Konzert - Clarissa Schmitt, Kamilé Zaveckaité und Joel Blido spielten Meisterwerke / Spätromantische Werke in allerhöchster Qualität Stufenlose Dynamik und schnelle Läufe

Von 
Rainer Lange
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Das „Trio Vimaria“ mit Clarissa Schmitt (Klarinette), Kamilé Zaveckaité (Klavier) und Joel Blido (Violoncello) ist nach dem lateinischen Namen für Weimar benannt. An der dortigen Hochschule für Musik Franz Liszt hatten sich die drei jungen Musiker kennengelernt. © Rainer Lange

Das „Trio Vimaria“ begeisterte im Schlösschen Hofgarten bei einem Meisterkonzert die rund 100 Zuhörer.

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Wertheim. Ein „Meisterkonzert im Schlösschen“ veranstaltete der Kulturkreis Wertheim, unterstützt von der Stadt Wertheim sowie der Rudolf-Brand- und Helmut-Schöler-Stiftung, am Sonntagabend im Schlösschen Hofgarten.

Die über 100 Zuhörer genossen spätromantische Werke in einer besonderen Besetzung und in allerhöchster Qualität: Clarissa Schmitt (Klarinette), Kamilé Zaveckaité (Klavier) und Joel Blido (Violoncello) spielten Werke von Johannes Brahms (1833 bis 1897) und Alexander von Zemlinsky (1871 bis 1942). Dazwischen erklang die Sonate für Klarinette und Klavier von Camille Saint-Saens (1835 bis 1921).

Das Trio a-moll op. 114 komponierte Brahms im Jahr 1891 auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Die vier Sätze zeichnen sich durch eine große Vielfalt musikalischer Gedanken aus.

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Nach kurzer Cello-Einleitung wurde die melancholische Grundstimmung immer wieder von den drei Instrumenten in unterschiedlicher Gewichtung dargestellt, eindrucksvoll passend zu den aufbrausenden Sturmböen des düster und herbstlich anmutenden Wetters draußen vor der Fensterfront des Konzertsaals. Das Adagio des zweiten Satzes wirkte besonders vielfältig durch die unterschiedlichen Lagen der Klarinette und des Cellos, die die Instrumente akustisch manchmal zu verdoppeln schienen.

Spielerisch leicht im Dreiertakt wiegend kontrastierte der dritte Satz erneut mit volkstümlicher Anmut, bevor das wiederum eher düstere Allegro, aufgelockert durch ein fröhliches Schlussmotiv, den großen Bogen beschloss.

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Im Duett spielten Clarissa Schmitt (Klarinette) und Kamilé Zaveckaité (Klavier) die Sonate für Klarinette und Klavier Es-Dur op. 167. Wiederum waren es prägnante Motive, aber auch besonders weich und gesanglich dargebotene Melodiebögen, die sowohl die Schönheit der Komposition als auch das gefühlvolle Zusammenspiel der beiden Musikerinnen besonders genießen ließen. Vor allem im dritten Satz ließ die fein nuancierte, durchsichtige Spielweise der Pianistin aufhorchen.

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Vielschichtig wie der Komponist selbst war das Trio für Klarinette, Cello und Klavier von Alexander von Zemlinsky (1871 bis 1942). Der Österreicher war Lehrer und Schwager von Arnold Schönberg. Als Opernkapellmeister in Wien war er von Richard Strauß beeinflusst. Als 25-Jährigen inspirierte ihn die a-moll-Sonate von Johannes Brahms zu seinem Trio.

Und so wechselten sich auch hier voller Klang mit filigranen Passagen ab. Stufenlose Dynamik, schnelle Läufe und Harmonien wie große Landschaftsgemälde faszinierten die Zuhörer bis hin zu fröhlich-virtuosen, volkstümlich versöhnenden Tonleitern.

In gefühlvoller Abendstimmung beschloss eine Zugabe von Nino Rota, dem Komponisten der Filmmusik zu „Der Pate“, das beeindruckende Meisterkonzert.