Stellplätze reichen nicht

Von 
Claus Kuhnmünch
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Leserbrief zu: „Immer mehr Wohnmobile unterwegs“ (FN, 9. Januar)

Das Zahlenwerk im Artikel deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Auch dass – wie hier beschrieben – die Ferienregion „Liebliches Taubertal“ mit größerem Andrang rechnen muss, halte ich für realistisch. Die beschriebene Sache mit alten Dieselmotoren könnte auch schon längst erledigt sein.

Nur ganz am Rande wird erwähnt, dass mehr Wohnmobile mehr Wohnmobilstellplätze brauchen. Nicht zuletzt bedingt durch die Corona-Pandemie hat nicht nur die Anzahl der Wohnmobile zugenommen, sondern auch die Anzahl der Stellplätze abgenommen. Diese wurden im Sinne der Abstandsregeln entzerrt und hierdurch reduziert.

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Kurzum haben wir für die Anzahl der Wohnmobile zu wenig Stellplätze, was dazu führt, dass in der schönen Ferienregion wild gecampt wird. Gleichermaßen können auch an Bord befindliche Fäkalien- und Abwassercontainer nicht ordnungsgemäß entsorgt werden, was eine Verschmutzung von Wald und Flur oder auch Privatgrundstücken zur Folge hat.

Das in den Medien beworbene Wohnmobilparadies mit Strand am See, Bergen im Hintergrund, Lagerfeuer, ein Glas Wein, kein Mensch weit und breit . . . gibt es nicht, auch nicht im Lieblichen Taubertal.

Die diesbezügliche Alltagsmoral nimmt wohl auch ab, deshalb ein kleines Beispiel:

Ich kam sonntagmorgens gegen 6 Uhr an mein Grundstück. Zwischen meinen Obstbäumen war eine Wagenburg aus mehreren Wohnmobilen errichtet. Der Maintalradweg und meine Wiese wurden hierzu mehrere hundert Meter überfahren, mein Schild „Privat“ wurde samt Pfosten herausgerissen und ins Gebüsch geworfen, schwere Steine aus Steinbänken wurden weggetragen, ein Lagerfeuer wurde gemacht, hinter Büschen die Notdurft verrichtet. In Anbetracht der landschaftsschutzrechtlichen Bestimmungen, die wir Eigentümer einzuhalten haben, ist es befremdlich, wie sich Wohnmobilisten vermeintlich benehmen dürfen.

Das ist nur ein Beispiel, aber das Problem ist erkannt und wird kommuniziert. So wünsche ich mir, dass die Verantwortlichen sich dieser Sache annehmen. Zum einen bedarf es mehr Wohnmobilstellplätzen, zum anderen muss dem Missbrauch an der Natur entgegengetreten werden, für unser „Liebliches Taubertal“.