Sanierungsgebiet Wartberg - Effiziente Lösungen mit Mehrwert angestrebt / Förderanträge für Schulsanierung sind gestellt / Klärungsbedarf für Kirchenzentrum Stadtteil in eine neue Richtung bringen

Von 
Elmar Kellner
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Auf der Sitzung des Stadtteilrates wurde der Plan der punkt vier-Architekten aus Kassel vorgestellt. Im Mittelpunkt der Betrachtungen standen dabei die neue Mensa, das Kirchenzentrum und der Kindergarten. © Reproduktion Elmar Kellner

Es tut sich einiges im Stadtteil Wartberg. Ein Sanierungsgebiet soll ausgewiesen werden und die Mitte, mit Grundschule, Kindergarten und Kirchenzentrum wird sich in den nächsten Jahren gravierend verändern.

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Wartberg. Kein Wunder also, dass Vorsitzende Renate Gassert zu Beginn der Sitzung des Stadtteilbeirats am Dienstagabend im Kirchenzentrum von „wichtigen, wegweisenden Dingen“ sprach, die diesmal auf der Tagesordnung standen und „die den Stadtteil in eine neue Richtung bringen“. Allerdings braucht das alles Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Erst im nächsten Jahr wird es wohl soweit sein, dass der Wartberg als förmliches Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann und ob es danach gelingt, ihn in das Bund-/Länderprogramm „Soziale Stadt“ zu bringen, steht noch in den Sternen.

Seit einem Jahr laufen nun die Vorbereitungen für das Sanierungsgebiet mit Auftaktveranstaltung, Fachforen und Online-Beteiligung der Bürger, erinnerte Thomas Müller vom Referat Stadtplanung im Rathaus. Von beauftragten Büro wird zwischenzeitlich ein integriertes Handlungskonzept erarbeitet, ein Abgrenzungsplan für das Sanierungsgebiet ist im Entstehen. Voraussichtlich im Mai sollen sich Bauausschuss und Gemeinderat damit befassen und das Verfahren zur förmlichen Ausweisung des Sanierungsgebietes damit einleiten.

Ein langer Weg

Im Frühjahr kommenden Jahres kann das dann soweit sein. „Es ist ein sehr langer Weg, aber es geht wohl nicht schneller“, seufzte Renate Gassert, ihrem Stellvertreter Klaus von Lindern klang das alles „unglaublich theoretisch“. Tatsächlich und zunächst werde hauptsächlich Papier produziert, räumte Thomas Müller ein. „Aber wenn man an Fördertöpfe herankommen will, braucht man das.“

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Referatsleiterin Angela Steffan hatte zwar Verständnis für die Ungeduld der Mitglieder des Stadtteilbeirates. „Aber es ist ja nicht so, dass hier Stillstand herrscht. Es tut sich ganz viel auf dem Wartberg.“

Das Familienzentrum

Zum Beispiel auch durch das Familienzentrum (wir berichteten), über das der Geschäftsführer des Diakonischen Werks, Wolfgang Pempe und die Leiterin der neuen Einrichtung, Claudia Reinhold, informierten. Das Familienzentrum nimmt am 1. April offiziell seine Arbeit auf, zunächst im Büro des Stadtteilkoordinators. Es gebe schon eine ganze Reihe von Ideen, aber noch keine fertigen Konzepte, stellten beide fest und riefen zur Mitarbeit auf. „Wenn Sie etwas wünschen, wir sind dafür da. Bitte kommen Sie auf uns zu, auch wenn etwas nicht passt oder gefällt“, lautete die Aufforderung. Sein Domizil soll das Familienzentrum später einmal im „neuen Kirchenzentrum“ haben.

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Das Gebäude sei „absolut sanierungsbedürftig“, die Kosten hierfür überstiegen aber bei weitem die Möglichkeiten der beiden Kirchen, leitete Renate Gassert zum nächsten „großen Thema“ der Tagesordnung über.

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Deshalb wurde nach Lösungen gesucht und dabei kam die Stadt ins Spiel. „Ohne eine Gemeinschaftsleistung würde hier oben irgendwann der Schlüssel herumgedreht werden“, unterstrich die Vorsitzende die Bedeutung.

Saniert und erweitert werden muss auch die Otfried-Preußler-Schule und das war der Anstoß für die Stadt, sich letztendlich mit dem gesamten Areal, zu dem auch der Kindergarten gehört, zu beschäftigen.

Gesamtes Areal im Focus

Christian Melzer, Abteilungsleiter im Baudezernat, stellte den Stand der Dinge vor. Der umfasst die Sanierung der Grundschule, für die entsprechende Förderanträge schon gestellt sind. Mit einer Entscheidung darüber rechnet man im Juni oder Juli, dann könnten hier bereits die Arbeiten beginnen. Das Kirchenzentrum soll ebenfalls renoviert und seine Nutzung neu strukturiert werden, denn beide Kirchen benötigen den vorhandenen Platz nicht mehr in Gänze.

Deshalb könnte hier auch das Familienzentrum einziehen, weitere Räume von Schule und Kindergarten genutzt werden. Zwischen den beiden Gebäuden sehen die Pläne den Neubau einer Mensa vor und über eine neu gestaltete Wegeverbindung wäre der steile Hang auch ohne die Treppen zu bewältigen.

Eigentumsfrage ist zu klären

In Bezug auf das Kirchenzentrum müssten die Eigentumsfragen noch geklärt werden– vorgesehen ist, dass sich Stadt auf der einen, die Kirchen auf der anderen Seite darin teilen – und ebenso die Finanzierung der Sanierung. Aber „das ist kein Luftschloss“, so Melzer. Patenstadtrat Axel Wältz sprach von „Ökumene plus“ und einer effizienten Lösung, die einen sozialen Mehrwert für den Stadtteil bringe.

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