Vortrag - Harald Hilbig über die Kommunikation der Tiere im Rahmen der Sonderausstellung „Mechanische Tierwelt“ im Grafschaftsmuseum Sie klackern, klappern und zischen

Von 
Elmar Kellner
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Passend zur Sonderausstellung „Mechanische Tierwelt“ hielt Harald Hilbig einen kurzweiligen Vortrag über die Kommunikation der Tiere. © Kellner

Sie klappern, zischen, klackern – und nicht nur das. „Wie Tiere kommunizieren“ war Thema eines ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortrags von Harald Hilbig am Sonntagnachmittag im Grafschaftsmuseum.

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Wertheim. So paradox es auch klingen mag: vom „Schweigen der Lämmer“ hat wohl schon jeder mal gehört. Obwohl sie ja eigentlich gar nicht wirklich schweigen. „Die Schafe einer Herde blöken unaufhörlich vor sich hin– selbst in der Nacht.“ Sie vergewissern sich damit der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, informierte Harald Hilbig in seinem Vortrag am Sonntagnachmittag im Rahmen der Sonderausstellung „Mechanische Tierwelt“ im Grafschaftsmuseum. „Blechspielzeugtiere“ – und um sie geht es vornehmlich in der Präsentation – „machen Lärm. Das hat uns letztlich auf die Idee zu diesem Vortrag gebracht“, so Museumsleiterin Stefanie Arz in ihrer Begrüßung. Als Experten hatte man sich mit Harald Hilbig einen exzellenten Kenner von Flora und Fauna eingeladen, der wiederum zahlreiche Bilder mitgebracht hatte. Und dann gab es noch Laute, mal laute, mal leise, aus dem Tierstimmenarchiv im Naturkundemuseum Berlin.

„Das Thema war in gewisser Weise schon eine Herausforderung für mich.“ Als Natur- und Landschaftsführer habe er zwar einige Kenntnisse darüber, wie Tiere kommunizieren. „Aber einen ganzen Vortrag dazu zu halten, das war eine völlig neue Dimension“, gewährte Harald Hilbig zu Beginn einen Einblick in seine Vorbereitungen auf den Nachmittag. Tiere kommunizieren miteinander. Und das tun sie nicht nur mit Hilfe von Lauten. „Allein durch seine Größe, seine Farbe und sein Verhalten gibt ein Tier schon eine ganze Menge kund, was seine übrigen Erdmitbewohner von ihm zu erwarten haben.“

Kleine würden in der Regel keine Großen angreifen, andere signalisierten über ihre Farbe, dass sie giftig seien oder sein könnten. „Tiere machen auch über ihre Mimik klar, was Sache ist.“ Jeder, der einen Hund besitze oder besessen habe, werde das bestätigen können. Noch besser als die Mimik sei die Gestik beobachtbar. Hilbig nannte und zeigte als Beispiele hier Wölfe und vor allem Katzen oder Schlangen und sogar, aus eigener, in der Kindheit gemachter, Erfahrung Hühner.

Durch Geruch anlocken

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Und wie Schwäne, vor allem Männchen, sich verhalten, wenn scheinbar Gefahr droht, dürften auch schon viele gesehen haben. Um Gestik, vor allem aber um die Kommunikation mittels Gerüchen und Düften, ging es bei Thema Fortpflanzung.

Und dann war der Referent schließlich bei den Lauten als Mittel der Verständigung angelangt. Da hörte man, was man sonst eigentlich nicht vernehmen kann, die „Stimme“ der Fledermaus nämlich. Oder die von Walen.

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„Tiere geben oft Laute von sich, um sich gegenseitig des eigenen Daseins zu versichern.“ Gerade bei Vögeln sei es häufig zu beobachten, wie ein ganzer Schwarm im Flug wie auf ein Kommando die Richtung wechsle. „Das ist schon faszinierend.“

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Und auch hier spielte das Thema Fortpflanzung eine wichtige Rolle. Um dafür den richtigen Partner zu finden, „ist es hilfreich, mit Lauten, die identifiziert werden können, nach ihm zu rufen“.

Mit Gesang Revier abgrenzen

Viele Vogelarten verwendeten den Gesang aber auch, um ihr Revier abzugrenzen. In diesem Vortragsteil zu hören waren die immer seltener werdenden „Unkenrufe“ der Gelbbauchunke, das Schnurren von Katzen, aber auch das Röhren von Hirschen. Zusammenfassend stellte Hilbig fest, „dass die Kommunikation der Tiere über Laute doch etwas komplexer ist, als wir uns das bisher vorstellten“. Viele Tiere könnten Dutzende von Lauten produzieren. Abschließend ging der Redner dann noch auf die laufende Sonderausstellung im Grafschaftsmuseum ein. Die Menschen hätten, sagte er unter anderem, im Laufe der Zeit viele, Tieren nachempfundene, Spielzeuge entwickelt, die mit ausgeklügelten Mechanismen Tierbewegungen und Tierstimmen nachahmten. „Eine tolle Auswahl kann man derzeit im Grafschaftsmuseum sehen.“

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