AdUnit Billboard
Aktion - Schüler und Schülerinnen der Haupt- und Werkrealschule sammeln mit „Urli läuft“ 1600 Euro Spenden / Tischkicker und Spielekisten sind der Lohn

Schüler legen bei Projekt „Urli läuft” in Urphar-Lindelbach über 900 Kilometer zurück

Von 
Nadine Schmid
Lesedauer: 
Die Freude war groß bei (von links) Steffen Tobsch (Fa. Tobsch), Lehrerin Anna Bischof, Silvia Beuschlein (Weku), Klassensprecher Marvin Gräbe, Hilde Michel-Kempf (Pflegedienst Diehm), Klassensprecher Julien Schwab, Frank Kleinehagen-Brock (Förderverein UrLi), Klassensprecherin Johanna Fey, kommissarischer Schulleiter Dieter Fauth und Stephan Spall (Future E.D.M.). © Schmid

Urphar/Lindelbach. 908,2 Kilometer sind die Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Werkrealschule Urphar-Lindelbach im vergangenen Schuljahr gemeinsam mit ihren Sportlehrern Anna Bischof und Michael Schober gelaufen. Damit haben sie unter dem Projektnamen „Urli läuft“ durch Sponsoren 1600 Euro Spenden gesammelt. Diese fließen zu gleichen Teilen in die Schule und in den Senegal. Am Donnerstag fand auf dem Schulhof die Spendenübergabe statt.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Bischof berichtet, wie es zu dem Projekt kam: Durch die Einschränkungen in der Corona-Pandemie war ein regulärer Sportunterricht im vergangenen Schuljahr kaum möglich.

Also liefen die Klassen meistens im Freien. Als die Sportlehrerin merkte, dass die Motivation der Schüler immer mehr nachließ, hatte sie eine Idee: Man könnte doch unter den Partnerfirmen der Schule Sponsoren suchen, die für jeden gelaufenen Kilometer Geld spenden. Schnell erklärten sich Steffen Tobsch von der Beschriftungstechnik Tobsch Reicholzheim, die Firma WEKU Bettingen, vertreten durch Silvia Beuschlein sowie der Pflegedienst Diehm Lindelbach, vertreten durch Hilde Michel-Kempf, dazu bereit. Ab jetzt wurde aufgeschrieben, wenn die Sportgruppen unterwegs waren – gerade am Nachmittag oft viele Kilometer weit.

Leicht sei dieses soziale Engagement den Schülern nicht gefallen, wie Marvin Gräbe, Klassensprecher der Klasse 9, erklärte: „Es war sehr anstrengend. Am Anfang waren wir nicht begeistert. Wir sind schließlich bei jedem Wetter gelaufen, auch bergauf. Manchmal mussten die Lehrer uns fast schieben. Aber am Ende hat es doch viel Spaß gemacht.“

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Und sie hat sich gelohnt. Zunächst für die Schüler selbst: Denn mit der Summe von 800 Euro, die über den Förderverein an die Schule fließt, sollen ein Tischkicker und Spielekisten für die Mittagspause angeschafft werden.

„Wir freuen uns, einen Beitrag zu dem besonderen Profil dieser Schule leisten zu können. Sie ist ein wichtiger Teil in der Wertheimer Schullandschaft“, betonte Frank Kleinhagenbrock, Vorsitzender des Fördervereins und lobte die Schüler: „Es ist euer Einsatz gewesen, der dieses Ergebnis möglich gemacht hat.“

Geld für Menschen im Senegal

Doch nicht nur für sich selbst sind die Urli-Schüler gelaufen. Die Hälfte des Geldes geht an den Verein „Future EDM“, dessen Vorsitzende die aus Reicholzheim stammende Elena Lewis ist. 2009 ging sie als 17-Jährige für ein Praktikum in den Senegal und verliebte sich in das Land, wie ihr Vater Stephan Spall berichtete. Er war in die Urli gekommen, um die Spende für die Organisation seiner Tochter entgegenzunehmen. Diese akquirierte während ihres Medizinstudiums in Lübeck zunächst Spenden für das Deutsche Krankenhaus im Senegal.

Ein Spendenlauf des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums half zum Beispiel, dass dort die Gynäkologie eingerichtet werden konnte. Heute, als Ärztin, kümmert sie sich besonders um die Bildung vor Ort. „Sie meint, dass Bildung der Schlüssel ist, dass die Menschen sich beispielsweise nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen“, so Spall.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Er verspricht, dass 100 Prozent des gespendeten Geldes im Senegal ankommt. Es soll dazu dienen, auf ein Bildungszentrum für Straßenkinder eine Solaranlage zu bauen. Dies sei nicht nur nachhaltig, sondern mache die Einrichtung von den im Senegal allgegenwärtigen Stromschwankungen unabhängig.„Man fragt so oft, ob man als einzelner etwas tun kann. Ihr habt zehn Prozent dieser Solaranlage bezahlt“, bedankte sich Spall bei den Schülern, die durch ihre Klassensprecher vertreten waren.

„Ihr könnt zufrieden sein, wenn ihr seht, was ihr geleistet habt“, bestätigte auch der kommissarische Schulleiter Dieter Fauth und dankte neben den Schülern und Lehrern vor allem den Partnerfirmen, die die Schule nicht nur finanziell unterstützen, sondern den Schülern auch durch Praktikumsangebote den Weg in den Beruf ebnen.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1