einer Blutprobe, und um 23.45 Uhr führte ein Arzt sie aus. Die spätere Untersuchung ergab eine Bezoylegonin (Kokainabbauprodukt)-Konzentration von 147 Nanogramm je Milliliter Blut. Inzwischen hat sich die Beschuldigte, gelernte Altenpflegerin, von ihrem Lebensgefährten getrennt, die Anschrift gewechselt und bezieht Krankengeld. Er befindet sich wegen Drogendelikten in Haft.

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Über ihn sei sie zum Rauschgift gekommen, sagte sie, und sie habe sich bei der Fußgängerin schriftlich entschuldigt. Ob die Nachricht bei der inzwischen nach Rumänien zurückgekehrten Frau angekommen ist, steht nicht fest, da die vorliegende Anschrift fragmentarisch ist.

Die Angeklagte erhielt im Januar 2021 vom Amtsgericht Gemünden wegen Beleidigung in vier Fällen per SMS beziehungsweise WhatsApp eine Geldstrafe. Das wirkte sich jetzt auf die Höhe der Strafe aus. Den Fall schloss die Richterin mit den Worten: „Das ist gerade noch gut gegangen.“ Das Urteil ist rechtskräftig. goe

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