Kämmerer stellt Beteiligungsbericht vor - Verbindlichkeiten des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung um eine Million Euro verringert / Stadtwerke und Steg mit Schuldenzuwachs Schulden der Stadt inklusive ihrer Gesellschaften sinken

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wei
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Die Stadtentwicklungsgesellschaft und die Wohnbau Wertheim gehören zu den wichtigsten Beteiligungen der Stadt. Beide Unternehmen sitzen in dem Gebäude Gerbergasse 12. © Gerd Weimer

wertheim. Die Schulden der Stadt Wertheim inklusive der Eigenbetriebe und stadteigenen Gesellschaften sinken. Dies geht aus dem Beteiligungsbericht der Stadt hervor, den Kämmerer Dieter Friedlein im Gemeinderat vorgestellt hat.

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Demnach betrug der Schuldenstand im Jahr 2011 noch 63,1 Millionen Euro. Er sank bis zum Jahr 2017 auf 56,6 Millionen Euro. Für 2018 liegen noch keine konsolidierten Jahresabschlüsse der städtischen Gesellschaften vor. Deswegen lässt sich auch der Gesamtschuldenstand für das vergangene Jahr nicht ermitteln.

Unter den Eigenbetrieben hat die die Abwasserbeseitigung die meisten Schulden zu schultern: Fast 18 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen in den Büchern. Allerdings wurden im vergangenen Jahr mehr als 800 000 Euro getilgt. Da der Eigenbetrieb keine neuen Kredite aufnahm, sank der Schuldenstand entsprechend.

Der Eigenbetrieb Wald erwirtschaftete 640 000 Euro Umsatzerlöse. Diesen standen Aufwendungen von 620 000 Euro gegenüber, was einen Gewinn von 20 000 Euro ergibt.

Stadtwerke mit mehr Schulden

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Der Eigenbetrieb Baubetriebshof nahm etwa 200 000 Euro mehr Schulden auf. Ende 2017 lagen die Verbindlichkeiten bei rund einer Million Euro.

Bezüglich der stadteigenen Gesellschaften finden sich mit rund 10,2 Millionen Euro bei den Stadtwerken Ende 2017 die meisten Verbindlichkeiten in den Büchern. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 9,4 Millionen Euro. Allerdings hält die Stadt Wertheim auch nur 51 Prozent der Anteile an der Gesellschaft. Für diesen Anteil bekam die Holding immerhin 1,6 Millionen der 2,6 Millionen Euro des Gewinns überwiesen.

Verlust bei der Steg

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Die städtische Bädergesellschaft – sie betreibt das Hallen- und das Schwimmbad – erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Verlust von rund 576 000 Euro, der zu Lasten des Haushaltes der Stadt ging. Bei der Bäder GmbH finden sich in der Jahresbilanz 2017 1,2 Millionen Euro Schulden in den Büchern.

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Die Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg) erwirtschaftete 2017 fast eine Million Euro Verlust, der von der Holding ausgeglichen, also letztendlich vom Haushalt der Stadt getragen wurde. 1,7 Millionen Euro an Verbindlichkeiten wies die Bilanz der Gesellschaft 2017 aus – rund 90 000 Euro mehr als im Vorjahr.

Die Wohnbau Wertheim führt 9,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten in ihrer Bilanz für das Jahr 2017. Das sind zwei Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Demgegenüber verzeichnet das Anlagevermögen allerdings auch eine Steigerung um fast 2,9 Millionen Euro. Die Gesellschaft erwirtschaftete einen Gewinn von rund 26 000 Euro (nach Steuern).

Die Tourismus Wertheim GmbH erwirtschaftete 2017 einen Verlust von 335 000 Euro (nach Steuern), der vom Haushalt der Stadt ausgeglichen wurde. An der Gesellschaft sind neben der Stadt Wertheim (75 Prozent) auch die Städte Freudenberg und Külsheim sowie der Markt Kreuzwertheim mit jeweils 8,33 Prozent beteiligt.

Aktualität der Zahlen kritisiert

Die Gesellschaft verbuchte Umsatzerlöse und andere Erträge von 480 000 Euro, Aufwendungen für Material, Personal sowie Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen summierten sich auf rund 810 000 Euro, was einen Verlust von etwa 335 000 Euro ergibt.

In der Aussprache zum Beteiligungsbericht monierte Manfred Busch (Freie Bürger), dass die Zahlen nicht aktuell genug seien. Ohne die Daten aus dem vergangenen Jahr ließe sich die Gesamtsituation nicht analysieren. wei