Nachbarschaftliche Netzwerke - Ergebnisse der Befragung von der Ortsverwaltung vorgestellt / Große Zufriedenheit Senioren wohnen gerne in Sonderriet

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Das Ergebnis des Projektes "Nachbarschaftliche Netzwerke" in Sonderriet wurde am Sonntag in der Mehrzweckhalle von der stellvertretenden Ortsvorsteherin Ulrike Kempf und Ortsvorsteher Kurt Kraft präsentiert.

© Holger Watzka

Sonderriet. Über 50 Interessierte nutzten die Möglichkeit, sich am Sonntag in der Mehrzweckhalle Sonderriet bei einem Informations-Nachmittag über das Ergebnis des Projektes Nachbarschaftliche Netzwerke zu informieren. Ortsvorsteher Kurt Kraft und seine Stellvertreterin Ulrike Kempf stellten anhand der ausgewerteten Fragebögen fest, dass die Welt, insbesondere für die Senioren, in "Sunnert" in Ordnung ist. Dennoch werde man einzelne Anregungen aufnehmen und diese, soweit möglich, auch umsetzen. Mögliche Maßnahmen wurden bei Kaffee und Kuchen in geselliger Runde lebhaft diskutiert.

Großer Rücklauf

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Sonderriet zählt knapp 500 Einwohner. An 107 Bewohner, die über 65 Jahre sind, wurden Fragebögen ausgegeben. 94 Bögen kamen zurück. Das entspricht einem Rücklauf von 88 Prozent. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass 98 Prozent der Befragten gerne in Sonderriet wohnen. Höchste Zufriedenheit herrscht bei der Wohnsituation. Nahezu 100 Prozent leben im eigenen Haus, beziehungsweise wohnen mit den Kindern zusammen. Gut bestellt ist es auch mit der Mobilität, die meisten fahren selbst. Die Einkäufe werden in der Mehrzahl in Wertheim getätigt. Deutlich wurde in der Befragung die Einrichtung eines Dorfladens als wünschenswert von etwa der Hälfte der Befragten angekreuzt. Doch hier bezog Ortsvorsteher Kurt Kraft klar Position: "Der trägt sich nicht." Der von vier Geschäften angebotene Lieferdienst und der mobile Service einer Bank würden gut angenommen, gerne, so Kraft, könne man hier über Ergänzungen im Bereich Bestellservice reden.

Drei Viertel der Sonderrieter Senioren sind mit ihrer gesundheitlichen Situation zufrieden. Die höchste Zufriedenheit besteht in den Bereichen Kommunikation und Geselligkeit. Die Befragten äußerten sich, dass sie ausreichend über das aktuelle Geschehen informiert sind, und das örtliche Vereinsleben wird durchaus positiv beurteilt. Dass die gute Arbeit der Ortsverwaltung und der örtlichen Vereine an diesem Ergebnis einen erheblichen Anteil haben, ist wohl unumstritten. Auf der Wunschliste nach weiteren Angeboten steht das Karten spielen ganz oben, gefolgt von kulturellen Veranstaltungen, Erzählcafé und gemeinsamem Kochen.

Ausgehend vom ersten Projekttreffen zur Bestandsaufnahme und Analyse der Problemfelder im April, hat sich die Arbeit etwa über ein halbes Jahr erstreckt.

Demografischer Wandel

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Das Projekt "Nachbarschaftliche Netzwerke" ist ein Instrument zur Gestaltung des demografischen Wandels im ländlichen Raum. Gerade in den dezentralen Strukturen einer Flächengemeinde wie Wertheim ist es entscheidend, funktionierende Verantwortungsgemeinschaften vor Ort zu schaffen und zu unterstützen.

Die Stadt Wertheim hat sich 2013 erfolgreich um die Aufnahme in das Förderprogramm "Anlaufstellen für ältere Menschen" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beworben. Mit dem Projekt "Nachbarschaftliche Netzwerke" sollte untersucht werden, wie es auch in den dezentralen Strukturen des ländlichen Raums gelingen kann, älteren Menschen einen möglichst langen Verbleib in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen.

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Wertheim hat dies 2014 modellhaft am Beispiel der Ortschaften Kembach und Dörlesberg untersucht. Kernpunkt war eine Befragung der älteren Menschen in beiden Ortschaften zu den Themen Wohnen, Mobilität, Einkaufen, Gesundheit und ärztliche Versorgung, sowie Kommunikation und soziale Kontakte. Aus der Auswertung haben beide Projektgruppen konkrete Maßnahmen abgeleitet, die nach und nach umgesetzt werden.

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Die "Nachbarschaftlichen Netzwerke" sind ein wichtiger Baustein zur familienfreundlichen Kommune Wertheim und ein wirkungsvolles Instrument zur Gestaltung des demografischen Wandels im ländlichen Raum. hw