Am Amtsgericht verhandelt Strafe wegen Spendenbetrugs

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goe
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Wertheim. Im September klingelten ein Mann und eine Frau in Bestenheid an Haustüren und baten um Spenden für einen „Zirkus auf dem Reinhardshof“. Eine zweifelnde Bewohnerin verständigte die Polizei, und es stellte sich heraus, dass zu diesem Zeitpunkt kein Zirkus in der Main-Tauber-Stadt gastierte.

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Die Dame, die Anzeige erstattete, wohnt in der Heinrich-Geißler-Straße, und die Polizei traf die beiden Beschuldigten bei ihrer Sammeltätigkeit in der parallelen Rhönstraße an. Der Mann hatte „einige Zwei-Euro Münzen“ in der Tasche. Er durfte sie behalten, weil er sich „Essen kaufen“ wollte. Ansonsten erteilten die Beamten einen Platzverweis.

Der Fall wurde jetzt am Amtsgericht verhandelt. Die 38-jährige Beschuldigte, eine Reinigungskraft aus Amorbach, hat vier Vorstrafen: in 2008 wegen Diebstahls und im gleichen Jahr wegen Urkundenfälschung, 2011 und 2016 folgten Freiheitsstrafen wegen insgesamt 67 Betrugsfällen. Die Angeklagte hat längere Zeit im Gefängnis gesessen, ein Strafrest wurde bis 2021 zu Bewährung ausgesetzt.

Schulden als Motiv

In der Verhandlung meinte die Beschuldigte, sie hätte nicht gewusst, dass Sammeln strafbar ist. Die Frau gab an, Schulden zu haben, konnte die Höhe aber nicht nennen. Der Staatsanwalt sah in der klammen Finanzlage das Motiv, es sei aber kein nachweisbarer Schaden entstanden. Wegen versuchten Betrugs verurteilte nun das Amtsgericht Wertheim die 38-Jährige schließlich zur Bewährungsstrafe von einem Monat. Sie muss 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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Der Mann, ihr Cousin aus Bürgstadt, fehlte bei der Verhandlung wegen „gesundheitlicher Probleme“. Gegen ihn erging ein Strafbefehl (schriftliche Verfahrensabwicklung) über 20 Mal 30 Euro. goe