Sterne ziehen leuchtende Kreise am Nachthimmel

Von 
eli
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Reicholzheim. Was auf den ersten Blick wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film anmutet, ist tatsächlich an der Johann-Kern-Sternwarte bei Reicholzheim entstanden.

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Knapp zwei Stunden lang hat Andrea Dievernich dort ihre Kamera aufgestellt. Die im Abstand von rund 28 Sekunden fotografierten 240 Bilder verrechnete sie anschließend zu einem einzigen Foto. Bei den nun sichtbar werdenden Kreisen handelt es sich um sogenannte Sternspuren, wie Dievernich erklärt. Die „Startrails“ zeigen sozusagen im Zeitraffer die Bewegung der Sterne am Nachthimmel – oder vielmehr die Rotation der Erde um ihre eigene Achse.

„Man kann sich das wie bei einem Karussell vorstellen“, erläutert Dievernich. „Wenn es sich dreht, sieht man die Häuser um einen herum nur als verschwommene Spuren. Ganz ähnlich ist es mit den Sternspuren.“ Voraussetzung sei, den Polarstern am Himmel ausfindig zu machen – um den drehe sich schließlich alles. „Er ist fast genau die Verlängerung der Erdachse und damit der Mittelpunkt der Kreise.“ Um Bilder wie dieses zu machen, braucht es absolute, oder vielmehr astronomische Dunkelheit. Andrea Dievernich musste also nach Sonnenuntergang noch mindestens zwei Stunden abwarten, bis sie ihre Kamera einschalten konnte. „Man braucht schon ein bisschen Know-how – und Geduld“, berichtet die Fotografin.

Bei der hellen Linie, die sich einmal quer durch das Bild zieht, handelt es sich übrigens um einen Satelliten. / eli