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Stiftskirche

Spaziergang durch das Werk von Bach

Sinn Yang spielte beim Violin-Recital „Follow me with Bach“

Von 
hpw
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Wertheim. Das Violin-Recital „Follow me with Bach“ erfüllte am Sonntagnachmittag die Stiftskirche in Wertheim. Die Violinistin Sinn Yang machte einen begeisternden Spaziergang durch Johann Sebastian Bachs Sonaten und Partiten für Violine Solo.

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Der Kulturkreis Wertheim veranstaltete diese musikalische Stunde in Zusammenarbeit mit der Städti-schen Musikschule Wertheim i m wunderschönen und klangvollen Ambiente. Das gespannte Publikum begrüßte die Künstlerin mit Applaus und fand fortan vielfach Gelegenheit, ein solches Kundtun des Gefallens zu wiederholen. Ansonsten blieb das Publikum mucksmäuschenstill.

Sinn Yang beim Violin-Recital „Follow me with Bach“ © Hans-Peter-Wagner

Die Violinistin spielte vor der natürlichen Kulisse des Chors der prächtigen Kirche Auszüge aus den sechs Violine-Soli von Bach. Das Programm begann mit der „Sonate I“ in g-moll, Bach-Werke-Verzeichnis 1001. Das anfängliche „Adagio“ lässt Johannes den Täufer mit einem überdimensionalen Zeigefinger unterwegs vermuten. Danach folgten ebenso sicher und trefflich gespielt „Fuga:Allegro“, „Siciliana“ sowie „Presto“.

Es folgte gleichfalls gelungen „Tempo di Borea – Double“ aus der „Partita I“ in h-moll, Bach-Werke-Verzeichnis 1002. Auch die „Sonate II“ in a-moll „Andante“ erwies sich als ungewöhnlich. Die prächtige „Partita II“ in d-moll, Bach-Werke-Verzeichnis 1004 startete mit „Allemanda“. Daran anschließend folgte nach Meinung der spielenden Künstlerin mit „Ciaccona“ der Höhepunkt des frühen Abends. Denn man finde darin alles Wesentliche im Leben.

Yehudi Menuhin, einer der bedeutendsten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts, hatte dieses Stück oft in der Sixtinischen Kapelle gespielt. Er verspürte bei diesem Werk, dass danach der Frieden in die Welt komme. Die Zuhörer teilten diese Meinung wohl, denn es erscholl auch hier viel Beifall.

Weiter ging es mit dem Stück mit der Kennzeichnung BWV 1005, der „Sonate III“ in C-Dur. Dieses zeigte sich im zweiten Teil besonders lebensfreudig. Insgesamt konnten sich die gespielten Stücke ob des Könnens der Künstlerin im Kirchenraum prächtig entfalten. Die vom Publikum bereitete Stille ließ Sinn Yang und ihre musikalische Kunst voll zur Geltung kommen. Die Klänge hatten hinreichend Raum und mithin die Möglichkeit, ihre Brillanz zu zeigen. Es zeigte sich, dass eine solche Musik sich nicht in einem kleinen Raum entfalten kann. Sinn Yang zeigte, wie herrlich es sein kann, ein Stunde ganz allein gestalten zu können.

Die Spannweite der Bach’schen Musik erwies sich hörbar als riesig und reichte von intim und innerlich bis extrovertiert und dynamisch. Das Gehörte und die dem innewohnende musikalische Pracht ließ die Herzen der Zuhörer höher schlagen. Wer diese verschiedenen Werke innerhalb eines kurzen Zeitraums erleben konnte, empfand eindrücklich, wie Bach mit jedem Satz eine neue Idee beschreibt, und es der Künstlerin gelingt, die jeweilige Idee musikalisch weiter zu geben.

Positives Erlebnis

Den Abschluss des gelungenen Konzerts bildete „Partita III“ in E-Dur (Bach-Werke-Verzeichnis 1006). welche mit „Preludio“ begann. Am Ende des Konzerts und gleichsam als Zugabe war die ganz leichte „Gigue“ zu hören. Auch hier rundete Applaus den Hörgenuss ab. Das Violin-Recital hatte den Beteiligten sichtbar große Freude bereitet, zum einen hier in der Stiftskirche zu spielen und zum anderen dem jeweiligen Ergebnis zuzuhören. hpw

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